Indexfonds vs. ETFs – Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Autor: Thomas Breithaupt · Zuletzt aktualisiert: 22.05.25
Wirtschaft Finanzen Börse/Aktien · 7 Min. Lesedauer
In Zeiten volatiler Märkte suchen viele Anleger nach kostengünstigen und transparenten Möglichkeiten, ihr Geld breit gestreut anzulegen. Dabei stoßen sie schnell auf zwei Begriffe, die oft synonym verwendet werden, aber nicht identisch sind: Indexfonds und ETFs. Beide verfolgen das Ziel, einen bestimmten Börsenindex nachzubilden – doch es gibt Unterschiede, die vor allem für langfristige Anleger und Sparplan-Nutzer relevant sein können.
Indexfonds vs. ETFs in Kürze:
- Gemeinsame Grundlage: Sowohl Indexfonds als auch ETFs verfolgen eine passive Anlagestrategie, indem sie einen bestimmten Börsenindex nachbilden. Dadurch bieten beide Anlageformen eine breite Diversifikation und vergleichsweise geringe Verwaltungskosten.
- Unterschied in der Handelbarkeit: ETFs (Exchange Traded Funds) werden fortlaufend an Börsen gehandelt und ermöglichen dadurch flexible Käufe und Verkäufe zum aktuellen Marktpreis. Indexfonds hingegen werden über die Fondsgesellschaft zum einmal täglich berechneten Nettoinventarwert (NAV) gehandelt.
- Eignung abhängig vom Anlageziel: Für langfristige Vermögensbildung eignen sich beide Varianten. ETFs sind durch ihre Börsenhandelbarkeit besonders für flexible Anleger attraktiv, während Indexfonds häufig in standardisierten Sparplänen oder Altersvorsorgeprodukten eingesetzt werden.
Nein, aber jeder ETF ist auch ein Indexfonds. Dagegen muss aber nicht jeder Indexfonds auch ein ETF sein.
Gemeinsamkeiten und Unterscheide von ETFs und Indexfonds
Alle Indexfonds und die große Mehrheit der ETFs verfolgen dieselbe Strategie: passive Indexinvestitionen. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Wertentwicklung eines zugrunde liegenden Index passiv nachzubilden, was eine einfache Diversifizierung und nachhaltige langfristige Erträge ermöglicht. Wer sein Geld langfristig anlegen möchte, kann sowohl ETFs als auch Indexfonds wählen. Der Unterschied Indexfonds vs. ETFs ist für langfristige Geldanlagen eher unbedeutend.
Steuern fallen auf die eine oder andere Weise bei allen Kapitalanlagen an. Welche Steuern man bei ETFs zahlen muss, erfahren Sie hier. ETFs zählen zu den Investment Trends von 2025 unter Privatanlegern, da es ein beliebtes und vergleichsweise sicheres Produkt ist, um sein Vermögen anzulegen.
Gemeinsamkeit - Indexfonds vs. ETFs
1. Passive Indexnachbildung
Sowohl ETFs als auch Indexfonds bilden einen Index passiv nach und passen den Warenkorb entsprechend an. Die Zusammensetzung von Indexfonds und ETFs wird als Warenkorb aus Wertpapieren/Aktien bezeichnet. Ein einfaches Beispiel für einen Index ist z.B. die Top 40 im Dax (DAX40). Steigt ein neues Unternehmen in die Top 40, müssen alle Anteile des ehemaligen Top-40 Unternehmens verkauft werden und durch Anteile des neuen Top-40 Unternehmen ersetzt werden.
2. Geringe laufende Kosten
Beide Anlageklassen haben geringe laufende Kosten, da ein Index nur passive nachgebildet wird. Es gibt keinen aktiven Fondsmanager, der eine Gebühr erhält und Entscheidungen trifft. Der nachgebildete Index gibt die Investitionsregeln klar vor und steigert so die Rendite für die Anleger. Die laufenden Kosten von passiven Anlagen liegt durchschnittlich bei 0,35 Prozent (0,2 bis 0,8 %) pro Jahr, während aktive Indexfonds 1,5 Prozent und mehr verlangen.
3. Sondervermögen
ETFs und Indexfonds zählen als Sondervermögen der Depotbank. Das bedeutet, wenn der Anbieter/die Bank insolvent wird, verliert man sein Vermögen nicht. Die Bank hat keinen Anspruch auf ETFs, aktive und passive Indexfonds, sowie Aktien in eurem Depot, wenn diese Pleite geht. Das gilt ebenfalls für den Fall, dass die Fondsgesellschaft, wie z.B. BlackRock oder Vanguard in die Insolvenz geht.
Tipp: Wer neu in die Welt der passiven Geldanlage einsteigt, sollte weniger zwischen ETF und Indexfonds abwägen, sondern auf die Qualität des Index, die Gesamtkostenquote und die eigene Anlagestrategie achten.
In Deutschland ist es sinnvoller in einen ETF zu investieren, da diese im Gegensatz zu Indexfonds einfach an der Börse gehandelt werden können. Die bessere Verfügbarkeit garantiert eine bessere Liquidität und macht einen besseren Preis möglich.
Unterschied - Indexfonds vs. ETFs
1. Nur ETFs werden an der Börse gehandelt
ETFs sind (wie Aktien) zu den regulären Börsenzeiten handelbar, wie der Name schon sagt: Exchange Traded Funds - börsengehandelter Indexfonds.
Indexfonds sind nicht an der Börse gelistet und können über den Fondsanbieter oder ein entsprechendes Depot einmal täglich gekauft oder verkauft werden. Der Preis vom Indexfonds wird einmal täglich, in der Regel nach Börsenschluss, festgelegt.
2. Verfügbarkeit
Da Indexfonds nicht an der Börse gehandelt werden, sind die meisten in Deutschland oder Europa nicht verfügbar. Lediglich institutionelle Anleger haben die Möglichkeit, in Indexfonds zu investieren. Als Privatanleger investiert man daher meistens in ETFs, während man über Rentenversicherungen oder anderen Anbietern in einen Indexfonds investieren könnte.
3. Indexfonds werden überwiegend physisch repliziert – ETFs häufig synthetisch
Indexfonds bilden einen Index fast immer physisch nach, kaufen die Wertpapiere/Aktien also tatsächlich ein, um die Gewichtung vom Index zu erfüllen. ETFs werden häufig synthetisch nachgebildet, indem Tauschgeschäfte (Swaps) mit Banken abgeschlossen werden, um die Rendite zu garantieren.
Die synthetische Nachbildung spart nochmal laufende Kosten ein, haben dafür aber ein etwas höheres Risiko. Das Risiko ist im Allgemeinen aber eher gering und gerade bei synthetischen ETFs auf große Indizes wie der DAX, S&P500 oder MSCI World ist eine synthetische Nachbildung die bessere Wahl, um die laufenden Kosten (TER) zu reduzieren.
4. Liquidität und Volumen - ETFs im Vorteil
Ein Vorteil von ETFs ist ihre hohe Liquidität. Beliebte Produkte wie der iShares Core MSCI World ETF erreichen tägliche sehr hohe Handelsvolumen. Das ermöglicht enge Spreads (Unterschied zwischen An- und Verkaufspreis) und damit effiziente Ausführung. Indexfonds bieten diese Flexibilität nicht – dafür aber oft etwas weniger Volatilität bei der Preisbildung, da sie dem Börsengeschehen nur indirekt ausgesetzt sind.
Der wichtigste Unterschied ist, dass ETFs immer an einer Börse gehandelt werden können, während Indexfonds nicht an der Börse handelbar sein müssen.
➡️ Strategie im Aufwärtstrend: Kaufsignal bei Swing Lows, Verkaufssignal bei Swing Highs
➡️ Strategie im Abwärtstrend: Verkaufssignal bei Swing Highs, Kaufsignal bei Swing Lows
Indexfonds vs. ETFs - Für wen ist was geeignet?
| Anlegerprofil | Besser geeignet |
|---|---|
| Aktiver Anleger | ETF |
| Langfristiger Sparplan | Beide möglich |
| Fokus auf niedrige Kosten | Beide möglich |
| Wenig Börsenerfahrung | Indexfonds |
| Flexibilität und Timing | ETF |
Fazit - Ist ein ETF oder Indexfonds besser?
In Deutschland ist es sinnvoller in einen ETF zu investieren, da ein Indexfonds schwieriger zu handeln ist. Die höhere Verfügbarkeit garantiert einen besseren Preis und mehr Liquidität. Zusätzlich ist man unabhängiger von dem Fondsanbieter und damit verbundenen Gebühren, da ETFs an der Börse gehandelt werden können. Wie viel Geld man monatlich in einen ETF investieren sollte, hängt ganz von den persönlichen Zielen ab.
Dagegen sind Indexfonds in den USA ein beliebtes Anlageprodukt für Privatanleger. Insgesamt sind börsengehandelte Fonds (ETFs) kostengünstiger und effizienter als vergleichbare Indexfonds und sparen bei den laufenden Kosten mehr ein. Die Unterschiede sind eher gering und für den Privatanleger unbedeutend. Die höhere Verfügbarkeit an der Börse macht ETFs deutlich attraktiver.
Thomas Breithaupt
Redakteur
Mit einer Leidenschaft für Technik- und Finanzthemen war der Schritt vom Physikstudium zum Wirtschaftsjournalismus vorprogrammiert. Das analytische Denkvermögen hilft, sachlich zu berichten und neben der Entwicklung von Software eine fundierte Berichterstattung zu erstellen. Zwischen den Recherchen hilft Sport dabei, einen klaren Kopf zu bewahren und hält fit für den Surfurlaub.