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Crowdfunding – Gemeinsam in Immobilien investieren

Autor: Tom Dietrich · Zuletzt aktualisiert: 15.09.24

Immobilien · 8 Min. Lesedauer

Crowdfunding – Gemeinsam in Immobilien investieren - Titelbild

Sie wollen auch mit kleinen Beträgen in Immobilien investieren? Dann ist Crowdfunding die Methode für Sie, die Ihnen dennoch die Investition in Immobilien ermöglicht.

Was ist Crowdfunding?

Beim Crowdfunding unterstützen eine Vielzahl von Menschen ein Projekt finanziell und ermöglichen es so die Umsetzung. Die Initiatoren des Projekts wenden sich hierbei direkt an die Öffentlichkeit, um möglichst viele Unterstützer zu akquirieren. Schlussendlich entscheidet also die „Crowd“, ob ein Projekt finanziert wird und keine professionelle Institution. 

Arten von Crowdfunding

 

Crowdfunding hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt und ist eine beliebte Methode geworden, um Kapital für unterschiedliche Projekte zu schaffen, insbesondere in den Bereichen Technologie, Kunst und Immobilien. 


Es gibt verschiedene Arten von Crowdfunding, die sich in der Struktur und der Art der Rendite unterscheiden:

 

Spendenbasiertes Crowdfunding: Unterstützer geben Geld, ohne eine finanzielle Gegenleistung zu erwarten. Dies wird oft für gemeinnützige Projekte, Sozialprojekte oder kulturelle Projekte genutzt.

Bekannte Plattformen: GoFundMe, Betterplace

 


Belohnungsbasiertes Crowdfunding: Hier erhalten Unterstützer eine nichtfinanzielle Gegenleistung, z.B. ein Produkt oder eine Dienstleistung. Dies ist besonders in der Kreativ- und Technologiebranche verbreitet.

Bekannte Plattformen: Kickstarter, Indiegogo

 


Kreditbasiertes Crowdfunding (Crowdlending): Investoren geben dem Projektentwickler oder Unternehmen einen Kredit und erhalten im Gegenzug Zinsen. Dies ist ein klassischer Bankkredit, wobei viele sich kleine Investoren an einem Kredit beteiligen.

Beispiele: Auxmoney, Mintos

 


Eigenkapitalbasiertes Crowdfunding (Crowdinvesting): Investoren erhalten Anteile am Unternehmen oder Projekt und partizipieren am Gewinn oder Wertzuwachs. Dies ist vor allem bei Startups und Immobilienprojekten beliebt.

Beispiele: Seedmatch, Exporo (für Immobilien)

Immobilienfinanzierung durch Crowdfunding

 

Wer in Immobilien investieren möchte, benötigt normalerweise ein hohes Startkapital sowie eine gute Kreditwürdigkeit bei seiner Bank, um sich selbst den Kauf einer Immobilie zu ermöglichen. Weil für viele Menschen dies nicht möglich ist oder sie lieber einen kleineren Betrag in Immobilien investieren möchten, eignet sich für sie das Crowdfunding in Immobilien.

 

Oftmals werden mehrere Millionen Euro von einer Vielzahl von Investoren eingesammelt, womit ganze Häuserblocks finanziert werden können. Die Investoren erhalten hierbei meist eine feste Rendite, die wie bei einer Kreditvergabe pro Jahr errechnet wird. Doch wie viel Geld lässt sich beim Crowdfunding von Immobilien verdienen?

 


Beim Immobilien-Crowdfunding investieren viele Investitionen gemeinsam in Immobilienprojekte, die zuvor auf speziellen Plattformen veröffentlicht wurden. Die Funktionsweise ist hierbei wie folgt:

 

Projektveröffentlichung: Immobilienentwickler, die Kapital für ein Bau- oder Sanierungsprojekt benötigen, veröffentlichen detaillierte Informationen über das Vorhaben auf einer Plattform. Dazu gehören Projektbeschreibung, finanzielle Rahmendaten, geplante Bauzeit, erwartete Mietrenditen und potenzielle Risiken.

 

Investitionsprozess: Sobald die Investoren das Projekt analysiert haben und sich für eine Investition entscheiden, können sie sich mit kleineren Beträgen beteiligen (meist ab 500 bis 1.000 Euro). Die Investitionen erfolgen in der Regel über ein Nachrangdarlehen, bei dem die Rückzahlung und Zinszahlungen nachrangig zu anderen Gläubigern erfolgt – was das Risiko für die Investoren erhöht.

 

Risikobewertung: Jedes Immobilienprojekt birgt unterschiedliche Risiken, abhängig von Standort, Marktbedingungen, Projektentwickler und Art des Vorhabens (Neubau, Sanierung etc.). Plattformen geben oft eine Risikobewertung und Prognosen über die Marktentwicklung ab.

 

Laufzeiten und Renditen: Die Projekte haben unterschiedliche Laufzeiten, die meist zwischen einem und fünf Jahren liegen. In dieser Zeit erhalten Investoren in der Regel jährliche Zinsen, die zwischen 4 % und 7 % variieren können. Nach Abschluss des Projekts wird das Kapital an die Investoren zurückgezahlt.

 

Exit-Strategien: Die meisten Immobilien-Crowdfunding-Projekte bieten keine kurzfristige Exit-Möglichkeit. Investoren müssen bis zum Ende der Projektlaufzeit warten, um ihr Kapital zurückzuerhalten. In einigen Fällen kann die Plattform Sekundärmärkte anbieten, auf denen Anteile gehandelt werden können, dies ist jedoch noch selten.

Vorteile – Crowdfunding von Immobilien

 

Rendite
Bei Crowdinvestments in Immobilien ist eine relativ hohe Rendite von 5 bis 9 % pro Jahr realistisch. Dieser Zins ist im Gegensatz zu anderen Anlagearten wie dem Tagesgeld ziemlich hoch, birgt aber auch das Risiko eines Totalverlustes.
 
Diversifikation
Da beim Crowdfunding von Immobilien auch schon mit kleinen Investitionssummen investiert werden kann, ermöglicht dies eine Risikostreuung, da somit sehr divers angelegt werden kann.
 
Laufzeiten
Crowdfunding bei Immobilien ist oft nur mit einer kurzen Laufzeit von 1 bis 3 Jahren verbunden. Dadurch lässt sich das Geld schnell wieder umdisponieren und an die neue Marktlage passend investieren.
 
Transparenz
Im Vergleich zu Immobilienfonds wissen sie als Investor genau, in welche Immobilie sie investieren. Sie können selbst die Lage und Sicherheit des Investments genau abschätzen und die Fortschritte ihres Projekts verfolgen.

Nachteile des Crowdfunding

 

Möglichkeit des Totalverlusts


Der größte Nachteil bei Crowdinvestments in Immobilien ist das Risiko des totalen Verlustes des Kapitals. Das kann dadurch entstehen, dass man bei einem solchen Investment meist eine nachrangige Beteiligungsposition hat. Beutetet im Fall, dass die Immobilie nicht zum geplanten Preis verkauft werden kann oder die Baukosten deutlich höher ausfallen als geplant, werden zuerst die Banken und andere institutionelle Investoren ausbezahlt. Man selbst steht an nachrangiger Stelle. Hieraus kann ein Totalverlust der Investition entstehen, falls das nachrangige Darlehen des Crowdfunds dann nicht mehr ausbezahlt werden kann.
 
Feste Vertragslaufzeiten


Außerdem sollte man sich darüber bewusst sein, dass sein investiertes Kapital an die Vertragslaufzeit gebunden ist. Eine vorzeitige Kündigung und damit verbundene Liquidierung ist größtenteils nicht möglich. Nur bei einer Leistungsstörung kann von einem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch gemacht werden.

Beispiel einer Immobilienfinanzierung durch Crowdfunding 

 

Die Engel & Völkers Digital Invest AG bietet beispielsweise eine Onlineplattform für Crowdinvestments im Immobiliensektor an. Wie beim Crowdfunding üblich, investiert hier eine Vielzahl von Menschen gemeinsam in Immobilienprojekte. Bei dem letzten Projekt von Engel & Völkers, bei dem moderne Wohnungen in Leipzig finanziert wurden, war zum Beispiel eine jährliche Rendite von 7,2 % sicher, und das Finanzierungsziel von 2.950.000 Euro wurde zu 100 % erreicht. Die Vertragslaufzeit ging hier über 28 Monate.


Tom Dietrich

Tom Dietrich

Redakteur

Bachelor-Student im Fach Medien und Kommunikation mit besonderer Begeisterung für Finanzthemen. Börseninvestor seit dem 18. Lebensjahr.

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