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Fundamentalanalyse - 3 Schritte zur erfolgreichen Aktienanalyse

Autor: Thomas Feldhaus · Zuletzt aktualisiert: 03.04.24

Finanzen Kryptowährungen Börse/Aktien · 14 Min. Lesedauer

 Fundamentalanalyse - 3 Schritte zur erfolgreichen Aktienanalyse - Titelbild

Die Fundamentalanalyse ist eine Methode zur Bewertung von Unternehmen und deren Aktien, die auf der Analyse von Finanzkennzahlen, Wirtschaftsdaten und anderen fundamentalen Faktoren basiert. Ziel ist es, den inneren Wert eines Unternehmens zu bestimmen und zu entscheiden, ob die Aktie des Unternehmens unter- bzw. überbewertet ist, oder zu einem fairen Preis gehandelt wird. Die Fundamentalanalyse ist eine der wichtigsten Methoden für Value-Investoren, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen, da sie ihnen hilft, Unternehmen auf der Grundlage ihrer finanziellen Gesundheit und ihrer Zukunftsaussichten zu bewerten.

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Grundlagen und Definition der Fundamentalanalyse

 

Die Fundamentalanalyse von Wertpapieren, insbesondere von Aktien, hat zum Ziel, deren inneren Wert, auch fairer Wert genannt, zu ermitteln. Dazu werden Finanzdaten des Unternehmens, branchenspezifische Informationen und allgemeine Wirtschaftsprognosen analysiert. Im Zentrum der Analyse stehen aber die Unternehmensdaten wie Umsatz, Gewinn, Cashflow und Bilanz. Sie können Auskunft über den aktuellen Zustand des Unternehmens geben, und bei richtiger Interpretation der Kennzahlen auch einen Ausblick auf die Zukunft geben. Außerdem liefern die Ergebnisse der Fundamentalanalyse die Möglichkeit, mehrere Unternehmen miteinander zu vergleichen. Im Gegensatz zur technischen Analyse, die sich auf die Analyse von Charts und Kursbewegungen konzentriert, betrachtet die Fundamentalanalyse also die tatsächliche Leistung und den Wert des Unternehmens.

 

Die Fundamentalanalyse wird vor allem von Investoren und Anlegern genutzt, die eher langfristig in Unternehmen investieren. Dieses so genannte "Value Investing" versucht, mit Hilfe der Fundamentalanalyse die tatsächliche Leistung, die finanzielle Gesundheit und den zukünftigen Wert eines Unternehmens vorherzusagen. Ein gutes Verständnis der Fundamentalanalyse kann dabei helfen, den Wert einer Aktie im Vergleich zu ihrem aktuellen Kurs zu beurteilen und somit Kauf- oder Verkaufsentscheidungen zu treffen. Sie hilft zu entscheiden, ob eine Aktie unter- oder überbewertet ist oder einen fairen Preis hat. Dabei geht die Fundamentalanalyse von der These aus, dass alle Unternehmen einen inneren Wert besitzen und sich die Börsenkurse langfristig an diesem Wert orientieren. Bei einer unterbewerteten Aktie ist daher tendenziell mit steigenden Kursen zu rechnen, während eine Überbewertung auf fallende Kurse hindeutet.

Was ist der faire Wert einer Aktie?

Mit der Ermittlung des fairen Werts, lässt sich feststellen, ob eine Aktie an der Börse über- oder unterbewertet ist. Dazu gibt es verschiedene Verfahren, mit denen sich ein fairer Preis ungefähr ermitteln lässt. Dazu gehören das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und die Gewinnprojektion.

Benjamin Graham, der Vater der Fundamentalanalyse

 

Es gibt zwei Namen in der internationalen Investorenszene, die fast jeder Anleger kennt. Die Rede ist von der Investorenlegende Warren Buffett und Benjamin Graham, einem der wichtigsten Vordenker der Aktienanalyse. Dessen Lehre wurde von seinem Schüler Buffett erfolgreich in die Praxis umgesetzt und weiterentwickelt. Einem breiteren Publikum wurde der 1894 geborene Benjamin Graham durch sein Buch „The Intelligent Investor“ bekannt, das noch heute als Standardwerk für viele wertorientierte Anleger gilt. 


Graham begann seine Karriere nach dem Studium an der Wall Street, wo er schnell zum Statistiker aufstieg und erste Berührungspunkte mit der Aktienanalyse hatte. Im Laufe der Jahre entwickelte er eine Methode zur systematischen Analyse von Unternehmen, um deren inneren Wert zu ermitteln. Dies war die Geburtsstunde der heute noch weit verbreiteten Fundamentalanalyse, die er zusammen mit David Dodd in dem Buch „Security Analysis“ veröffentlichte. 


Darin beschäftigten sie sich mit den Grundlagen der Fundamentalanalyse, der Ermittlung des Ertragswertes eines Unternehmens und seines inneren Wertes. Das daraus entstandene Konzept ermöglichte eine rationale, nachvollziehbare und vor allem wiederholbare Investitionsentscheidung. Um die bestehende Unsicherheit bei der Ermittlung des Substanzwertes zu reduzieren, empfahl Graham die Berücksichtigung einer Sicherheitsmarge, der sogenannten „Margin of Safety“. Rationale Investoren sollten demnach erst dann kaufen, wenn der Marktpreis deutlich unter dem inneren Wert - fairer Wert plus Sicherheitsmarge - liegt. 

Die fundamental- und die technische Analyse sind zwei grundlegende Ansätze zur Bewertung von Wertpapieren und zur Unterstützung von Investitionsentscheidungen.
Die fundamental- und die technische Analyse sind zwei grundlegende Ansätze zur Bewertung von Wertpapieren und zur Unterstützung von Investitionsentscheidungen.

Fundamentalanalyse vs Technische Analyse

 

Die fundamental- und die technische Analyse sind zwei grundlegende Ansätze zur Bewertung von Wertpapieren und zur Unterstützung von Investitionsentscheidungen. Während die Fundamentalanalyse die wirtschaftlichen, finanziellen und anderen grundlegenden Faktoren eines Unternehmens oder einer Branche analysiert, um den wahren Wert des Wertpapiers zu ermitteln, betrachtet die technische Analyse hauptsächlich den Preis und das Handelsvolumen der Wertpapiere, um Trends und Muster zu identifizieren. Ein großer Unterschied zwischen den beiden Ansätzen besteht darin, dass die technische Analyse historische Preis- und Volumendaten verwendet, um Prognosen über zukünftige Preisentwicklungen zu treffen, während die Fundamentalanalyse sich auf aktuelle und zukünftige Faktoren konzentriert, die den Wert des Wertpapiers beeinflussen könnten. Beide Ansätze haben ihre Vor- und Nachteile und werden von Investoren je nach ihren persönlichen Präferenzen und Anlagezielen eingesetzt.

So funktioniert die Fundamentalanalyse
So funktioniert die Fundamentalanalyse

Die 3 Schritte der Fundamentalanalyse

 

Bei der Fundamentalanalyse werden so genannte Mikro- und Makrofaktoren betrachtet, die in zwei unterschiedlichen Ansätzen berücksichtigt werden. Der Top-Down-Ansatz entspricht einer Makroanalyse und trifft auf Basis globaler Wirtschaftsdaten eine Vorauswahl, die dann durch Branchen- und Unternehmensanalysen verfeinert wird. Dieser Ansatz kommt vor allem bei Länderfonds zum Einsatz, die von der wirtschaftlichen Entwicklung einzelner Regionen profitieren wollen.


Der Bottom-Up-Ansatz geht hingegen vom einzelnen Unternehmen aus und betrachtet in der Mikroanalyse zunächst den Einzelwert und bewertet die Ergebnisse dann im Kontext der Branche und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Dieser Ansatz sieht Wettbewerbsvorteile bei einzelnen Unternehmen und ist der übliche Fall in der Fundamentalanalyse.   

 

Die Fundamentalanalyse lässt sich grob in drei Schritte gliedern: 

 

1.  Die Analyse der Geschäftstätigkeit des Unternehmens: Im ersten Schritt geht es darum, das Unternehmen und seine Branche zu verstehen. Hierbei werden beispielsweise die Marktposition, das Geschäftsmodell und die Wettbewerbssituation des Unternehmens analysiert.

 

2. Die Analyse der Finanzen des Unternehmens: Im zweiten Schritt, der Finanzanalyse, werden die Finanzkennzahlen des Unternehmens wie Umsatz, Gewinn, Cashflow und Bilanzstruktur untersucht. Dabei geht es darum, die finanzielle Stabilität des Unternehmens zu beurteilen und mögliche Risiken aufzudecken.

 

3. Die Bewertung des Unternehmens anhand von Vergleichskennzahlen: Im dritten Schritt werden Vergleichskennzahlen herangezogen, um das Unternehmen mit anderen Unternehmen in der Branche zu vergleichen. Hierbei können beispielsweise Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder das Price-Earnings-to-Growth-Ratio (PEG) genutzt werden.

 

Aufgrund der umfassenden Analyse können Investoren fundierte Entscheidungen treffen und Chancen sowie Risiken eines Investments besser einschätzen. Wenn Sie sich für die Chancen und Risiken eines Immobilien Teilverkaufs interessieren, lesen Sie hier.

Schritt 1: Analyse der Geschäftstätigkeit des Unternehmens

 

Die Analyse der Geschäftstätigkeit des Unternehmens ist der erste Schritt bei der Fundamentalanalyse. Dabei werden Informationen über das Geschäftsmodell, die Produkte oder Dienstleistungen, den Wettbewerb, die Branche sowie die Marktposition des Unternehmens gesammelt und ausgewertet. Hierbei ist es wichtig, die Stärken und Schwächen des Unternehmens sowie mögliche Chancen und Risiken zu identifizieren. Eine gründliche Analyse der Geschäftstätigkeit kann helfen, das zukünftige Wachstumspotenzial des Unternehmens zu beurteilen und den langfristigen Erfolg des Investments vorherzusagen. Um eine fundierte Analyse der Geschäftstätigkeit durchzuführen, können verschiedene Quellen genutzt werden, wie zum Beispiel Unternehmensberichte, Branchenanalysen und Marktstudien.

 

Es ist auch hilfreich, mit Experten aus der Branche oder anderen Investoren zu sprechen, um eine breitere Perspektive auf das Unternehmen und seine Positionierung am Markt zu erhalten. Ein Experte in der Immobilienwirtschaft ist die MAGNA Real Estate AG. MAGNA ist ein Immobilienunternehmen mit dem Schwerpunkt auf der Projektentwicklung von Wohn, Büro- und Sozialimmobilien. Das Team von MAGNA verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Immobiliengeschäft. Die Ergebnisse der Analyse der Geschäftstätigkeit des Unternehmens können als Grundlage für die weiteren Schritte der Fundamentalanalyse dienen, um ein umfassendes Bild der finanziellen Gesundheit und des Potenzials des Unternehmens zu erstellen.

Schritt 2: Analyse der Finanzen des Unternehmens

 

Der zweite Schritt bei der Fundamentalanalyse ist die Analyse der Finanzen des Unternehmens. Hierbei werden die finanziellen Kennzahlen des Unternehmens untersucht, um die finanzielle Stabilität und Gesundheit des Unternehmens zu bewerten. Dazu gehören unter anderem Kennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Gewinnmarge, Eigenkapitalquote und Verschuldungsgrad. Auch die Cashflow- und Liquiditätsanalyse sind wichtige Bestandteile der Analyse der Finanzen. Eine gründliche Analyse der Finanzen des Unternehmens ermöglicht es Investoren, die finanzielle Performance des Unternehmens zu verstehen und seine Fähigkeit zu beurteilen, in Zukunft profitabel zu bleiben und zu wachsen. Die Analyse kann auch dazu beitragen, potenzielle Risiken und Probleme im Zusammenhang mit der finanziellen Situation des Unternehmens zu identifizieren.

 

Es ist wichtig, die Finanzen des Unternehmens im Kontext seiner Branche und des allgemeinen Markttrends zu betrachten. Eine gute finanzielle Performance kann relativ sein, wenn das Unternehmen in einer Branche tätig ist, die allgemein schlecht abschneidet. Ebenso kann ein Unternehmen, das in einer Wachstumsbranche tätig ist, trotz scheinbar schlechter finanzieller Kennzahlen ein vielversprechendes Investment darstellen.  Wie Peter Buhrmann, CEO der Alpha Real Estate Holding GmbH, betont: "Eine gründliche Analyse der Finanzen ist unerlässlich, um die finanzielle Performance des Unternehmens zu verstehen und seine Fähigkeit zu beurteilen, in Zukunft profitabel zu bleiben und zu wachsen." Der Fokus von Alpha Real Estate liegt auf der Privatisierung von Wohnungsbeständen in ganz Deutschland. Dabei deckt Alpha alle Leistungen in den Bereichen Ankauf, Finanzierung, Asset- und Property-Management sowie Sales ab.

Bei der Fundamentalanalyse werden die Aktien eines Unternehmens mit Hilfe von Kennzahlen bewertet, um den fairen Preis des Unternehmens zu ermitteln.
Bei der Fundamentalanalyse werden die Aktien eines Unternehmens mit Hilfe von Kennzahlen bewertet, um den fairen Preis des Unternehmens zu ermitteln.

Schritt 3: Bewertung des Unternehmens anhand von Vergleichskennzahlen

 

Die Bewertung eines Unternehmens anhand von Vergleichskennzahlen ist ein wichtiger Schritt bei der Fundamentalanalyse. Hierbei werden die finanziellen Kennzahlen des Unternehmens mit denen von ähnlichen Unternehmen in derselben Branche verglichen, um festzustellen, ob das Unternehmen unter- oder überbewertet ist. Einige der gebräuchlichsten Vergleichskennzahlen sind das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), die Eigenkapitalrendite (ROE) und die Gewinnmarge. Es ist wichtig, bei der Bewertung eines Unternehmens nicht nur eine Kennzahl zu betrachten, sondern mehrere, um ein umfassendes Bild zu erhalten. Die nachfolgende Übersicht enthält die wichtigsten Vergleichskennzahlen für die Fundamentalanalyse:

 

1. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) - das KGV gibt an, wie viel die Anleger bereit sind zu zahlen, um einen Dollar des Gewinns des Unternehmens zu erhalten. Ein höheres KGV kann darauf hinweisen, dass die Anleger eine höhere Wachstumsrate des Gewinns erwarten.

 

2. Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) - das KGV gibt an, wie viel die Anleger bereit sind zu zahlen, um einen Dollar des Gewinns des Unternehmens zu erhalten. Ein höheres KGV kann darauf hinweisen, dass die Anleger eine höhere Wachstumsrate des Gewinns erwarten.

 

3. Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) - das KCV ist eine weitere Kennzahl mit der sich die Ertragskraft eines Unternehmens bestimmen lässt. Dabei wird die Liquidität in Form des Cashflows genutzt und Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs gesetzt.


4. Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) - das KBV gibt an, wie viel das Unternehmen wert ist im Vergleich zu seinem Buchwert (das Eigenkapital abzüglich aller Verbindlichkeiten). Ein niedrigeres KBV kann darauf hinweisen, dass das Unternehmen unterbewertet ist.

 

5. Price/Earnings to Growth Ratio (PEG) - bei der PEG werden nicht nur die aktuellen Gewinne, sondern das Gewinnwachstum betrachtet. Dazu wird das KGV zu den mittel- bis langfristig zu erwartenden Gewinnen ins Verhältnis gesetzt.


6. Eigenkapitalrendite (ROE) - die ROE gibt an, wie viel Gewinn das Unternehmen pro investiertem Eigenkapital erzielt. Eine höhere ROE kann darauf hinweisen, dass das Unternehmen effizient arbeitet und ein gutes Management hat.

 

7. Gesamtkapitalrendite (GKR) - die GKR ist ein Weg, um die Gesamtrentabilität, also Profitabilität eines Unternehmens zu bewerten. Dafür werden Gewinn und Zinsaufwand ins Verhältnis zum Gesamtkapital gesetzt.

 

8. Gewinnmarge (EBIT) - die Gewinnmarge gibt an, wie viel Prozent des Umsatzes als Gewinn übrig bleiben. Eine höhere Gewinnmarge kann darauf hinweisen, dass das Unternehmen in der Lage ist, seine Kosten effektiv zu kontrollieren und eine starke Position in seiner Branche hat.

 

9. Eigenkapitalquote (EKQ) - Die Eigenkapitalquote wird in Prozent angegeben und ist das Verhältnis von Eigenkapital zu Fremdkapital. Eine hohe Eigenkapitalquote ist Anzeichen für einen niedrigeren Verschuldungsgrad und eine hohe Ausstattung mit Eigenkapital.

 

10. Dividendenrendite (DPS) - Die Dividendenrendite ist eine wichtige Kennzahl für Investoren die sich an einer Dividendenstrategie orientieren. Sie setzt den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zur letzten Dividendenzahlung und wird in Prozent angegeben.


Durch die Berücksichtigung mehrerer Kennzahlen können Investoren eine fundierte Entscheidung darüber treffen, ob das Unternehmen eine attraktive Investitionsmöglichkeit darstellt.

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Interpretation von Kennzahlen für die Fundamentalanalyse

 

Die Interpretation und der Vergleich von Kennzahlen hängt von der Branche, in der das Unternehmen tätig ist, und dem allgemeinen Markttrend ab. Ein niedriges KGV kann beispielsweise darauf hinweisen, dass das Unternehmen unterbewertet ist und eine gute Gelegenheit für Investoren darstellt. Eine hohe Dividendenrendite kann auf ein stabiles Unternehmen hindeuten, das in der Lage ist, seinen Aktionären regelmäßig Dividenden auszuzahlen. Um die Anwendung von Kennzahlen bei der Analyse von Aktien zu veranschaulichen, können praktische Beispiele herangezogen werden. So kann das KGV von Tesla im Jahr 2020 bei über 100 gelegen haben, während das KGV von BASF im gleichen Zeitraum bei etwa 12 lag. Dies zeigt, dass Tesla zu diesem Zeitpunkt von Investoren als sehr zukunftsträchtig eingestuft wurde, während BASF eher als solides, aber nicht besonders wachstumsstarkes Unternehmen galt. Bei der Lufthansa könnte eine niedrige Dividendenrendite darauf hinweisen, dass das Unternehmen aufgrund der COVID-19-Pandemie in finanziellen Schwierigkeiten steckt und daher nicht in der Lage ist, Dividenden auszuschütten.

Tools für die Fundamentalanalyse

 

Für die Durchführung einer Fundamentalanalyse stehen Anlegern eine Vielzahl von Tools zur Verfügung, von kostenlosen Excel-Tabellen bis hin zu kostenpflichtigen Software-Programmen. Kostenlose Tools wie Online-Finanzrechner und Excel-Tabellen sind in der Regel einfach zu bedienen und bieten eine grundlegende Unterstützung bei der Analyse von Finanzkennzahlen. Kostenpflichtige Tools hingegen bieten oft zusätzliche Funktionen wie Datenbankzugriff und benutzerdefinierte Bewertungsmethoden, können jedoch teuer sein. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Tools abzuwägen und das Tool auszuwählen, das am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. Dabei sollten Faktoren wie Kosten, Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit berücksichtigt werden. Einige bekannte Tools für die Fundamentalanalyse sind beispielsweise Thomson Reuters Eikon, Morningstar und Stock Rover.

 Vielfältige Ressourcen zur Fundamentalanalyse

 

Für das Lernen und Vertiefen der Fundamentalanalyse gibt es eine Vielzahl von Ressourcen, sowohl online als auch offline. Es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Quellen wie akademische Artikel und Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen und die Grundlagen sowie fortgeschrittene Konzepte abdecken. Beispiele für solche wissenschaftlichen Quellen sind "Security Analysis" von Benjamin Graham und David Dodd. Auch "A systematic review of fundamental and technical analysis of stock market prediction", von Nti et al. ist ein viel zitiertes Paper, welches einem hilfreiche Erkenntnisse liefern kann. Online-Kurse und -Programme können zu Beginn ebenfalls sehr nützlich sein, um die Analysefähigkeiten zu verbessern. Es gibt auch viele kostenpflichtige Ressourcen wie Datenbanken, die speziell auf die Fundamentalanalyse ausgerichtet sind. Praktische Übungen und Beispiele sind auch hilfreich, um das Gelernte anzuwenden und zu vertiefen. Investoren sollten sich Zeit nehmen, um verschiedene Ressourcen zu erforschen und zu identifizieren, welche am besten zu ihren individuellen Bedürfnissen und Lernstilen passen.

Benjamin Graham Erfinder der Fundamentalanalyse

„In the short run, the market is a voting machine but in the long run, it is a weighing machine.“

Erfinder der Fundamentalanalyse

Benjamin Graham

Unterschiede bei der Fundamentalanalyse von Aktien und Kryptowährungen

 

Die Fundamentalanalyse von Kryptowährungen unterscheidet sich grundlegend von der Analyse von Aktien. Während bei Aktien klassische Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Dividendenrendite und Unternehmensgewinne herangezogen werden, sind bei Kryptowährungen andere Faktoren zu berücksichtigen. Hier spielen beispielsweise die Anzahl der Nodes und Miner sowie das zugrundeliegende Protokoll eine große Rolle. Eine Möglichkeit zur Analyse von Kryptowährungen ist die Betrachtung von  Transaktionsvolumen, Netzwerksicherheit und Marktkapitalisierung. Auch die Adressaktivität sowie die Anzahl der Wallets können Aufschluss über die Popularität einer Kryptowährung geben. Eine weitere Besonderheit von Kryptowährungen ist ihre hohe Volatilität und die Abhängigkeit von Nachrichten und Gerüchten. Entsprechend kann es sinnvoll sein, auch die öffentliche Wahrnehmung und die Berichterstattung über eine Kryptowährung in die Analyse mit einzubeziehen. Für Anfänger ist es in der Regel empfehlenswert, mit der Fundamentalanalyse von Aktien zu beginnen, da diese in der Regel besser verstanden werden und weniger volatil sind als Kryptowährungen. Die Analyse von Aktien ermöglicht es Anfängern, grundlegende Konzepte und Techniken zu erlernen, die dann auf andere Anlageklassen angewendet werden können. Die Fundamentalanalyse von Kryptowährungen erfordert ein tieferes Verständnis der zugrunde liegenden Technologie und eine breitere Perspektive auf den Kryptomarkt.

Was sind Nodes?

Nodes sind Computer, die Teil des Kryptowährungsnetzwerks sind und Informationen über alle Transaktionen und Blöcke in der Blockchain speichern. Diese Nodes arbeiten zusammen, um das dezentrale Netzwerk aufrechtzuerhalten und Transaktionen zu validieren.

 

Was sind Miner?

Miner sind spezielle Nodes, die zusätzlich zur Validierung von Transaktionen neue Blöcke zur Blockchain hinzufügen und dafür eine Belohnung in Form von Kryptowährung erhalten. Miner verwenden ihre Rechenleistung, um komplexe mathematische Probleme zu lösen, die als Proof of Work bezeichnet werden und stellen damit sicher, dass das Netzwerk sicher und stabil bleibt.

Was sind Wallets?

Wallets sind digitale Geldbörsen, die es Nutzern ermöglichen, ihre Kryptowährungen sicher aufzubewahren und zu verwalten. Wallets können entweder Hardware oder Software-basiert sein und haben eine öffentliche Adresse, die zur Überweisung von Kryptowährungen genutzt werden kann. Es gibt auch Wallets, die sich mit Nodes verbinden und so eine dezentrale Speicherung der Kryptowährungen ermöglichen.

Fazit

 

Die Fundamentalanalyse ist eine wichtige Methode zur Bewertung von Aktien, die auf einer Analyse von wirtschaftlichen, finanziellen und anderen grundlegenden Faktoren eines Unternehmens oder einer Anlageklasse basiert. Sie hilft Investoren, fundierte Entscheidungen zu treffen und Risiken zu minimieren. Allerdings erfordert die Fundamentalanalyse ein gewisses Maß an Wissen und Verständnis, um effektiv angewendet zu werden. Es ist wichtig, verschiedene Faktoren zu berücksichtigen und verschiedene Quellen zu konsultieren, um genaue und zuverlässige Informationen zu erhalten. Insgesamt ist die Fundamentalanalyse ein nützliches Instrument für Investoren, um langfristige Investitionsentscheidungen zu treffen, aber es erfordert Zeit, Geduld und ständige Weiterbildung, um erfolgreich zu sein.


Thomas Feldhaus

Thomas Feldhaus

Chefredakteur

Wirtschaftsjournalist mit Faible für Unternehmensverantwortung und Leidenschaft für Radsport.

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