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Agrar Aktien und Weizen Aktien als Absicherung gegen Inflation

Autor: Thomas Breithaupt · Zuletzt aktualisiert: 20.01.26

Börse/Aktien · 10 Min. Lesedauer

Agrar Aktien und Weizen Aktien als Absicherung gegen Inflation - Titelbild

Agrar Aktien sind für Anleger interessant, da der Preis von Faktoren wie dem Klimawandel, Lieferengpässen, Konflikte und auch der Coronavirus-Pandemie beeinflusst werden. Das Spekulieren mit Lebensmitteln, wie zum Beispiel mit Weizen Aktien, wird von vielen Anlegern als unethisch gesehen, da Nahrung zu den Grundbedürfnissen zählt, ist aus dem gleichen Grund aber eine krisensicherere Anlage als andere globale Fonds.

 

 

Agar Aktien und Weizen Aktien  -das Wichtigste in Kürze 

 

  • Hohe Volatilität durch geopolitische Krisen - Der Weizenpreis erreichte 2022 Höchststände durch den Ukraine-Krieg, sank 2023 leicht und liegt 2025 immer noch rund 40 % über dem Niveau von 2019. Politische Unsicherheiten und Exportrestriktionen prägen weiterhin den Markt.

 

  • Wachsende Nachfrage weltweit - Laut IGC wird der globale Weizenverbrauch bis 2028 um 5,3 % steigen. Haupttreiber sind das Bevölkerungswachstum und steigende Konsumraten in Asien und Afrika.

 

  • Klimarisiken beeinflussen Erträge - Extreme Wetterlagen wie Dürren oder Starkregen beeinträchtigen Ernten weltweit, besonders in Südeuropa, Afrika und Südasien. Der Klimawandel bleibt ein zentraler Preistreiber.

 

  • Weizenaktien als Krisenabsicherung - Aktien aus dem Agrarsektor gelten als robust in Krisenzeiten und bieten einen natürlichen Inflationsschutz. Besonders Unternehmen mit starker Exportorientierung profitieren von Marktverwerfungen.

 

  • Rückgangspotenzial bei Entspannung - Sollte sich die geopolitische Lage beruhigen und die Handelsflüsse normalisieren, könnten die Preise bis 2026 um 15-20 % sinken. Ein nachhaltiger Rückgang setzt jedoch stabile Versorgung und politische Stabilität voraus.
Was sind Agrar Aktien?

Agrar-Aktien sind Wertpapiere von Unternehmen, die direkt oder indirekt in der Landwirtschaft tätig sind – etwa durch den Anbau von Nahrungsmitteln oder die Bereitstellung von Technik, Saatgut, Düngemitteln sowie Lagerung und Transport landwirtschaftlicher Rohstoffe.

Weizen Aktien - Prognosen Entwicklung, Einflussfaktoren und Ausblick

 

Der Weizenpreis erreichte im Zuge der jüngsten globalen Krisen erneut ein Niveau, das zuletzt während der Nahrungsmittelspekulationen im Jahr 2008 beobachtet wurde. Damals stiegen die Investitionen in Weizen-Aktien und breit gestreute Rohstoffindexfonds laut Oxfam von rund 13 Milliarden US-Dollar (2003) auf über 317 Milliarden US-Dollar (2008).

 

Die Folgen dieser Entwicklung waren drastisch: In über 60 Ländern kam es zu Protesten und Versorgungsengpässen. Rund eine Milliarde Menschen waren 2009 laut Schätzungen betroffen. Politische Eingriffe in den Handel mit Agrarrohstoffen sind seitdem regelmäßig Thema internationaler Gremien.

 

Entwicklung 2015 - 2025


Zwischen 2015 und 2020 blieb der Weizenpreis relativ stabil. Erst mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie 2020 kam es durch gestörte Lieferketten zu einem deutlichen Anstieg. Der Preis explodierte jedoch im Frühjahr 2022 mit dem Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs, da beide Länder zusammen für rund 30 % der weltweiten Weizenexporte stehen.

 

Russland allein bedient laut dem USDA Foreign Agricultural Service mittlerweile rund 21 % der globalen Exporte (2024). Die Ukraine liegt trotz Krieg weiterhin unter den Top 10 Exportnationen, hat aber massive Einbußen durch blockierte Handelsrouten.

 

Im Jahr 2023 sanken die Preise kurzfristig, da bessere Ernten in Australien, Argentinien und Nordamerika den Markt stabilisierten. Doch schon im Frühjahr 2024 führten Dürreperioden in Nordafrika und Exportrestriktionen aus Indien zu einer neuen Verteuerung.

 

Aktuell (Stand: Juni 2025) liegt der Weltmarktpreis für Weizen bei rund 280 US-Dollar pro Tonne (Chicago Board of Trade), was zwar unter dem Rekord von 2022 liegt, aber rund 40 % über dem Vorkrisenniveau von 2019.

 

Aktuelle Marktlage und Einflussfaktoren


Geopolitische Unsicherheiten: Der anhaltende Konflikt in Osteuropa und zunehmende Exportbeschränkungen weltweit wirken weiterhin preistreibend.


Klimawandel: Extreme Wetterereignisse (Dürre, Starkregen) beeinträchtigen die Ernten, vor allem in Afrika, Südeuropa und Teilen Südasiens.


Nachfragewachstum: Besonders in Asien und Afrika wächst die Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln weiter.

 

Prognose 2025 - 2030


Der Internationale Getreiderat (IGC) prognostiziert bis 2028 einen Anstieg des globalen Weizenverbrauchs um etwa 5,3 %, was auf Bevölkerungswachstum und veränderte Ernährungsgewohnheiten zurückzuführen ist. Auch die UN FAO bestätigt eine steigende Nachfrage und rechnet bis 2030 mit einem zusätzlichen Bedarf von 40 Mio. Tonnen jährlich.

 

Für Anleger bleibt der Agrarsektor attraktiv – nicht zuletzt als krisenresistente Anlageklasse. Weizen-Aktien, ETFs auf Agrarrohstoffe sowie breit aufgestellte Lebensmittelproduzenten zeigen sich in volatilen Marktphasen als stabilisierendes Element im Portfolio.

 

Sollten sich die geopolitischen Spannungen in Osteuropa abschwächen und Exportflüsse normalisieren, könnten die Preise bis Ende 2026 um 15-20 % zurückgehen. Ein nachhaltiger Rückgang ist jedoch nur bei stabiler globaler Versorgungslage und politischer Entspannung realistisch.

Wer ist die FAO?

Die FAO (Food and Agriculture Organization) ist die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen und stellt mit der FAOSTAT eine zentrale Anlaufstelle für Statistiken zu weltweiten, landwirtschaftlichen Daten bereit.

Agrar-Aktien als Inflationsschutz und Absicherung: Mit Weizen vom Weltbedarf profitieren

 

Essen müssen die Menschen immer. Gerade in einem Umfeld steigender Preise und unsicherer Märkte rücken Agrarrohstoffe wie Weizen wieder verstärkt in den Fokus. Doch wie können Anleger konkret davon profitieren? Neben dem direkten Handel mit Futures oder börsengehandelten Fonds (ETFs) bieten vor allem Aktien von Unternehmen, die entlang der Weizen-Wertschöpfungskette tätig sind, interessante Anlageoptionen.

 

Weizen als Anlageklasse – ein unterschätzter Rohstoff

Weizen zählt zu den bedeutendsten Grundnahrungsmitteln weltweit und wird in großem Umfang für Lebensmittel sowie als Tierfutter genutzt. Als Rohstoff gilt er jedoch nach wie vor als Nischeninvestment – ganz im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen. Dabei bietet ein Engagement in Weizen interessante Eigenschaften: Neben der Möglichkeit zur Diversifikation des Portfolios ist insbesondere der potenzielle Schutz vor Inflation hervorzuheben.

 

Inflationsschutz durch Rohstoffe

In Zeiten hoher Inflation verlieren Bargeldbestände an Kaufkraft. Gleichzeitig steigen die Preise für reale Güter – darunter viele Rohstoffe. Weizen bildet hier keine Ausnahme. Historisch betrachtet konnten Agrarrohstoffe in Phasen monetärer Entwertung stabile bis überdurchschnittliche Renditen erzielen. Ein Investment in Weizen – sei es über Aktien, ETFs oder Futures – kann somit einen Beitrag zur Werterhaltung im Portfolio leisten.

 

Diversifikationseffekt durch geringe Korrelation

Die Preisentwicklung von Weizen ist oft entkoppelt vom Verlauf klassischer Kapitalmärkte. Während Aktienkurse stark auf geldpolitische Entscheidungen oder geopolitische Risiken reagieren, unterliegt der Weizenpreis vor allem agrarwirtschaftlichen Einflussfaktoren wie Wetterbedingungen, globaler Nachfrage und Lagerbeständen. Dies schafft wertvolle Diversifikationseffekte im Portfolio – vor allem in turbulenten Marktphasen.

 

Weizen als globaler Wachstumsmarkt

Mit dem Wachstum der Weltbevölkerung und steigendem Wohlstand in Schwellenländern nimmt der Bedarf an Nahrungs- und Futtermitteln weiter zu. Die Nachfrage nach Weizen wird langfristig steigen – nicht nur für die menschliche Ernährung, sondern auch für die Viehzucht. Gleichzeitig ist die Produktion nicht auf wenige Länder konzentriert, sondern geografisch breit diversifiziert – ein Vorteil gegenüber anderen Rohstoffen wie Kakao oder Lithium, bei denen einzelne Länder dominieren.

 

Risiken im Agrarsektor: Mehr als nur ein konjunkturunabhängiges Investment

Trotz ihrer langfristigen Attraktivität sind Agrarinvestments nicht frei von Risiken. Wetterextreme, Klimaveränderungen und geopolitische Unsicherheiten – wie der Ukrainekrieg – können sich direkt auf Ernteerträge und Rohstoffpreise auswirken. Auch steigende Zinsen belasten kapitalintensive Agrarbetriebe und schmälern deren Bewertung an den Kapitalmärkten. Wer in diesen Sektor investiert, sollte diese externen Einflussfaktoren im Blick behalten und die Streuung seines Portfolios entsprechend anpassen.

 

Anlageform ist nicht gleich Anlageform: Land, Aktien, Rohstoffe

Bei Agrarinvestitionen gilt es, zwischen verschiedenen Zugangswegen zu unterscheiden. Direkte Investitionen in Ackerland gelten als besonders inflationsresistent, setzen jedoch hohe Einstiegssummen und spezifisches Wissen voraus. Agraraktien – etwa von Düngemittelherstellern, Saatgutproduzenten oder Landtechnikfirmen – sind leichter handelbar, unterliegen jedoch den allgemeinen Schwankungen der Börse. Rohstoff-ETFs oder Futures-Kontrakte hingegen bilden die Preisbewegung von Weizen direkter ab, sind jedoch kurzfristig sehr volatil. Eine genaue Auswahl entsprechend der eigenen Risikoneigung ist entscheidend.

 

Inflationsschutz mit Substanz – aber nicht ohne Volatilität

Langfristige Daten zeigen, dass Ackerland und landwirtschaftsnahe Investments auch in Krisenjahren stabile oder sogar positive Renditen erzielen konnten. So legte etwa der Farmland-Index in den USA über Jahrzehnte hinweg im Schnitt um mehr als sechs Prozent pro Jahr zu. In vielen Rezessionsphasen blieben die Werte sogar deutlich im Plus. Gleichzeitig gilt: Gerade Agraraktien und rohstoffbasierte Fonds sind konjunkturabhängig und schwanken teilweise stark. Der inflationsdämpfende Effekt entfaltet sich daher in erster Linie über langfristige, breit gestreute Anlagestrategien.

Agrar Aktien, Fonds und relevante Unternehmen

 

Die Landwirtschaft ist ein lebenserhaltender Wirtschaftszweig, und es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Anleger in Agrar Aktien zu investieren. Wie ein Großteil der Weltwirtschaft wurde auch die Agrarindustrie von der COVID-19-Pandemie in Mitleidenschaft gezogen, hat sich aber eindrucksvoll erholt, da die Rohstoffpreise in mehreren Kategorien in die Höhe geschossen sind und der Krieg in der Ukraine das Angebot an Produkten wie Weizen und Düngemitteln weiter verknappt hat. Viele Anleger wünschen sich krisensichere Geldanlagen in so einer Situation.


Eine Reihe von börsengehandelten Landwirtschaftsfonds, wie der iShares MSCI Agriculture Producers ETF (VEGI), wurden in der Nähe von Allzeithochs gehandelt, obwohl die Preise für Rohstoffe wie Mais, Sojabohnen und Weizen im Juli aufgrund von Rezessionsängsten und sinkenden Ölpreisen nachgaben. Auch der stärkere Dollar hat Agrarrohstoffe wie Düngemittel belastet. Da die Preise für Agrarrohstoffe weltweit in Dollar angegeben werden, verteuert ein starker Dollar die Preise in anderen Währungen, was zu einem Preisrückgang führt.


Das Agrargeschäft ist ein großes Geschäft und berührt eine breite Palette von Branchen. Die für den Betrieb erforderliche Größe hat dazu geführt, dass sich die Marktmacht auf eine Handvoll Titanen konzentriert. Diese 8 Agrar Aktiengesellschaften - viele mit gesunden Gewinnen, Cashflows und Dividenden - bieten Anlegern hervorragende Möglichkeiten im Agrarsektor:

  • Archer-Daniels-Midland $44,6 Mrd. 1,88% Proteine auf Pflanzenbasis, Verarbeitung, industrielle Biotechnologie
  • ScottsMiracle-Gro $4,43 Mrd. 4,41% Düngemittel, Rasenpflege, Hydrokulturen
  • Corteva, Inc $43,3 Mrd. 0,96% Pestizide, biologische Produkte, digitale Landwirtschaft
  • Nutrien $55,6 Milliarden 2,32% Düngemittel, digitale Landwirtschaft, Einzelhandel
  • Tyson Foods $21,7 Mrd. 3,01% Fleischproduktion, pflanzliche Proteine
  • John Deere $121,7 Mrd. 1,1% Geräten für die Land-, Bau- und Forstwirtschaft
  • AGCO (Fendt) $10 Mrd. 4,1% Geräten für die Land-, Bau- und Forstwirtschaft
  • Bayer $60,9 Mrd. 3,46% Pestizide, biologische Produkte, digitale Landwirtschaft

Agrar Aktien in Deutschland

 

Deutschland, das Land des technischen Erfindungsreichtums und der Industrie, ist gleichzeitig immer auch ein Land mit einer starken Landwirtschaft geblieben. Dem Statistischen Bundesamt nach ist Weizen das am meisten angebaute Kulturgut und bietet viele Möglichkeiten für Agrar Aktien. Trotz einer hohen Bevölkerungsdichte in Deutschland, wird ungefähr die Hälfte der Fläche für Landwirtschaft verwendet, wovon wiederum 70 % Ackerland, 29 % Grünfläche für Tiere und 1 % Dauerkulturen für Obst und Beeren sind.

 

Von dem Ackerland wird wiederum die Hälfte für Getreide verwendet, z.B. Winterweizen und Gerste. Im internationalen Vergleich spricht man meistens einfach nur von Weizen. Nach Futtermais wird in Deutschland besonders Raps angebaut, alles Weitere wie Kartoffeln, Rüben usw. macht einen vergleichbaren kleinen Anteil aus.

 


Rund eine Million Menschen produzieren in ca. 270.000 landwirtschaftlichen Betrieben Waren im Wert von rund 50 Milliarden Euro pro Jahr. Die Landwirte versorgen uns mit hochwertigen Lebensmitteln. Sie leisten auch einen wachsenden Beitrag zur Energie- und Rohstoffversorgung in den letzten Jahren, durch Biogasanlagen und Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Flächen.

 

Ein neues Konzept stellt dabei die Agri-Photovoltaik dar, welches die landwirtschaftliche Nutzung und Stromerzeugung durch Photovoltaikanlagen auf der gleichen Fläche kombiniert.

 

Der deutsche, börsennotierter Chemie- und Pharmakonzern Bayer mit Sitz in Leverkusen zählt zu den größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland gehören:

  • Bayer $60,9 Mrd. 3,46% Pestizide, biologische Produkte, digitale Landwirtschaft
  • KWS Saat SE €2,1 Mrd. 1,25% Biotechnologie, Saatgut, digitale Landwirtschaft
  • K+S €4,1 Mrd. 0,93% Bergbau, Salz, Dünger

Vertical Indoor Farming durch Unternehmen wie MABEWO


Die technische Entwicklung wird sich in Zukunft weiter fortsetzten, sodass immer bessere und smartere Maschinen zum Einsatz kommen. Schon heute werden Computersysteme und künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft sowohl auf den Feldern, als auch in Indoor Farmen für eine ertragreichere Ernte eingesetzt. Indoor Farmen benötigen Energie, um das Sonnenlicht zu ersetzten.

 

Eine nachhaltige Lösung ist die direkte Verwendung von grüner Energie, wie es in der Vision von MABEWO bereits stattfindet. Die Gründer einer vielversprechenden Lösung für die Zukunft haben die kommenden Probleme bereits identifiziert:

 

Die Grundversorgung mit Lebensmitteln gehört bei weitem nicht für alle zur Selbstverständlichkeit. Klimawandel, Trockenheit oder Überschwemmungen führen zu lokalen Ernteeinbussen. Vor allem Mangel an Wasser und geeigneten Ackerflächen sind limitierende Faktoren für eine ausreichende Grundversorgung.


Das Konzept für Indoor Farming lässt sich besonders leicht auf Pflanzen mit großen grünen Blätter anwenden, wie z.B. Salat, und einige Gewürze wie Basilikum. Die Erntezeiten lassen sich erheblich verkürzen und eine vollständige Automatisierung durch Roboter kann in Zukunft das perfekt gereifte Gemüse, Obst und Weizen zu jeder Jahreszeit liefern.

 

Damit ist die Entwicklung von Agrar Aktien für 2025 und später gesichert. Die Technik entwickelt sich dank mutigen Unternehmen wie MABEWO in diese Richtung, sodass die Indoor Ernte konkurrenzfähig zu den alten Konzepten wird. Dazu eröffnet die künstliche Laborumgebung neue Möglichkeiten, da einige Pflanzen 24h am Tag wachsen können, dazu zählt auch Weizen. Zusätzlich kann der CO₂-Gehalt erhöht werden und die optimale Menge an Wasser und Nährstoffen zugeführt werden. Die einzigen Knackpunkte sind die Technik und die Kosten.

Der mobile Solar-Dome der Schweizer MABEWO AG lässt sich zum Beispiel als Gewächshaus (Green-Dome) oder Wohnhaus (Tiny House) einsetzen © MABEWO AG
Der mobile Solar-Dome der Schweizer MABEWO AG lässt sich zum Beispiel als Gewächshaus (Green-Dome) oder Wohnhaus (Tiny House) einsetzen © MABEWO AG

Technische Universität München forscht an Lösung für Indoor Weizen


Professor Senthold Asseng von der TUM (Technische Universität München) School of Life Sciences forscht an einer wirtschaftlichen Lösung für den Anbau von Weizen in vertikalen Indoor Farmen. Deutschland und auch die USA haben in den letzten Jahren in immer mehr Regionen mit einem sinkendem Grundwasserspiegel zu kämpfen.

 

Dazu kommt eine Jahrzehnte lange Verschmutzung des Grundwassers durch Düngemittel und Pestiziden. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die Politik entsprechende Maßnahmen festlegt und größere Agrar Aktiengesellschaften diesen Trend folgen. Sobald eines der neuen Konzepte wirtschaftlich wird, ändert sich die Landwirtschaft ganz automatisch.


„Der Ackerbau produziert nicht genug und auch nicht umweltfreundlich genug. So können wir nicht weitermachen.“

 

Ein weiteres Problem ist die Verschmutzung des Grundwassers und der Gewässer, die bei der Pflanzenproduktion im Feld durch die Verwendung von Pestiziden, Herbiziden und Dünger entsteht. Da Weizen den Großteil der Ackerfläche belegt, ist eine nachhaltige Lösung für den Anbau erforderlich.

 

Verlässlich ist der Indoor-Anbau auch, sagt Professor Asseng. „Es gibt keinen Hagel und keinen Hitzestress. Keinen Regen, der alles überschwemmt, und keinen Sturm, der die Felder verwüstet.“ Unter Dach sind 6.000 Mal höhere Erträge als im Feld möglich, da die Felder vertikal gestapelt werden können. So ein System lässt sich ohne Probleme auf die lokale Nachfrage skalieren und der gesamte Jahresbedarf wäre gedeckt.

 

Nach aktuellen technischen Stand ist so ein System aber nicht umsetzbar und sehr unwirtschaftlich. Die benötigte Fläche für Solarzellen müsste eine ähnliche Fläche wie das Feld selbst einnehmen und ein Laib Brot kostet nach einer Schätzung 345 Euro. Andere Konzepte sind bereits wirtschaftlich erfolgreicher, Japaner züchten Erdbeeren in Dubai, Luxusrestaurants züchten exotische Gewürze vor Ort, Indoor Salatköpfe kosten weniger als 1 $ und sogar IKEA bietet mit Infarm eine Indoor Lösung an.

Agrar Aktien ETF

 

Die wichtigsten Agrar Aktien ETFs sind im vergangenen Jahr um bis zu 27 % gestiegen, also deutlich mehr als die Inflation bisher. Der Teucrium Soybean Fonds, der Teucrium Corn Fonds und der Teucrium Wheat Fonds besitzen Rohstoff-Futures-Kontrakte und haben sich in den letzten 12 Monaten besser entwickelt als der S&P 500 Index.

 

Invesco DB Fund

 

Der Invesco DB Fund (A2JMS5) ist ein breit gefächerter Landwirtschaft ETF, der auf die künftige Entwicklung der meisten Agrarrohstoffe spekuliert. Er handelt mit Terminkontrakten auf Zucker, Kaffee, Sojabohnen, Weizen und Tierbestand, die zu seinen fünf wichtigsten Positionen zählen.

 

Der Fonds wurde 2007 aufgelegt, und langfristig war seine Wertentwicklung insgesamt flach. In den letzten Jahren hat er jedoch wesentlich bessere Ergebnisse erzielt, insbesondere nach der Pandemie, als die Rohstoffpreise auf breiter Front gestiegen sind. Dieser börsengehandelte Fonds übertrifft die meisten anderen Agrarfonds in Bezug auf die von ihm gehaltenen Vermögenswerte, es ist jedoch zu beachten, dass er seine Bestände nur einmal pro Jahr neu ausrichtet (aktualisiert).

 

Teucrium Funds

 

Die Teucrium Funds eignen sich am besten zur Vorhersage kurzfristiger Preisveränderungen bei den einzelnen Getreidesorten. Im Gegensatz dazu werden ETFs von den Anlegern in der Regel als langfristige Fonds betrachtet, die man einrichtet und wieder vergisst. Die einzelnen Fonds umfassen Mais, Weizen, Zucker, Sojabohnen und der Teucrium Agricultural Fund umfasst alle 4 Sorten zusammen.

 

Teucrium Soybean Fund

 

Der börsengehandelte Teucrium Soybean Fund ist im letzten Jahr um ca. 27 % im gestiegen und ist als Rohstoffpool strukturiert. Ein Anlageinstrument, das die Vermögenswerte der Anleger bündelt, um in Futures zu investieren. Die einzigen Bestände des Agrar Fonds sind Terminkontrakte auf Sojabohnen, die für Futtermittel, Öle, Holzersatzstoffe, Schaumstoff, Tinte und Buntstifte verwendet werden. Man investiert als in Sojabohnen.

 

Teucrium Agricultural Fund

 

Dieser Landwirtschaft ETF ist die fünfte Teucrium-Option, die alle vier oben genannten Rohstoffe umfasst. Wie jeder breit angelegte Agrar-ETF ist er eine hervorragende Möglichkeit, Ihr Portfolio zu diversifizieren und nicht nur in Aktien oder eine einzige Art von Vermögenswerten zu investieren. 25 % seines Vermögens entfallen auf jeden der vier Rohstoffe, und der Preis der Anteile spiegelt den Durchschnitt der 3-Monats-Future-Preise für jeden Rohstoff wider.

 

iShares MSCI Global Agriculture Producers ETF

 

Dieser iShares-Fonds (VEGI) unterscheidet sich ein wenig von den üblichen Landwirtschaft ETFs, da er Aktien von Unternehmen besitzt, anstatt auf den Preis von Rohstoffen selbst zu spekulieren. Alle diese Unternehmen sind in der Landwirtschaft tätig, sodass er eine stabilere Alternative zur kurzfristigen Volatilität der Rohstoffpreise bietet.

 

Die größte Beteiligung ist John Deere, ein Hersteller von schweren Maschinen, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden und 20 % des Portfolios des Landwirtschaft ETFs ausmachen. Zu den weiteren Beteiligungen gehören Unternehmen, die Düngemittel herstellen oder selbst mit Rohstoffen handeln.

 

In den letzten Jahren hat der Landwirtschaft ETF eine Rendite von etwas mehr als 10 % erwirtschaftet, wobei auch hier ein großer Teil davon seit der Pandemie erzielt wurde. Selbst wenn die Rohstoffpreise wieder fallen sollten, ist der Fonds zweifellos eine der zuverlässigsten Möglichkeiten, weltweit in die Agrarindustrie zu investieren.

Weizen Aktie Prognose

 

Der Weizenpreis war in der aktuellen Krise so hoch wie z.B. im Jahr 2008, als weltweit zunehmend mit Lebensmitteln spekuliert wurde. Die Investitionen in Weizen Aktien und gesammelten Rohstoffindexfonds stiegen in den Jahren 2003 bis 2008 von 13 Mrd. US-Dollar auf 317 Mrd. US-Dollar, nach einem Bericht von Oxfam. Das Spekulieren mit Lebensmitteln und Weizen Aktien hat in 61 Ländern zu Protesten und Nahrungsknappheit geführt und soll 2009 ca. 1 Milliarde Menschen betroffen haben. Daher sind politische Maßnahmen, um Spekulationen mit Lebensmitteln einzudämmen, in Zukunft durchaus denkbar.

 

Der Weizenpreis war von 2015 bis ca. 2020 stabil und hat sich kaum verändert. Mit Beginn der Corona-Pandemie und den damit absehbaren Lieferproblemen sind Weizen Aktien wieder spürbar gestiegen, bis im April 2022 mit dem Krieg zwischen Ukraine und Russland der Preis in die Höhe geschossen ist. Sollte der Konflikt sich weiter aufheizen, könnten Agrar Aktien in 2023 einen neuen Rekord erreichen. Russland ist zwar nicht der größte Produzent von Weizen, dafür exportierte Russland soviel Weizen wie kein anderes Land, während die Ukraine auf Platz 5 beim Weizen-Export ist. Der amerikanischen USDA Foreign Agricultural Service zufolge, hat Russland 20 % der weltweiten Weizen-Importe bedient. Während Deutschland sich selbst mit Weizen versorgen kann und zusätzlich exportiert, sind Länder wie die Türkei, Libanon und afrikanische Länder auf die Exporte der Ukraine und Russland angewiesen.

 

Die Prognose von Weizen Aktien vom Internationalen Getreiderat (IGC) sagt einen Anstieg des Verbrauchs von 5,3 % im Prognosezeitraum 2023-2028 voraus. Weizen Aktien sollten sich unabhängig von Krisen als ähnlich entwickeln. Sollten die Weizen Aktien in 2023 auf das Niveau von vor Corona fallen, werden die Preise um ca. 20 % fallen. Allgemein stellen Weizen Aktien und Lebensmittel Aktien ein robustes Mittel zur Absicherung gegen Krisen dar.


Thomas Breithaupt

Thomas Breithaupt

Redakteur

Mit einer Leidenschaft für Technik- und Finanzthemen war der Schritt vom Physikstudium zum Wirtschaftsjournalismus vorprogrammiert. Das analytische Denkvermögen hilft, sachlich zu berichten und neben der Entwicklung von Software eine fundierte Berichterstattung zu erstellen. Zwischen den Recherchen hilft Sport dabei, einen klaren Kopf zu bewahren und hält fit für den Surfurlaub.

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