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Der neue Global 100 Report 2025 von Peregrine Communications legt offen, wie tief der Wandel im Asset Management inzwischen auch die Wahrnehmung der Branche erfasst hat. Während BlackRock seine Markenführung zur Meisterdisziplin ausgebaut hat und damit erneut den Spitzenplatz einnimmt, kämpfen viele Wettbewerber mit sinkender Sichtbarkeit, medialer Skepsis und einer gefährlichen Austauschbarkeit ihrer Botschaften. Besonders die Anbieter alternativer Anlagen geraten unter Druck – nicht wegen schlechter Performance, sondern wegen schlechter Kommunikation.
Der Global 100 Report 2025 in Kürze:
Der Global 100 Report von Peregrine Communications ist eine jährlich veröffentlichte Benchmark-Studie, die die Markenstärke und Marketing-Effektivität der weltweit 100 größten Asset Manager anhand ihres verwalteten Vermögens (AUM) untersucht. Im Zentrum stehen quantitative und qualitative Analysen, die zeigen, wie gut diese Firmen in den Bereichen integriertes Marketing, Kommunikation und digitale Sichtbarkeit abschneiden.
BlackRock führt das Ranking der 100 größten unabhängigen Asset Manager zum wiederholten Mal an, gefolgt von Fidelity, Capital Group, T. Rowe Price und Aviva Investors. Laut Peregrine gelingt es diesen Häusern, Konsistenz, Reichweite und Vertrauen zu kombinieren – drei Markentreiber, die in einem Umfeld wachsender Unsicherheit besonders gefragt sind.
Doch die Liste verdeckt eine beunruhigende Entwicklung: Fast die Hälfte der Top-100-Firmen verzeichnet stagnierende oder rückläufige Markenbekanntheit. Die globale »Share of Voice« – also der Anteil an öffentlicher Wahrnehmung – ist in den vergangenen zwei Jahren um rund fünf Prozent gesunken.
Die Markendifferenzierung ist ein Gebot der Unternehmensführung, das direkt mit dem Geschäftswachstum verbunden ist“, sagte Josh Cole, Co-CEO von Peregrine Communications. „Unsere Analyse für 2025 zeigt, dass Unternehmen, die mutig genug sind, sich eine unverwechselbare Position zu sichern, mit überdurchschnittlichen Zuflüssen belohnt werden, während diejenigen, die sich mit dem Status quo zufrieden geben, mit Unsichtbarkeit und Rückgang konfrontiert sind.
Ein zentrales Ergebnis der Studie Global 100 Report 2025 betrifft die Wahrnehmung alternativer Asset-Klassen. 88 Prozent der reinen Private-Markets-Anbieter weisen laut Peregrine ein unterdurchschnittliches Mediensentiment auf, mehr als drei Viertel sogar klar negative Werte.
Große Namen wie Blackstone oder Apollo fungieren laut Report als »Lightning rods« – also als Blitzableiter, die Kritik auf die gesamte Branche ziehen. Medienberichte konzentrieren sich auf Themen wie Gebühren, Transparenz, Governance und politische Verflechtungen. Der Effekt: Auch kleinere Anbieter, die seriös arbeiten, werden mit den Schattenseiten der Branche assoziiert.
Peregrine warnt, dass dieses Reputationsrisiko längst ökonomische Folgen hat. In Zeiten knapperer Fundraising-Budgets und wachsender regulatorischer Aufmerksamkeit könne negative Berichterstattung unmittelbaren Einfluss auf Zuflüsse haben.
➡️ "Private Markets stehen im medialen Scheinwerferlicht – und nicht zum Vorteil der Branche."
Peregrine Communications, Global 100 Report 2025
Das zentrale Argument der Studie: Markenstärke und Mittelzuflüsse hängen messbar zusammen. Peregrine hat dafür den Begriff der Category Authority geprägt – eine Kennzahl, die beschreibt, wie differenziert und glaubwürdig ein Asset Manager seine Kernbotschaften kommuniziert.
Unternehmen mit hoher Messaging-Distinctiveness (Score 8–10) erzielten laut Report im Schnitt Nettozuflüsse von rund 168 Milliarden US-Dollar, deutlich mehr als Häuser mit mittelmäßiger oder schwacher Markenautorität.
Die Erklärung liegt im Informationsverhalten institutioneller wie privater Investoren: Je stärker eine Marke ein erkennbares, eigenständiges Narrativ besitzt, desto wahrscheinlicher bleibt sie im Entscheidungsprozess präsent – selbst bei gleichwertiger Performance.
Die Peregrine-Analyse zeigt einen messbaren Zusammenhang zwischen Markenstärke und Mittelzuflüssen:
| Kategorie | Messaging-Distinctiveness-Score | Ø Nettozuflüsse (in Mrd. USD) |
|---|---|---|
| Hohe Markenautorität | 8–10 | +168,3 |
| Mittlere Markenautorität | 5–7 | +54,2 |
| Niedrige Markenautorität | 1–4 | +17,8 |
➡️ Ergebnis: Firmen mit klarer, differenzierter Botschaft ziehen im Schnitt dreimal höhere Nettozuflüsse an als Marken ohne unterscheidbare Positionierung.
Der Report zeigt zudem eine strukturelle Schwäche vieler Asset Manager im digitalen Raum. 39 Prozent der untersuchten Unternehmen betreiben keine permanente Paid-Search-Strategie, 85 Prozent verzichten auf dauerhaft aktive Paid-Media-Kampagnen.
Damit verspielen sie gerade in einer Phase, in der die Branche stärker auf Retail-Investoren und digitale Reichweite angewiesen ist, wertvolle Sichtbarkeit. Die Folge: Auch gut positionierte Marken verlieren gegen jüngere, aggressiver kommunizierende Wettbewerber.
Eine Besonderheit des Global 100 Report 2025 ist die Einbindung des Analysetools Peregrine Frame, das testet, wie generative KI (etwa Chatbots oder Such-Agenten) Markenbotschaften interpretiert.
Das Ergebnis: Viele Asset Manager verwenden austauschbare Begriffe wie Client-Centricity, Research-Excellence oder Sustainability, die in KI-gestützten Suchergebnissen kaum unterscheidbar bleiben.
In einer zunehmend automatisierten Informationswelt wird also nicht nur kommuniziert, was eine Marke sagt – sondern wie Maschinen diese Botschaften verstehen und weitergeben. Marken, die hier keine klare semantische Eigenständigkeit besitzen, verlieren Sichtbarkeit in digitalen Ökosystemen.
➡️ „Maschinen verstehen keine Zwischentöne. Marken müssen semantisch klar positioniert sein, sonst verschwinden sie aus der algorithmischen Wahrnehmung.“
Peregrine Communications, Global 100 Report 2025
Peregrine formuliert daraus konkrete Handlungsempfehlungen:
Der Global 100 Report 2025 zeigt klar: Markenführung ist keine PR-Kür mehr, sondern ein Wettbewerbsfaktor.
In einem Markt, in dem Produkte und Performance immer ähnlicher werden, entscheidet Kommunikation über Vertrauen – und Vertrauen über Kapitalflüsse. Asset Manager, die ihre Marke nicht aktiv führen, laufen Gefahr, unsichtbar zu werden.
Wer dagegen den Mut hat, Haltung zu zeigen, Themen zu besetzen und seine Narrative konsequent zu steuern, wird in einem zunehmend volatilen Umfeld doppelt profitieren: durch Reputation und durch Rendite.
Thomas Feldhaus
Chefredakteur | Wirtschaftsjournalist
Thomas Feldhaus macht sichtbar, was Wirtschaft antreibt – und was sie verändert. Journalismus trifft Content: präzise, relevant, auf den Punkt.
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