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Swing Trading Strategie und Indikatoren

Autor: Thomas Feldhaus · Zuletzt aktualisiert: 01.05.24

Wirtschaft Finanzen Börse/Aktien · 9 Min. Lesedauer

Swing Trading Strategie und Indikatoren - Titelbild

Swing Trading existiert seit vielen Jahren und konnte vielen Anlegern bereits große, regelmäßige Gewinne einbringen. An den Finanzmärkten gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Vorgehensweisen, wobei die Indikatoren für unterschiedliche Strategien verwendet werden können.

Was ist Swing Trading?

Swing Trading ist eine Handelsstrategie, bei der Anleger versuchen, von kurz- bis mittelfristigen Preisschwankungen an den Finanzmärkten zu profitieren. Dabei orientiert man sich an technischen Indikatoren und hält die einzelnen Positionen für mehrere Tage oder Wochen.

Swing Trading Strategie Überblick

Swing Trading ist eine kurz- bis mittelfristige Strategie zum Handeln, um die Gewinne mit einer Aktie (oder einem anderen Finanzinstrument) über einen Zeitraum von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen zu erzielen. Swing Trader nutzen in erster Linie die technische Analyse, um nach Handelsmöglichkeiten zu suchen. Ähnlich wie beim Day Trading versuchen Swing Trader von negativen oder positiven Ereignissen zu profitieren.

 

Die technische Analyse ist die Untersuchung von Chartmustern, Grafiken, Diagrammen und Kennzahlen von Finanzprodukten. Dabei wählt man die Aktien und Anlageprodukte entsprechend der Preis- und Volumentrends aus. Die technische Aktien-Analyse basiert auf der Annahme, dass sich historische Preistrends im Laufe der Zeit wiederholen. Die geeigneten Vermögenswerte für Swing Trading sind Aktien, ETFs, synthetische Finanzprodukte, Edelmetalle, Währungen und viele weitere.

 

Swing Trading bekommt seine Bezeichnung von dem Auf- und Abschwung (Swing-High – Swing-Low) des Aktienkurses. Viele Aktienkurse haben besondere Punkte, an denen sich die Richtung ändert oder die Kurse stehen bleiben und bewegen sich häufig in einer Schlangenlinie auf und ab. Wenn viele Anleger bei einer psychologisch wichtigen Marke von z.B. 100 Euro ihre Verkaufsoptionen platzieren, tut sich der Kurs schwer diese Marke nach oben hin zu durchbrechen oder bei einer Abwärtsbewegung schießt der Kurs über diese Marke hinaus.

Swing Trading verlässt sich auf ähnliche Indikatoren wie Day Trading und Scalping, unterscheidet sich aber in dem Handlungszeitraum
Swing Trading verlässt sich auf ähnliche Indikatoren wie Day Trading und Scalping, unterscheidet sich aber in dem Handlungszeitraum

Day Trading vs. Swing Trading vs. Scalping

 

Day Trading

Day Trading und Swing Trading unterscheidet sich im Zeitraum, über den die Position gehalten wird. Bei der Daytrading Strategie, wie der Name schon sagt, werden die Positionen vor dem Ende des jeweiligen Handelstags wieder geschlossen. Als Day-Trader riskiert man es nicht von unvorhersehbaren Einflüssen überrascht zu werden, während der Handelsplatz geschlossen ist. Daher kauft und verkauft man an einem Handelstag mehrere Vermögenswerte, um von vergleichsweise kleinen Kurschwankungen zu profitieren.

 

Swing Trading

Wie zuvor erwähnt, bezieht sich Swing Trading hingegen nicht auf einen festen Zeitraum. Je nachdem welche Bewegungen der Kurs vollzieht oder welche Bewegungen durch die technische Analyse vorhergesagt werden, kann ein Swing Trade von wenigen Minuten bis mehrere Wochen dauern. Bei längeren Zeiträumen spricht man im Allgemeinen nicht mehr von Swing Trading.

 

Scalping

Betrachtet man dagegen sehr kurze Zeiträume, spricht man von einer Scalping Strategie. Dabei werden kurzfristige Trends benutzt, um kleine Gewinne aus einer Kursbewegung zu schneiden. Die Vermögenswerte werden nur wenige Minuten bis wenige Sekunden gehalten. Meistens findet der Handel statt, wenn der Kurs sich in Bewegung setzt und das Produkt wird wieder abgestoßen, sobald eine Grenze überschritten wird.

4 beliebte Swing Trading Indikatoren

Für einen erfolgreichen Swing Trade muss man sich mit dem Kurs beschäftigen und eine Analyse durchführen. Dazu werden verschiedene Indikatoren betrachtet, wobei erfolgreiche Swing Trader ihre geheimen Indikatoren selten verraten. Die 4 bekanntesten und beliebtesten Swing Trading Indikatoren sind:

  1. Gleitender Durchschnitt – Einfach und Exponentiell
  2. Trendtrading – ADX, RSI und Stochastischer Oszilator
  3. Muster
  4. Volumen und Ease of Movement

 

1. Gleitender Durchschnitt – Einfach und Exponentiell

Der gleitende Durchschnitt oder (engl. Moving Average - MA) ist der Mittelwert des Kurses über einen bestimmten Zeitraum. Der Kurs sieht dadurch glatter aus und kurzfristige Spitzen werden ausgeblendet. Bildet man den gleitenden Durchschnitt über längere Zeiträume, läuft der MA dem eigentlichen Kurs hinterher. Daher dienen die Durchschnitte eher der Bestätigung von Trends, anstatt der Vorhersage.

 

Die am häufigsten verwendeten Durchschnitte sind 5-50 Tage als kurzfristiger Indikator, 50-100 Tage als mittelfristiger Indikator und 100-200 Tage als langfristiger Indikator. Dazu kann der Durchschnitt entweder als einfacher gleitender Durchschnitt (engl. simple moving average – SMA) oder als exponentieller gleitender Durchschnitt (engl. exponential moving average – EMA) gebildet werden. Dabei werden meistens die Abschlusskurse des jeweiligen Handelstages verwendet.

 

2. Trendtrading – ADX, RSI und Stochastischer Oszilator

Bei dem Trendtrading verwendet man Trendindikatoren für einen erfolgreichen Swing Trade. Eine Kombination aus verschiedene Trendindikatoren eignet sich sehr gut, um verschiedene Zeiträume abzudecken. Der Average Directional Index (ADX) zeigt die Sträke einer aktuellen Kursbewegung an. Der Indikator von Welles Wilder gibt an, wie stark sich ein Trend aktuell ändert, aber nicht, wie stark der Trend gerade ist.

 

  • Eine positive Bewegungsrichtung gibt den Unterschied zwischen dem Hoch eines Kursbalkens und dem Hoch des vorherigen Balkens an – der Trend wird stärker - Kaufsignal.
  • Eine negative Bewegungsrichtung gibt den Unterschied zwischen dem Tief des Kursbalkens und dem Tief des vorherigen Balkens an – der Trend nimmt ab – Verkaufssignal.

 

Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist ebenfalls ein Momentum-Indikator. Der RSI kann die Schwankungen innerhalb eines größeren Trends anzeigen und gibt Hinweise darauf, ob ein Markt überkauft oder überverkauft ist. Die Anzahl der positiven und negativen Abschlüsse über einen Zeitraum von z.B. 14 Tagen gibt an, um die Anzahl an Abschlüsse mit der Sträke der Kursänderung zu vergleichen. Steigt der Kurs also über ein paar Tage stark an und sinkt an anderen Tage vergleichsweise schwach, gibt der RSI einen überkauften Markt an, was ein Verkaufssignal wäre.

 

Der Stockastik Oszillator von George C. Lane zeigt wie die anderen Trendindikatoren an, ob ein Vermögenswert überkauft oder überverkauft wurde. Wie auch bei den Trendvorhersagen, neigt ein überkaufter Markt zu fallenden Kursen, während ein überverkaufter Markt zu steigenden Kursen führen kann – Kaufen, wenn andere übermäßig verkaufen und verkaufen, wenn andere übermäßig kaufen. Weitere Trendindikatoren, bzw. Linien, die den Kurs eingrenzen, um Ausbrüche zu identifizieren sind der Donchian Channel, Bollinger Bänder und Keltner Channel. Das Breakout-Trading bezieht sich darauf, auf die Ausbrüche aus den jeweiligen Bereichen zu wetten.

 

3. Muster

Swing Trader nutzen häufig auch einfache Muster, um den aktuellen Trend zu bestimmen. Dabei werden Linien am oberen und unteren Ende der Extrempunkte des Kurses verbunden, sodass meistens ein Keil oder Dreieck entsteht. Nach einer starken Marktbewegung pendelt sich der Kurs oftmals durch eine periodisches auf und ab ein, bevor dieselbe Bewegung noch einmal stattfindet. Werden zum Beispiel viele Aktien auf einmal gekauft und der Kurs springt dadurch nach oben, springen andere Investoren häufig ab und realisieren ihre Gewinne. Dadurch wird wieder eine kurzzeitige Abwärtsbewegung ausgelöst.

 

4. Volumen und Ease of Movement

Das Volumen, also wie viel von dem Vermögenswert gekauft und verkauft wurde, ist ein wichtiges Instrument für Swing-Trader. Dabei ist das einfachste Prinzip, dass ein Trend mit hohem Volumen stärker als ein Trend mit geringem Volumen bewertet wird. Je mehr Anleger an einer Kursänderung beteiligt sind, desto zuverlässiger ist der Trend.

Der Ease of Movement (EoM) Indikator (deutsch: Leichtigkeit der Bewegung) ist eine beliebte Swing Trading Strategie.

 

Dabei betrachtet man eine Kombination aus Kurs und Volumen, um zu bestimmen, wie der Markt sich verändert hat. Dadurch kann man ablesen, wie viel Handelsvolumen nötig war, um den Kurs zu bewegen. Der EoM von Richard W. Arms, Jr. eignet sich als Indikator für die Stimmung am Markt und wie sicher sich der Markt ist, in welche Richtung der Kurs gehen soll. Ein positiver EoM Wert bedeutet, dass sich der Kurs relativ einfach nach oben bewegen lässt, während ein negativer EoM Wert angibt, dass der Kurs einfacher nach unten geht. Bei kleinen Werten um null bewegt sich der Kurs nur schwierig.

Swing Trading Forex Anwendung als Beispiel mit realen Indikatoren

 

Im Allgemeinen bietet der Devisenhandel das größte Volumen von allen Märkten. Swing-Trading profitiert von einer ausgezeichneten Liquidität und genügend Volatilität, um Kursbewegungen zu erzeugen, die zu Swing Trading Gelegenheiten führen. Außerdem muss die Volatilität über einen relativ kurzen Zeitraum von Tagen und Wochen zu Kursbewegungen führen. Möchte man ernsthaft in das Swing Trading einsteigen, empfiehlt es sich ein Buch von einem professionellen Swing Trader zu holen. Um wirklich in das Thema einzusteigen, kommt man um ein englisches Buch nicht herum, aber es gibt auch gute, deutsche Bücher über das Swing Trading. In diesem Sinne sind die 6 besten Devisenpaare für eine Swing-Trading-Strategie:

 

1. EUR/USD

Als eines der größeren und stabileren Währungspaare bietet EUR/USD nicht genug Volatilität, um für die meisten Daytrader interessant zu sein. Für Swing-Trader besteht jedoch das Potenzial, über eine mehrtägige oder mehrwöchige Position einen Gewinn zu erzielen. Und obwohl die Volatilität nicht ideal ist, eignet sich die hohe Liquidität des EUR/USD-Devisenpaars gut für den Swing-Handel, insbesondere für Anfänger, die nach unkomplizierten Devisenpaaren suchen, mit denen sie sich vertraut machen können.

 

2. NZD/USD

NZD/USD ist als wichtiges Rohstoff-Devisenpaar bekannt und eines der besten Devisenpaare für den Swing-Handel, da seine Kursschwankungen häufig mit den Bewegungen auf dem Rohstoffmarkt korrelieren. Im Fall von NZD/USD ist dieser Markt der Milchmarkt. Neuseeland ist einer der fünf weltweit führenden Exporteure von Milchprodukten, und die Kombination dieses Markteinflusses mit der hohen Liquidität und Volatilität dieses Devisenpaares macht es zu einer großartigen Option für Swing Trader.

 

3. EUR/JPY

Als wichtiges Währungspaar bietet EUR/JPY eine hohe Liquidität, die für Swing Trader interessant ist. Es wird aber auch stark von den allgemeinen Markttrends und -stimmungen beeinflusst. Aktuelle wirtschaftliche Ereignisse in Europa oder Japan können sich direkt auf dieses Währungspaar auswirken und verlässliche technische Indikatoren schaffen, die Swing Trader nutzen können, um Gewinne zu erzielen.

 

4. USD/CAD

Wie NZD/USD wird auch USD/CAD als Rohstoffpaarung betrachtet, da Öl eine große Rolle für das kanadische Bruttoinlandsprodukt spielt und Amerika diesen Rohstoff stark verbraucht. Infolgedessen bewegt sich USD/CAD häufig in Korrelation mit dem Ölmarkt, was die Beurteilung erleichtert, ob es sich um eines der besten Forex-Paare für den Swing-Handel zu einem bestimmten Zeitpunkt handelt.

 

5. AUD/USD

Das dritte und letzte wichtige Rohstoff-Devisenpaar, AUD/USD, wird stark von den Edelmetallen und anderen Exporten, die Australien verlassen, und dem internationalen Markt für diese Rohstoffe beeinflusst. Aufgrund der starken wirtschaftlichen Beziehungen zu China eignet sich die Paarung AUD/USD hervorragend für den Handel mit den Schwankungen auf den asiatischen und amerikanischen Märkten. Diese Paarung bietet auch eine hohe Liquidität, die Swing Trader anzieht, die auf schnelle Gewinne aus sind.

 

6. EUR/CHF

Obwohl EUR/CHF in der Regel eine geringe Volatilität aufweist - was es für kurzfristige Händler wie Scalper und Daytrader unattraktiv macht - bietet es gerade genug Volatilität in Kombination mit hoher Liquidität über längere Zeiträume, um es zu einer attraktiven Option für Swing-Trading-Strategien zu machen. Einer der großen Vorteile des Swing-Trading mit EUR/CHF sind die langen Trendbewegungen des Paares, die es Händlern ermöglichen, technische Indikatoren zu nutzen, um Chancen frühzeitig zu erkennen. Dies gibt Swing-Händlern die Möglichkeit, ihre Gewinne zu maximieren, indem sie eine Position eröffnen und die Kursgewinne oder -verluste während des Großteils dieser langen Bewegung mitnehmen.

Zusammenfassung - Erfolg mit Swing Trading

 

Beim Swing Trading versuchen Anleger/Trader, von kurz- bis mittelfristigen Kursbewegungen eines Wertpapiers zu profitieren. Diese Schwankungen innerhalb eines übergeordneten Trends werden als Swing bezeichnet.

 

Um Swings und die richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu identifizieren, verwenden Trader Indikatoren der technischen Wertpapieranalyse wie die relative Stärke oder gleitende Durchschnitte.  

 

Beim Swing Trading werden die Positionen in der Regel über mehrere Tage oder Wochen gehalten. Damit unterscheidet sich Swing Trading von ähnlichen Strategien der technischen Wertpapieranalyse wie Daytrading oder Scalping, bei denen Positionen nur für sehr kurze Zeit gehalten werden.

 

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Thomas Feldhaus

Thomas Feldhaus

Chefredakteur

Wirtschaftsjournalist mit Faible für Unternehmensverantwortung und Leidenschaft für Radsport.

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