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Wie viel Geld sollte ich monatlich in ETFs investieren?

Autor: Heino Zießnitz · Zuletzt aktualisiert: 30.06.24

Wirtschaft Finanzen Börse/Aktien · 7 Min. Lesedauer

 Wie viel Geld sollte ich monatlich in ETFs investieren? - Titelbild

Wenn Sie zum ersten Mal investieren, fragen Sie sich wahrscheinlich, wie viel Geld Sie monatlich in einen ETF investieren sollten, damit sich das Investment auch lohnt. Wichtig ist, dass Sie nicht erst mit dem Investieren beginnen, wenn Sie Hunderttausende Euro auf ihrem Girokonto angehäuft haben. Denn da gehört Geld auf gar keinen Fall hin.
 
Je nach Ihrer finanziellen Situation und Ihrer Steuerklasse sollten Ihre Investitionen unterschiedlich aussehen. Eine Bestandsaufnahme Ihrer persönlichen Finanzen und die Ausarbeitung eines Investitionsplans, der für Sie und Ihre Ausgabengrenze geeignet ist, sind die ersten Schritte, um herauszufinden, wie viel Sie investieren sollten.

Was ist ein ETF?

ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds, die meist einen bestimmten Aktienindex, z. B. den DAX oder MSCI World, abbilden. Sie funktionieren ähnlich wie ein Investmentfonds, aber im Gegensatz dazu können ETFs wie eine normale Aktie an der Börse gekauft oder verkauft werden. 

Wie viel Geld Sie monatlich in ETFs anlegen sollten

 

In der Regel sollten Sie immer einen Teil Ihres Einkommens monatlich investieren. Dieser Anteil kann sich jedoch je nach Ihren Einkünften, Ihren Ersparnissen und Ihren Schulden ändern. Laut Experten, liegt der ideale Investitionsbetrag zwischen 15 und 25 % Ihres Einkommens nach Abzug von Steuern. 
 
Das besagen auch einige Budget-Strategien, wie die 50/30/20-Budgetierungsmethode, bei der das monatliche Budget in drei Punkte unterteilt wird:

 

  • 50 % Bedürfnisse (50 %)
  • 30 % Wünsche (30 %)
  • 20 % Schuldentilgung, Sparen und Investitionen

 
Manche Menschen sind vielleicht nicht in der Lage, 10 % ihres monatlichen Einkommens zu investieren, aber das sollte keine Entschuldigung dafür sein, überhaupt nicht zu investieren. Selbst Familien, die weniger als 35.000 Euro im Jahr verdienen, sollten investieren. Dabei kommt es nämlich weniger darauf an, wie viel Geld Sie investieren, sondern wie lange Sie das tun, damit Ihre Anlagen wachsen und verzinst werden.
 
Es ist wichtig, finanzielle Prioritäten abzuwägen. Sie sollten ihren Cashflow oder überschüssiges Geld, das investiert werden kann, mit dem abgleichen, was erforderlich wäre, um die eigenen finanziellen Ziele zu erreichen. Beispielsweise den Eintritt in den Ruhestand in einem bestimmten Alter. Schauen Sie auf Ihren kurzfristigen Bargeldbedarf, z. B. für größere Anschaffungen oder einen Notfallfonds. Dann können Sie entscheiden, wie viel Geld Sie monatlich in einen ETF investieren möchten.
 
Wenn 15 % Ihres Einkommens zu viel für Ihr Budget sind, können Sie mit einem festen Betrag beginnen und sich daran halten. Mit der richtigen Anlagestrategie können Sie vielleicht schon mit ein paar Euro pro Monat eine Rendite erzielen. Ihr Unternehmen kennt sich mit Anlagestrategien und monatlichen Sparplänen aus? Klicken Sie hier, wenn Sie in diesem Beitrag erwähnt werden sollten!

Geld mit einem ETF verdienen braucht Zeit
Geld mit einem ETF verdienen braucht Zeit

Wahl des monatlichen ETF-Investments - wichtige Faktoren

 

 

Schaffen Sie sich einen Überblick über Ihre aktuellen Finanzen

 

  • Monatliches Einkommen prüfen
    Ihr Einkommen sollten regelmäßig überprüfen. Auch die regelmäßigen Ausgaben sollten Sie mindestens einmal jährlich abgleichen. Wenn Sie Schwierigkeiten haben, über die Runden zu kommen, sollten Sie zusätzliches Geld zunächst in die Tilgung von Schulden oder in ein Notsparkonto stecken. 

 

  • Schulden bewerten
    Insbesondere hoch verzinste Schulden sind sehr schwer zu bewältigen. Schauen Sie sich die Höhe Ihrer Schulden und die damit verbundenen Zinssätze an. Es ist wenig sinnvoll eine Kapitalanlage mit 5% Rendite zu besparen und andererseits Kredite mit Zzinsen von 8,5% oder mehr abzustottern. Machen Sie klar Schiff und versuchen Sie alle hochverzinsten Verbindlichkeiten so schnell es geht zu tilgen. Eine Ausnahme ist dabei natürlich der Hauskredit. Bevor nicht alle (auch kleinen) Schulden nicht abgetragen sind, sollten Sie nicht über ein Investment nachdenken!

 

  • Einen Notgroschen schaffen
    Die jüngsten Statistiken des Consumer Finance Protection Bureau zeigen, dass 24 % der Verbraucher keine Rücklagen für Notfälle haben und 39 % weniger als ein Monatseinkommen als finanzielle Reserve haben. Wenn etwas Unerwartetes passiert, ist ein Notgroschen unverzichtbar, wenn Sie sich nicht verschulden wollen. Planen Sie einen kleinen Teil Ihres verfügbaren Einkommens ein, um eine Notreserve zu schaffen. Diese sollte etwa dre bis sechs Monats- Nettogehältern des Familiegehalts fentsprechen.

 

Planen Sie ihre Investitions-Zukunft

 

  • Anlageziele festlegen
    Sie können überprüfen, ob Sie den richtigen Betrag monatlich in ihren ETF-Sparplan investieren, indem Sie klare Anlageziele festlegen. Dies kann Ihnen dabei helfen, einen Zeitplan für sich selbst zu erstellen und einen Ausgangspunkt für den Wert zu finden, den Sie zu investieren wollen.. Dann können Sie bestimmen, um wie viel Ihr Budget dadurch steigen muss. 
     
  • Beweggründe benennen
    Vielleicht sparen Sie für Ihren Ruhestand, oder möchten Sie ein Haus kaufen oder die Ausbildung Ihres Kindes bezahlen. Wenn Sie Ihr Endziel kennen, fällt es Ihnen leichter, realistische Fristen für die Erreichung dieses Ziels zu setzen und zu bestimmen, wie viel Sie investieren sollten, um es zu erreichen.
     
  • Einen Zeitplan definieren
    Es kann Ihnen helfen, einen Zeitplan für sich selbst zu erstellen, um einen Ausgangspunkt für den Betrag zu finden, den Sie investieren wollen, und zu bestimmen, um wie viel Ihr monatliches oder jährliches Budget dafür steigen muss. So können Sie ihre Karriereziele definieren und gleichzeitig herausfinden, wie viel Geld Sie individuell für sich in ETFs investieren möchten.
     
  • Persönliche Risikotoleranz festlegen
    Je nach Risikotoleranz können Sie sich für verschiedene ETFs entscheiden. Hierbei gibt es breit aufgefächerte ETFs bei denen Sie ihr Risiko minimieren, aber gleichzeitig auch moderate Renditen in Kauf nehmen müssen. Ein Beispiel hierfür ist der Vanguard S&P 500 ETF. Im Gegensatz dazu gibt es auch Branchen-ETFs die deutlich weniger divers aufgestellt sind und somit ein höheres Risiko bergen. Falls die damit verbundene Branche einen Aufschwung erfährt, können jedoch lukrativere Renditen erzielt werden.
Andreas Jelinek Vorstand und CEO der Proindex Capital AG

Jeder Mensch sollte schon in der Jugend beginnen Geld zu sparen. Legt man ab Eintritt in das Erwerbsleben monatlich 15 % bis 20 % des monatlich verfügbaren Betrages in eine ETF Anlage, dann ist in aller Regel mit Eintritt ins Rentenalter Millionär geworden. Sparen erfordert nur ein wenig Disziplin und Durchhaltevermögen. Wenn sich das Investment das erste Mal von allein verdoppelt hat macht Sparen auch Spaß. Also, worauf warten Sie noch?

Vorstand und CEO der Proindex Capital AG

Andreas Jelinek

Wie viel Geld kann man mit einem ETF verdienen


Wie Herr Jelinek (Vorstand und CEO der Proindex Capital AG) schon zu recht feststellte, lohnt sich das Sparen für jede Einkommensgruppe. Je früher man mit dem Sparen beginnt desto besser ist das Ergebnis. Nehmen wir beispielsweise eine Person, wir nennen sie Fred. Fred ist 18 Jahre alt und will mit 65 Jahren in Rente gehen. Fred beginnt mit 18 Jahren monatlich 400 € in einen MSCI World ETF Sparplan (derzeit mit durchschnittlich 8 % jährliche Rendite) zu investieren. Mit Einstieg in sein Rentnerleben hat er rund 1,7 Millionen € (1.708.558,30 €) zur Verfügung.

 

Auch wer nicht mit der Zinsrechnung gut vertraut ist sieht an nachfolgender Tabelle, dass sich die Renditen in den letzten Jahren der Sparphase durch den Zinseszins vervielfachen. Stellt man eingezahltes Kapital dem Ergebnis gegenüber erhält man als Ergebnis die Rendite:

 

Eingezahlt über 47 Jahre    206.400,00 €
Ergebnis durch Zins und Zinseszins nach 47 Jahren 1.708.558,30 €
Gewinn 1.502.158,30 €

 

Berücksichtigen wir die Inflation mit durchschnittlich 2 % im Jahr (was ausgesprochen hoch angesetzt ist), dann hätte Fred bei seinem Sparplan eine knappe Millionen (954.038,55 €) als Puffer für seine Pension angelegt.

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ETF-Investition regelmäßig neu bewerten 

 

Bevorzugen Sie zur Pensionsabsicherung einen langfristigen Anlagehorizont müssen Sie im Verlauf der Jahre mehrfach Ihre Anlagestrategie ändern. So werden sich Technologien entwickeln und Trends werden sich mehrfach ändern.

 

Eine jährlich "Inventur" sollte dabei nützlich sein Ihr Portfolio auf dem neusten Stand zu halten. Investieren Sie immer divers und lassen Sie sich auch von kurzfristigen Kursschwankungen nicht irritieren. Zum diversen Investment nutzen Sie am besten spezialisierte Sektor-ETFs oder Branchen-ETFs bzw. Gold als Geldanlage zur Ergänzung. Einige Anleger entscheiden sich auch für alternative Investments oder einen Indexfonds statt eines ETFs.

 

Zur jährlichen Inventur der Anlageprodukte gehört auch die Bewertung Ihres aktuellen Einkommens. Wenn sich Ihr Einkommen erhöht, dann können Sie mehr investieren. Sind größere Anschaffungen geplant oder verdienen Sie zeitweise weniger, dann sollte man die Investitionen in den Sparplan reduzieren oder für kurze Zeit auf Eis legen (um später wieder fortzufahren). Werden Sie in solchen Situationen nicht panisch und lösen übereilt den Sparplan auf. Das bedeutet echte finanzielle Verluste. Wenn Sie in eine finanzielle Notlage geraten sind, können Ihre Investitionen zeitweise einstellen. Mit wenig Geld zu investieren, ist nicht immer einfach, aber immer noch besser als einen Sparplan vorzeitig zu beenden.


Heino Zießnitz

Heino Zießnitz

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