Inhaltsverzeichnis

Prognose für die Bauwirtschaft 2025 bis 2030

Autor: Heino Zießnitz · Zuletzt aktualisiert: 02.02.24

Wirtschaft Immobilien · 11 Min. Lesedauer

Prognose für die Bauwirtschaft 2025 bis 2030  - Titelbild

Bis 2024 im Krisenmodus: Baubranche steht vor harten Zeiten, doch 2025 kommt die Wende!

 

Die aktuelle Situation im Wohnungsbau in Deutschland ist derzeit äußerst angespannt, flankiert von zahlreichen Insolvenzen von Immobilienentwicklern und Bauunternehmen. Auch einigen großen Playern der Branche blieb der Gang zum Insolvenzgericht nicht erspart. Viele dieser Unternehmen versuchen ihre Insolvenz in Eigenregie zu stemmen, aber einige Immobilienentwickler sehen keine Zukunft mehr. Ihnen ging wegen des Zinsanstieges einfach das Geld aus, welches sie für die Tilgung laufender Kredite benötigten.

 

Nach einem signifikanten Anstieg der Baukosten im Jahr 2022 und einer leichten Abmilderung Mitte 2023 erwarten Marktbeobachter, dass sich die Preise bis 2024 an die Inflationsrate anpassen werden, aber auf keinen Fall weiter sinken. Experten prognostizieren für das Jahr 2023 einen Rückgang des preisbereinigten Bauvolumens um etwa 7 %, was immer noch unter dem Niveau von 2020 liegt.

 

Die Bauexperten äußern deutliche Bedenken für die Zukunft des Wohnungsbaus der nächsten Jahre. Sie sehen jedoch das Ende des Tiefs in Sicht, jedoch nicht 2023 und 2024. Trotz der momentanen Herausforderungen - erhöhte Kreditzinsen, sowie hohe Material- und Personalkosten, die Bauherren und Immobilienentwickler belasten - gibt es zumindest erste Anzeichen einer Entspannung. Dennoch besteht Grund zur Hoffnung auf eine Erholung und stabilere Zeiten in der Bauwirtschaft ab 2025.

Preisanstieg im Baugewerbe 2023 nach Fachbereichen

 

Die Baupreise sind von 2021 auf 2022 auf 16 bis 20% angestiegen (je nach Gewerk). Vergleicht man die Baukosten in Deutschland der Jahre 2022 und 2023, lässt sich ein weiterer Anstieg der Kosten von 10% feststellen. Diese Preise werden sich künftig an die aktuelle Inflationsrate anpassen, aber ein Rückgang der Baupreise in Deutschland wird es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben. Schon mit geringen Beiträgen in lukrative Immobilien investieren. Hier geht es direkt zu den aktuellen Angeboten.

 

Seit 2022 steigen die Baupreise stetig und es ist kein Ende in Sicht. Die Gründe dafür sind teilweise den momentanen geopolitischen Umständen geschuldet, einige Ursachen lassen sich aber auch in der Fiskalpolitik der derzeitigen Ampelregierung finden. Der Markt reagierte aber auf diese Preisspirale relativ schnell. Die Nachfrage nach Bauleistungen ließ mit zunehmenden Baukosten prozentual nach. Dazu kam noch der rasante Anstieg der Zinsen, was auch viele Bauwillige von ihren Vorhaben zunächst abhielt. Viele vertraglich zugesicherte Projekte wurden kurzfristig gecancelt oder verschlankt.

 

Vergleicht man die Preisentwicklung in Deutschland im Zeitraum von August 2022 bis August 2023 ergibt sich folgendes Bild:

 

Rohbau

 

Mauerarbeiten: Steigerung um 13 %

Betonarbeiten: Anstieg um 15 %

Dacharbeiten: Steigerung um 17 %

Erdarbeiten: Erhöhung um 15 %

Zimmermannsarbeiten: Anwachsen um 3%

 

Ausbau

 

Tischlerarbeiten: Steigerung um 17 %

Heizungs- und Wasserinstallation: Anstieg um 18 %

Elektrikerarbeiten: Steigerung um 15 %

Dämmarbeiten: Erhöhung um 17 %

 

 

Für das Jahr 2024 erwarten Bauwissenschaftler ein stagnierendes Bauvolumen. Eine positive Entwicklung wird ab 2025 erwartet, verbunden mit einem prognostizierten Anstieg der Umsätze in der Baubranche um 1,9 %. In der näheren Zukunft wird ein zunehmender Bedarf an energetischen Sanierungen bestehender Gebäude erwartet. Insbesondere der Austausch von Heizungssystemen und Maßnahmen zur energetischen Sanierung, wie Dämmarbeiten, könnten 2025 zu einem weiteren Wachstum der Umsätze in der Baubranche beitragen. Abzuwarten bleibt, welche Signale die Bundesregierung künftig für die Baubranche setzt.

Krise im Wohnungsbau - jetzt muss die Ampel reagieren

 

Die momentane Situation des Wohnungsbaus in Deutschland offenbart sich als desaströs. Doch was waren die Ursachen für diese Entwicklung? War es der Überfall der Russlands in die Ukraine? Ist die EZB der Bösewicht? Oder hat die Ampelkoalition die Baubranche in dieser wirtschaftlich schweren Zeit einfach nicht ausreichend unterstützt?

 

Es ist sicher von jedem etwas, was die Situation der Baubranche verschlechtert hat. Einige Dinge konnten wir nicht beeinflussen, aber die gegenwärtigen Politiker der Ampel-Koalition sind offensichtlich mit anderen Themen beschäftigt. Die Bundesregierung muss sich viele Versäumnisse bei der Förderung (besser Nicht-Förderung) der Baubranche in der Krise anrechnen lassen. 

 

Zusammengefasst sieht es 2023 in Deutschland so aus:

 

Verfehlte Wohnungsbauziele: Die Bundesregierung hatte sich zum Ziel gesetzt, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu bauen. Dieses Ziel wurde 2022 deutlich verfehlt, da nur 295.000 Wohnungen fertiggestellt wurden. Für die nächsten Jahre werden noch wesentlcih niedrigere Zahlen erwartet.

 

Finanzielle Aspekte und staatliche Unterstützung: Es wird erwartet, dass sich die Baukosten und Kreditzinsen mittelfristig wieder normalisieren, allerdings nicht auf Vorkrisenniveau. Sollte dies nicht eintreffen, wird diskutiert, ob die Politik mit Maßnahmen, wie neue Abschreibungsmöglichkeiten oder Förderprogramme, eingreifen sollte.

 

Neues KfW-Programm: Am 1. Juni 2023 wurde ein neues Programm eingeführt, das jungen Familien den Bau eines Eigenheims erleichtern soll. Dieses Programm wird von Fachleuten jedoch als völlig unzureichend betrachtet, um das grundlegende Problem des Wohnungsbaus in Deutschland zu lösen.

 

Wohnungsgipfel und Ergebnisse: Beim Wohnungsgipfel am 25. September 2023 wurde ein 14-Punkte-Plan vorgestellt, der jedoch von den meisten Teilnehmern des Gipfels im Nachgang als mangelhaft kritisiert wurde, da er keine wesentliche Unterstützung für den sozialen Wohnungsbau darstellt. Zwei wichtige Vertreter der Branche blieben dem Gipfel gleich fern, da sie keine Erwartungen an den Ausgang der Beratungen hatten. Die einzig interessante Entscheidung, die der Wirtschaftsminister Robert Habeck bei diesem Gipfel verkündet hat war, dass der EH-40-Standard eventuell gelockert werden soll.

 

Reaktionen der Industrie und Bauwirtschaft: Die Industriegewerkschaft sowie Verbände und Vertreter der Bauwirtschaft sehen den Gipfel als gescheitert an. Die Ergebnisse erfüllen nicht die Erwartungen, die Ampel-Koalition bleibt in vielen Aspekten Antworten schuldig.

 

Insgesamt spiegelt dies die Herausforderungen wider, mit denen die noch amtierende Bundesregierung konfrontiert ist, um den Wohnungsbau in Deutschland effektiv zu fördern und zu unterstützen.

NEON EQUITY AG
NEON EQUITY AG
Thomas Olek Aufsichtsratsvorsitzender der publity AG, CEO der NEON Equity AG

Thomas Olek (Aufsichtsratsvorsitzender der publity AG, CEO der NEON Equity AG, Funder und Großinvestor)zur aktuellen Situation der Bauwirtschaft in Deutschland: "Die Bauindustrie steht auf der Kippe, Freunde! Die einstige Säule der deutschen Wirtschaft, die stolze 10 Prozent unserer Wirtschaftsleistung beisteuert, kränkelt. Wir reden von einer Branche, die unser Bruttoinlandsprodukt mit sechs Prozent speist! Aber was sehen wir jetzt? Chaos und Verlust! Diese geopolitischen und innenpolitischen Wirbelwinde – sie reißen unsere Baufirmen in einen Abgrund. Profitieren? Vergiss es! Es geht ums nackte Überleben! Überall hören wir von Firmenpleiten, vom Zusammenbruch mutiger Immobilienentwickler und Bauträger. Warum? Weil die letzten zwei Jahre wie ein Tornado über die Bauwirtschaft gefegt sind, Inflation und Misere hinterlassen haben. Und die Ampelkoalition? Große Worte und leere Versprechungen! Während die Bauträger vor ihren Augen wegsterben, schaut die Politik weg. Bauträger brauchen keine Almosen von der Ampelregierung, keine Subventionen! Sie brauchen Anreize für Investitionen. Sicherheiten, dass sich Investitionen auch noch morgen lohnen. Sie wollen einfach auf die Versprechen der Regierung vertrauen können. Ich will es klar sagen: Der Immobilienmarkt ist auf Kollisionskurs – und zwar mit Vollgas! Die Büro- und Gewerbeimmobilien steuern direkt auf eine Mauer zu. Und das ist nur der Anfang. Was wir bis jetzt an Pleiten sehen, ist nur das Vorgeplänkel zu einer Krise, die uns noch richtig treffen wird. Bei Wohnimmobilien sieht es vielleicht nicht ganz so düster aus, aber: Die nächsten zwei Jahre bringen eine Welle von Insolvenzen. Viele Entwickler müssen ihre Finanzierungen neu verhandeln – das wird alles andere als ein Spaziergang. Und unsere Bundesregierung? Rettet sie die Großen und lässt die Bauwirtschaft im Regen stehen? Ich habe da so eine Ahnung wie es weitergeht, aber das behalte lieber noch eine Weile für mich. Wacht auf, bevor es zu spät ist!"

Aufsichtsratsvorsitzender der publity AG, CEO der NEON Equity AG

Thomas Olek

Koalitionsvertrag der Ampel-Koalition vom 24.11.2021


Die Ampelkoalition legte am 24.11.2021 ihren ambitionierten Koalitionsvertrag vor, in dem das Thema Wohnungsbau eine maßgebliche Rolle spielen sollte. Zahlreiche interne  und externe Probleme verhinderten jedoch, dass die hochgesteckten Ziele der Regierung wie geplant umgesetzt wurden.

 

Die Frage ist: Wie geht es weiter mit dem Wohnungsbau in Deutschland? Wird es der Ampelregierung noch gelingen das Problem "Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Deutschland" noch in ihrer Amtszeit zu bewältigen? Oder braucht es erst eine neue Regierung, die die dringend erforderlichen Maßnahmen im (sozialen) Wohnungsbau in Deutschland auch umsetzt?

 

Zur Erinnerung an die Versprechen der Ampel-Koalition hier ein Auszug aus dem Koalitionsvertrag für 2021 - 2025, Seite 69:


"Bauen und Wohnen: Wohnen ist ein Grundbedürfnis und so vielfältig wie die Menschen. Wir werden das Bauen und Wohnen der Zukunft bezahlbar, klimaneutral, nachhaltig, barrierearm, innovativ und mit lebendigen öffentlichen Räumen gestalten. Dabei haben wir die Vielfalt der Rahmenbedingungen und Wohnformen und individuellen Bedürfnisse der Menschen in ländlichen und urbanen Räumen im Blick. Dafür starten wir einen Aufbruch in der Bau-, Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik.


Unser Ziel ist der Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr, davon 100.000 öffentlich geförderte Wohnungen. Dafür werden wir die finanzielle Unterstützung des Bundes für den sozialen Wohnungsbau inklusive sozialer Eigenheimförderung fortführen und die Mittel erhöhen. Wir werden ein „Bündnis bezahlbarer Wohnraum“ mit allen wichtigen Akteuren schließen. Wir werden zeitnah eine neue Wohngemeinnützigkeit mit steuerlicher Förderung und Investitionszulagen auf den Weg bringen und so eine neue Dynamik in den Bau und die dauerhafte Sozialbindung bezahlbaren Wohnraums erzeugen. Sie soll nach den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit die Struktur der etablierten Wohnungswirtschaft ergänzen, ohne diese zu benachteiligen.


Wir legen ein Bund-Länderprogramm für studentisches Wohnen, für junges Wohnen und Wohnen für Auszubildende auf. Wir werden eine Bau- und Investitionsoffensive starten, die die Voraussetzungen schafft schnell und günstig zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und zu erhalten, und dadurch sowohl der Bau- und Immobilienwirtschaft langfristige Planungsperspektive als auch den Mieterinnen und Mietern Sicherheit gibt. Wir werden einen Bau-, Wohnkosten und Klimacheck einführen..."

 

kompletter Koalitionsvertrag 2021 - 2025

Bauwirtschaft 2023 in Deutschland

 

Die jüngsten Entwicklungen in der deutschen Bauwirtschaft im Jahr 2023 sind eher ernüchternd. Trotz eines stabilen Wirtschaftswachstums in Deutschland mit einem Anstieg des BIP um 1,9%, erlebte die Bauindustrie einen Rückgang der Bruttowertschöpfung um 2,3%. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes erwartet für 2023 einen Umsatzrückgang im Bauhauptgewerbe von etwa 7%.

 

Der Wohnungsbau, der zuvor eine Boomphase erlebte, verzeichnete nun erhebliche Verluste, wodurch die von der Bundesregierung gesteckten Wohnungsbauziele nicht mehr erreicht werden können. Dies bestätigen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die für das 2. Quartal 2023 einen Umsatzrückgang im Bauhauptgewerbe von 3,4% im Vergleich zum Vorjahr, darunter im Wohnungsbau um 7,0 %, aufzeigen.

 

Die Situation der Bauwirtschaft in Deutschland sieht 2023 folgendermaßen aus:

 

Unsichere Wirtschaftslage: Weltwirtschaftliche Unsicherheiten, beeinflusst durch politische Spannungen innerhalb Deutschlands sowohl auch global, Handelskonflikte und die nicht merklich sinkende Inflation, hemmen Investitionen und Bauprojekte. Investoren und Bauherren sind zurückhaltend mit neuen Projekten angesichts der ungewissen Wirtschaftslage.

 

Lieferengpässe und Rohstoffmangel: Verschärft durch die Folgen der Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg führen globale Lieferkettenprobleme und Rohstoffmangel zu Verzögerungen und Kostensteigerungen bei Bauprojekten. Die Preise für Rohstoffe steigen, was die Planung von Bauprojekten deutlich erschwert.

 

Steigende Energiekosten: Die Bauindustrie, die stark von Energie abhängt, sieht sich mit erhöhten Kosten für Bau, Herstellung und Transport von Baumaterialien konfrontiert. Dies beeinträchtigt die Rentabilität und Attraktivität von Bauprojekten.

 

Fachkräftemangel: Dieses Problem beeinflusst das Bauhauptgewerbe direkt. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften erschwert die Planung und Durchführung von Bauprojekten. Fachkräfte auf dem Bau sind momentan kaum zu bekommen.

 

Verzögerte Bauprojekte: Die Kombination aus Lieferengpässen, Rohstoffmangel und Fachkräftemangel führt zu Verzögerungen bei der Fertigstellung von Bauprojekten. Dies wirkt sich nicht nur auf die Bauunternehmen selbst aus, sondern auch auf die Kunden und Endverbraucher, die mit längeren Wartezeiten und möglicherweise höheren Kosten konfrontiert sind.

 

Preisanstieg: Aufgrund der gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Arbeitskräfte steigen die Preise für Bauvorhaben. Dies könnte zur Folge haben, dass weniger Projekte umgesetzt werden, da Bauherren und Investoren mit begrenzten Budgets konfrontiert sind.

 

Wettbewerbsdruck: Die Bauunternehmen stehen unter erhöhtem Druck, effizienter zu arbeiten und Kosten zu senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies führt zu einer Konsolidierung in der Branche, wobei größere Unternehmen besser in der Lage sind, die Herausforderungen zu bewältigen, während kleinere Betriebe möglicherweise Schwierigkeiten haben, zu bestehen.

 

Bedeutung von Innovationen: Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wird die Bedeutung von Innovationen in der Baubranche immer wichtiger. Neue Technologien, effizientere Bauverfahren, nachhaltige Materialien und digitale Lösungen für das Baumanagement könnten dabei helfen, Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern.

 

Nachhaltigkeit und Umweltaspekte: Angesichts steigender Energiekosten und globaler Klimabedenken verlagert sich der Fokus zunehmend auf nachhaltige Baupraktiken und energieeffiziente Gebäude. Dies bietet sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Bauindustrie, insbesondere im Hinblick auf grüne Bauprojekte und erneuerbare Energiequellen.

 

Veränderungen in der Nachfragestruktur: Die aktuelle wirtschaftliche Situation und die steigenden Baukosten führen zu einer Verschiebung in der Nachfragestruktur. Privatpersonen und Unternehmen verzichten auf größere, kostspieligere Projekte und bevorzugen stattdessen kosteneffizientere, kleinere Bauvorhaben. Dies erfordert eine Anpassung der Strategien und Dienstleistungen der Bauunternehmen.

 

Stärkere Regulierung und Compliance-Anforderungen: Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Nachhaltigkeit und Umweltschutz wird deutlich, dass die Bauindustrie mit strengeren Vorschriften und höheren Compliance-Anforderungen konfrontiert ist. Dies erfordert zusätzliche Investitionen in umweltfreundliche Technologien und Praktiken sowie in die Schulung von Mitarbeitern. Die finanziellen Mittel für diese Maßnahmen stehen den Unternehmen nur bedingt zur Verfügung.

 

Anstieg der Digitalisierung: Die aktuellen Herausforderungen könnten auch eine Beschleunigung der Digitalisierung in der Bauindustrie bewirken. Der Einsatz digitaler Werkzeuge, wie BIM (Building Information Modeling), Drohnentechnologie für Vermessungen und digitale Projektmanagement-Tools, wird gezwungenermaßen zunehmen, um den Faktor Mensch teilweise zu ersetzen, die Effizienz zu steigern und die Kosten zu senken. Dazu gehört auch die Finanzierung von Immobilien: Digitale Immobilieninvestments bieten attraktiven Zinsen.

 

Potenzielle Chancen für Nischenmärkte: Trotz der allgemeinen Schwierigkeiten ergeben sich neue Chancen in Nischenmärkten. Zum Beispiel der Bau von energieeffizienten Häusern oder die energetische Sanierung bestehender Gebäude gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Menschen zieht es in die Metropolen

 

Das globale Bevölkerungswachstum und die zunehmende Urbanisierung stellen neue Herausforderungen, aber auch neue Chancen für die Bauwirtschaft dar. Urbanisierung bedeutet, dass mehr Menschen in städtische Gebiete ziehen, was den Bedarf an Wohnraum, Bürogebäuden und Infrastruktur in diesen Gebieten deutlich erhöht. Eine funktionierende Bauwirtschaft ist daher entscheidend für die Gestaltung zukünftiger städtischer Lebensräume. Sie muss aber auch mit dem Anstieg der städtischen Bevölkerung Schritt halten können.

 

Zur Bewältigung dieser Trends sind verstärkte Investitionen in Infrastrukturprojekte erforderlich, einschließlich Straßenbau, Brücken, öffentliche Verkehrsmittel, Energieversorgung, Wasser- und Abwassersysteme sowie digitale Infrastruktur. Eine intensive Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung und Vertretern der Bauwirtschaft wären hierbei dringend erforderlich und von zentraler Bedeutung. 

 

Für Bauunternehmen ergeben sich daraus große Chancen. Es entsteht ein erhöhter Bedarf an Bau- und Ingenieurdienstleistungen, was neue Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft stimulieren würde. Allerdings werden diese positiven Aussichten durch die aktuelle Fachkräftesituation und steigende Material- und Energiepreise  gedämpft.

 

Ein wichtiger Aspekt bei diesen Entwicklungen ist die Nachhaltigkeit. Der Fokus aller küftigen Bauvorhaben ist auf innovative Bautechniken, umweltfreundliche Materialien und intelligente Stadtplanung gerichtet, um den ökologischen Fußabdruck der zunehmenden Urbanisierung zu minimieren. Der Einsatz neuer Technologien und umweltbewusster Ansätze ist entscheidend, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Fachkräftemangel auf dem Bau

 

Der Fachkräftemangel in der deutschen Baubranche ist ein ernstzunehmendes Problem. Es betrifft allerdings nicht nur die Baubranche, alle anderen Wirtschaftsbereiche sind gleichermaßen davon betroffen. 

 

Ursachen des Fachkräftemangels

 

Demografischer Wandel: Die alternden Berufstätigen, insbesondere die der Babyboomer-Generation, gehen zunehmend in den Ruhestand. Gleichzeitig gibt es aufgrund niedrigerer Geburtenraten in Deutschland weniger junge Menschen, die in den Arbeitsmarkt eintreten könnten.

 

Kein Interesse an Bauberufen: Viele junge Menschen bevorzugen akademische Laufbahnen, was zunehmend zu einem Mangel an Nachwuchs in handwerklichen und technischen Berufen führt.

 

Schlechte Arbeitsbedingungen: Die Baubranche kämpft mit einem Imageproblem. Körperlich anstrengende Arbeit und hohe Sicherheitsrisiken tragen dazu bei, dass die Branche als weniger attraktiv wahrgenommen wird.

 

Schwankungen der Baukonjunktur: Die zyklischen Schwankungen in der Baunachfrage führen zu Unsicherheit und schwankenden Beschäftigungsmöglichkeiten, was wiederum viele Erwerbstätige dazu veranlasst, sich nach stabileren Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen Branchen umzusehen.

 

 

Auswirkungen des Fachkräftemangels

 

Kostensteigerungen: Der Wettbewerb um die begrenzte Anzahl von Fachkräften führt zu Verzögerungen bei Projekten und steigenden Baukosten. Bauunternehmen konkurieren um die wenigen verfügbaren Fachkräfte. Die ständig steigenden Kosten durch Energie, Personal und Baumaterial zwingen die Bauunternehmer die Preise für Projekte auf die Kunden umzulegen. Die Kunden sind allerdings nicht mehr bereit (oder in der Lage) diese gestiegenen Preise zu bezahlen. Geplante Baumaßnahmen werden oft verschlankt, abgesagt oder verschoben.

 

Qualität der Projekte: Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zwingt Bauunternehmer oft zu Kompromissen bezüglich der Qualität ihrer Projekte. Auch sicherheitsrelevante Aspekte werden teilweise durch den enormen Fachkräftemangel vernachlässigt.

 

Lohndruck: Um Fachkräfte anzulocken, müssen Bauunternehmen zunehmend höhere Löhne zahlen. Die Lohnspirale hat jedoch eine Grenze nach oben, weil Bauunternehmer durch die hohen Löhne oft nichts mehr verdienen und aus diesm Grund Projekte erst garnicht beginnen. Selbständige Bauunternehmer aus dem osteuropäischen Ausland nutzen als Subunternehmer die gegenwärtige Situation in der deutschen Bauszene aus und erhöhen ihre Stundensätze, der Nachfrage und Marktlage entsprechend. Aber oft sind es die Bauarbeiter aus Polen und Rumänien, die Bauunternehmern ihre Projekte überhaupt noch fertigstellen, da deutsches Personal einfach nicht verfügbar ist. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU ermöglicht es ausländischen Fachkräften, in Deutschland zu arbeiten. Sie werden oft als letzte Rettung angesehen, bevor Aufträge storniert werden müssen. Diese Arbeiter entsprechen aber nicht immer dem Qualifikationsniveau ihrer deutschen Kollegen.

Die Zukunft der Bauwirtschaft

 

Die Zukunft des Bauens wird nicht nur in Deutschland durch technologische Innovationen geprägt sein, die Effizienz, Kostenersparnis und Qualitätsverbesserung garantieren. Bauunternehmen werden in der Zukunft gezwungen sein, diese neuen Technologien auf ihren Baustellen zu verwenden. Der Kostendruck durch Material, Lohnkosten und Energie wird zunehmend so groß werden, dass Bauunternehmer Kosten reduzieren müssen, um selbst noch etwas zu verdienen.

 

 

Die Bauindustrie steht trotzdem vor einer spannenden Zukunft. Sie wird geprägt sein von diesen fortschrittlichen Technologien, die das Potenzial haben, die Branche grundlegend zu verändern. Der Einsatz dieser Technologien könnte das Auftragsvolumen im Wohnungsbau signifikant steigern und wird gleichzeitig zu erheblichen Kosteneinsparungen führen.

 

Neue Technologien in der Bauwirtschaft:

 

Gebäudeinformationsmodellierung (BIM)

BMI kann alle Eigenschaften eines Bauwerkes digital darstellen. Dieses Tool ermöglicht eine verbesserte Planung von Projekten. BIM hilft Architekten, Ingenieuren und Bauschaffenden beim Erstellen virtueller Modelle von Gebäuden, die alle physischen und funktionalen Aspekte abbilden. Dies führt zu effizienteren Planungs- und Konstruktionsphasen. BIM hilft, Fehler in der Planung zu minimieren und trägt somit zur Kostensenkung und Verkürzung der Bauzeit bei. Durch präzise Modelle können Ressourcen effizienter eingesetzt und Verluste allgemein reduziert werden.

 

Robotik

Robotik ist eine Technologie, die die Automatisierung gefährlicher Aufgaben auf dem Bau. Roboter übernehmen zunehmend Aufgaben wie Schweißen, Malen, Mauern und Materialtransport, was insgesamt die Sicherheit auf Baustellen erhöht. Auch der Faktor Mensch kann durch diese Technogien teilweise ersetzt werden, was in Zeiten des Fachkräftemangels nicht außer Betracht gelassen werden kann. Durch den Einsatz von Robotern, die präzise und unermüdlich arbeiten, können Bauzeiten verkürzt und die Qualität der Arbeit verbessert werden.

 

3D-Druck

Der 3D-Druck ermöglicht das schnelle und präzise Erstellen komplexer Bauteile. Mit dem 3D-Druck lassen sich Wände, besondere Bauteile und in Zunkunft ganze Gebäude drucken. Diese Technologie ist in der Lage Materialkosten effektiv zu senken, Abfall zu reduzieren und somit zu nachhaltigeren Bauweisen beizutragen. Der 3D-Druck bietet die Flexibilität, mit verschiedenen Materialien zu arbeiten, was weitere innovative Bauansätze ermöglicht.

 

KI-basierte Planungstools

KI-Tools können große Datenmengen analysieren, um optimale Baupläne zu erstellen und Ressourcen effizient zu verteilen. Die KI hilft, potenzielle mögliche Probleme zu erkennen, was zu einer Verbesserung der Gesamteffizienz beiträgt. Diese Tools können zur Optimierung der Logistik und zur Überwachung des Baufortschritts in Echtzeit verwendet werden.

 

Zukunftsausblick

Die Einführung dieser Technologien versprechen eine signifikante Steigerung der Effizienz und eine Verbesserung der Bauqualität. Experten schätzen eine mögliche Kostenersparnis von bis zu 10 % durch den Einsatz dieser neuen Technologien. Durch reduzierten Materialverbrauch und innovative Bauweisen tragen diese Technologien zur Nachhaltigkeit bei. Die größte Herausforderung jedoch liegt in der Anpassung und Integration dieser Technologien in bestehende Arbeitsprozesse. Natürlich sind dafür große Investitionen erforderlich, für die Bauschaffenden zum einen bereit sein müssen und zum anderen dies auch wirtschaftlich verantworten können.

Nachhaltigkeit wird das Schlüsselwort für die Bauwirtschaft

 

Nachhaltigkeit und grünes Bauen sind zentrale Themen in der modernen Architektur und Stadtplanung, insbesondere in Deutschland, wo Grünes Bauen stark gefördert werden soll. Nachhaltigkeit in der Bauwirtschaft bedeutet ökologische Verantwortung für die Gegenwart, aber auch für die Zukunft der nachfolgenden Generationen.

 

Energieeffizienz: In Deutschland wird besonderer Wert auf den Bau energieeffizienter Gebäude gelegt. Dazu gehören der Einsatz von Isoliermaterialien, energieeffizienten Fenstern und Türen sowie von effizienten Heizungs-, Lüftungs- und Klimasystemen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Energiebedarf zu minimieren und somit die Umweltauswirkungen zu reduzieren.

 

Erneuerbare Energien: Die Integration erneuerbarer Energiequellen, wie Solarenergie, Windenergie und Biomasse sind ein wesentlicher Bestandteil des nachhaltigen Bauens. Viele Gebäude sind mit Solarzellen ausgestattet, um ihren eigenen Strom zu erzeugen, was die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringert.

 

Umweltfreundliche Materialien: Der Einsatz umweltfreundlicher Baumaterialien spielt eine wichtige Rolle. Dazu gehören recycelte, wiederverwertbare oder nachhaltig produzierte Materialien. Diese Materialien haben einen geringeren CO2-Fußabdruck und tragen zur Verringerung der gesamten Umweltauswirkungen bei.

 

Wassermanagement: Effiziente Wassernutzungs- und Regenwassermanagementsysteme sind in grünen Gebäuden üblich. Sie helfen, den Wasserverbrauch zu reduzieren und Regenwasser für verschiedene Zwecke, wie Bewässerung oder sanitäre Anlagen, zu nutzen.

 

Grünflächen und Biodiversität: Die Integration von Grünflächen, wie Dachgärten oder begrünten Fassaden, ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Diese Grünflächen verbessern nicht nur die Ästhetik, sondern tragen auch zur Luftreinigung bei und schaffen Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

 

Smart Building Technologien: Der Einsatz von Smart-Home-Technologien zur Überwachung und Steuerung des Energieverbrauchs erhöht die Effizienz von Gebäuden. Solche Systeme ermöglichen eine effiziente Verwaltung von Heizung, Beleuchtung, Lüftung und anderen Systemen.

 

Nachhaltige Stadtplanung: Grünes Bauen ist künftig ein wichtiger Teil einer umfassenden Strategie zur nachhaltigen Stadtentwicklung. Ziel ist es, lebenswerte, umweltfreundliche und effiziente urbane Räume zu schaffen.

 

Zertifizierungssysteme: In Deutschland gibt es Zertifizierungssysteme, wie das Deutsche Gütesiegel Nachhaltiges Bauen (DGNB), die Standards für nachhaltiges Bauen setzen und entsprechend ihre Nachhaltigkeitsleistung Gebäude zertifizieren.

 

Nachhaltiges und grünes Bauen ist ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl die ökologischen als auch die sozialen und wirtschaftlichen Aspekte des Bauens berücksichtigt. Diese andere, neue Art des Bauens ist entscheidend, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und eine nachhaltige Zukunft zu fördern.

Prognose der Bauwirtschaft 2024 Deutschland

 

Die Prognose für die Bauwirtschaft in Deutschland für 2024 ist von mehreren politischen, sozialen und ökonomischen Faktoren abhängig.

 

Wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie: Die Bauwirtschaft könnte weiterhin von staatlichen Konjunkturprogrammen und Investitionen in die Infrastruktur profitieren, die als Teil der wirtschaftlichen Erholung nach der COVID-19-Pandemie ins Leben gerufen wurde. Diese Förderung könnte ein wichtiger Treiber für Wachstum und Stabilität in der Branche sein.

 

Infrastrukturprojekte: Großprojekte im Infrastrukturbereich, wie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und Straßenbauarbeiten, werden voraussichtlich fortwährend oder intensiviert. Diese Projekte sind entscheidend, um den Anforderungen einer wachsenden und mobilen Bevölkerung gerecht zu werden und somit die Nachfrage in der Bauwirtschaft anzukurbeln.

 

Baukosten und Materialknappheit: Steigende Rohstoffpreise und mögliche Materialknappheiten könnten zu nochmals erhöhten Baukosten führen. Dies könnte die Rentabilität von Bauprojekten beeinträchtigen und sowohl kleine als auch große Bauunternehmen vor finanzielle Herausforderungen stellen.

 

Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und Inflationsrate: Die Zinspolitik der EZB und die Inflationsrate sind wichtige Faktoren, die die Bauwirtschaft beeinflussen. Ein höheres Zinsniveau, das derzeit nicht unter 4 % erwartet wird, könnte die Kreditkosten für Bauprojekte erhöhen und somit die Investitionsbereitschaft hemmen. Eine Stagnation des Zinsniveaus, wie von Finanzexperten erwartet, könnte ebenfalls Auswirkungen auf die Baubranche haben, insbesondere im Hinblick auf Immobilienentwicklungen und Großprojekte.

 

Die Bauwirtschaft in Deutschland wird im Jahr 2024 voraussichtlich von der anhaltenden staatlichen Unterstützung und Infrastrukturinvestitionen profitieren, gleichzeitig jedoch Herausforderungen durch erhöhte Baukosten und ein potenziell hohes Zinsniveau gegenüberstehen. Diese Faktoren werden zusammen das Wachstum und die Stabilität der Branche maßgeblich beeinflussen.

Prognose der Bauwirtschaft 2025 in Deutschland

 

Die Prognose für die Bauwirtschaft in Deutschland für das Jahr 2025 lässt sich anhand folgender Schwerpunkte analysieren:

 

Digitalisierung: Die zunehmende Digitalisierung wird als treibende Kraft für Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen in der Bauwirtschaft gesehen. Technologien wie Building Information Modeling (BIM), digitale Zwillinge und künstliche Intelligenz werden immer wichtiger. Diese Technologien ermöglichen präzisere Planungen und effizientere Bauprozesse, was Zeit und Kosten spart und gleichzeitig die Qualität erhöht. Profitieren Sie von der Entwicklung und investieren Sie jetzt in lukrative Immobilienangebote.

 

Integration grüner Technologien und Nachhaltigkeit: Die Bauwirtschaft wird 2025 von einem wachsenden Fokus auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz geprägt sein. Der Einsatz umweltfreundlicher Materialien und energieeffizienter Designs wird zunehmen. Diese Entwicklung wird wahrscheinlich durch staatliche Förderungen und eine steigende Nachfrage nach nachhaltigen Bauweisen unterstützt.

 

Wohnungsbau und Urbanisierung: Die anhaltende Urbanisierung und das Bevölkerungswachstum in Deutschland bedeuten eine anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere in Ballungszentren. Dies wird voraussichtlich zu einer Zunahme der Bauaktivitäten im Wohnungsbau führen. Dieser Trend könnte sich sowohl auf die Art der Bauvorhaben als auch auf die Notwendigkeit einer effizienten Raumnutzung auswirken.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bauwirtschaft in Deutschland bis 2025 durch eine stärkere Beachtung digitaler Technologien, Nachhaltigkeit und die Reaktion auf demographische Veränderungen geprägt sein wird. Diese Trends werden die Branche langfristig verändern.

Prognose der Bauwirtschaft 2030 Deutschland

 

Um eine Prognose für die Bauwirtschaft in Deutschland für 2030 zu stellen muss man langfristige Trends berücksichtigen und erforderliche ökonomische Betrachtungen vornehmen. Dazu betrachten wir die folgenden Aspekte:

 

Nachhaltigkeit und Klimawandel

 

Einfluss des Klimawandels: Mit zunehmendem Bewusstsein für Umweltfragen wird der Klimawandel die Bauwirtschaft maßgeblich beeinflussen. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Gebäuden, die weniger Energie verbrauchen und umweltfreundlich sind, stark zunimmt.

 

Regulatorische Änderungen: Strenge Umweltauflagen und Vorschriften könnten eingeführt werden, um den ökologischen Fußabdruck des Bauwesens zu verringern. Dies könnte die Einführung von Standards für den Bau energieeffizienter und klimafreundlicher Gebäude umfassen.

 

 

Digitalisierung und Technologieeinsatz

 

Integration neuer Technologien: Fortschritte in künstlicher Intelligenz, Automatisierung, 3D-Druck und der Einsatz von Drohnen werden die Bauindustrie revolutionieren. Diese Technologien können Bauzeiten verkürzen, Kosten reduzieren und innovative Bauprozesse ermöglichen.

 

Effizienzsteigerung: Durch den Einsatz dieser Technologien wird eine höhere Effizienz in Planung und Ausführung von Bauprojekten erzielt, was zu Kosteneinsparungen und einer Steigerung der Produktqualität führt.

 

 

Größe der Wohnungen

 

Anstieg des Wohnflächenbedarfs: Der prognostizierte Anstieg des Wohnflächenbedarfs pro Person spiegelt eine Veränderung in den Wohnpräferenzen. Dies könnte größere Wohnungen oder eine Vergrößerung des Wohnraums pro Person in Mehrpersonenhaushalten bedeuten.

 

Veränderung der Haushaltsstrukturen: Die Zunahme von 1- und 2-Personen-Haushalten könnte auch eine Veränderung in der Art der nachgefragten Wohnungen bedeuten, mit einem möglichen Trend zu kleineren, aber besser ausgestatteten Einheiten.

 

 

Demografische Entwicklung

 

Alternde Bevölkerung: Die zunehmende Alterung der Gesellschaft in Deutschland wird wahrscheinlich zu einer erhöhten Nachfrage nach altersgerechten Wohnungen und Gesundheitseinrichtungen führen.

 

Nachteil der arbeitsfähigen Bevölkerung: Mit dem Ausscheiden der Babyboomer aus dem Arbeitsleben wird es einen Nachteil der arbeitsfähigen Bevölkerung geben, was Auswirkungen auf die Arbeitsmarktstruktur und die Bauwirtschaft haben könnte.

 

 

Fachkräftemangel

 

Anhaltende Herausforderungen: Der Mangel an Fachkräften in der Bauindustrie könnte durch die geringe Attraktivität der Branche im Vergleich zu anderen Berufsfeldern weiter bestehen.

 

Technologische Lösungen: Der Einsatz von Robotertechnik und Automatisierung könnte helfen, diesen Mangel zu mildern, indem er Arbeitsprozesse effizienter gestaltet und somit die Abhängigkeit von menschlicher Arbeitskraft verringert.

 

Diese Faktoren zusammengenommen zeigen, dass die Bauwirtschaft in Deutschland bis 2030 erhebliche Veränderungen mit sich bringen wird. Die Branche wird sich anpassen müssen, um den Herausforderungen im Hinblick auf Nachhaltigkeit, demografische Veränderungen und technologischen Fortschritt zu begegnen.

Prognose Bauwirtschaft Österreich bis 2030

 

Um eine Prognose über die Bauwirtschaft in Österreich zu stellen, betrachten wir die künftigen Trends, Herausforderungen und Erwartungen für die Jahre 2023 - 2030:

 

Prognose Bauwirtschaft Österreich 2023

 

Auch die Bauwirtschaft in Österreich muss sich 2023 weiterhin mit einer Reihe von Problemen auseinamdersetzen. Die Branche verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr einen anhaltenden Rückgang der Umsätze um 9,2 Prozent sowie der Aufträge um 13,1 Prozent. Besonders betroffen sind die Bereiche Metalltechnik, Tischlerhandwerk und Hochau.

 

Diese Faktoren tragen zu dieser schwierigen Lage bei:

 

Arbeitskräftemangel: Die Branche leidet unter einem Mangel an Fachkräften. Zusätzlich sind zu wenig Ausbildungsplätze besetzt. Für Frauen ist diese Branche eher weniger geeinet. Die Initiative “Bau packt an” zielt darauf ab dem bestehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Es wird einige Jahre dauern, bis diese Maßnahmen Wirkung zeigen.

 

Arbeitsbedingungen: Die Arbeitsbedingungen auf Baustellen sind für die Arbeiter herausfordernd, was oft zu Unzufriedenheit führt. Forderungen nach einem Kulturwandel in der Branche und bessere Work-Life-Balance werden laut.

 

Preissteigerungen und Lieferengpässe: Die Baubranche kämpft mit Lieferengpässen und Preissteigerungen für Baumaterialien, die außerdem durch pandemiebedingte Produktionsausfälle und Lieferverzögerungen verschärft werden.

 

Veränderungen im Gewerbebau: Der Trend zum Homeoffice, der sich seit der Pandemie fortsetzt, hat die allgemeine Nachfrage nach Büroflächen reduziert, was den Neubau in diesem Sektor negativ beeinflusst.

 

Sanierungsleistungen: Ein positiver Trend ist im Bereich der (energetischen) Sanierungen zu erkennen. Die Bundesregierung fördert diese Maßnahmen mit Fördermitteln, besonders für die thermische Sanierung von Gebäuden. Diese Maßnahmen könnten langfristiges Wachstum in diesem Sektor bedeuten.

 

 

Prognose Bauwirtschaft Österreich 2024

 

Die Aussichten für die österreichische Bauwirtschaft für 2024 werden weiterhin von zahlreichen Unsicherheit geprägt sein. Experten erwarten eine anhaltend schwierige Situation, die sich besonders auf den Wohnungsbau auswirken wird. Die reale Bauproduktion ist seit 2022 rückläufig, für das Jahr 2024 deuten neueste Prognosen auf ein weiter sinkendes Bauvolumen hin. Die Prognose der Wirtschaftskammer Österreichs prognostiziert für 2024 einen leichten Anstieg um 0,7 Prozent des Bauvolumens. Andere aktuellere Schätzungen sagen jedoch ein Minus von 1,8 Prozent im Gesamtbau und sogar 3,3 Prozent im Wohnungsbau voraus.

 

Der Wohnungsbau mit über 71.000 neu gebauten Wohnungen im Jahr 2021, erlebte einen starken Rückgang. 2022 sank die Zahl der neu gebauten Wohnungen auf 46.000, und für 2024 wird ein weiterer Negativtrend erwartet.

 

Eine gewisse Erholung wird im Tiefbau und im Nichtwohnungsbau erwartet. Prognosen deuten auf ein Wachstum von 1,0 Prozent im Nichtwohnungsbau und 2,4 Prozent im Tiefbau für das Jahr 2024 hin. Der Tiefbau könnte mit Projekten in den Bereichen Telekommunikation, Verkehr und Energie die Bilanz des österreichischen Bauwesens insgesamt stützen. Obwohl der Nichtwohnungsbau hinter dem Tiefbau zurückbleibt, wird erwartet, dass er sich schneller als der Wohnungsbau erholen wird.

 

 

Prognose Bauwirtschaft Österreich 2025

 

Für das Jahr 2025 sind die Aussichten für die österreichische Baubranche besser und lassen auf eine Besserung der aktuellen Lage hoffen. Vorausgesetzt, dass die makroökonomischen Rahmenbedingungen sich verbessern und Finanzierungen erschwinglicher werden, sehen Fachleute eine Belebung der Baubranche in verschiedenen Sektoren für 2025.

 

Die Bauwirtschaft in Österreich  steht bis 2025 vor großen Problemen. Auch die Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) erwarten für 2025 einen leichten Aufschwung. Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt, in dem 2024 ein Wachstum der Bauwirtschaft von 3 Prozent prognostiziert ist, wird für Österreich 2025 ein reales Wachstum von nur 0,2 Prozent diagnostiziert. Diese zaghafte Entwicklung ist hauptsächlich den stark steigenden Baukosten und der geringen Nachfrage im Wohnungsneubau geschuldet.

 

 

Prognose Bauwirtschaft Österreich 2030

 

Die Bauwirtschaft wird 2030 in Österreich von einer Mischung aus technologischen Innovationen, Nachhaltigkeitsbestrebungen, demografischen Veränderungen und globalen Trends geprägt sein. Die Branche steht vor der Aufgabe, diese Trends für sich zu nutzen und sich gleichzeitig auf eine sich verändernde Welt zu reagieren.

 

Diese Themen werden 2030 ein große Rolle spielen:

 

Demographische Entwicklung

Bis 2030 wird mit einem Rückgang der Bevölkerung von 3 bis 4 Prozent gerechnet. Dazu kommt, dass die Zahl der arbeitsfähigen Personen um 5 bis 8 Prozent abnehmen wird. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen wird um 15 Prozent sinken, die Personen im Rentenalter werden mit 10 Prozent zunehmen.

Für die Baubranche bedeutet das, dass neue Arbeitskräfte und Auszubildende (nicht nur in der Baubranche) fehlen werden. Neue Technologien müssen die dann fehlenden Arbeitskräfte ersetzen.

 

Urbanisierung

Die fortschreitende Urbanisierung wird auch 2030 ein wichtiger Faktor sein. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in Ballungszentren wird wahrscheinlich weiter zunehmen. Auch durch die zunehmende Alterung wird sich hier Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum deutlich erhöhen.

 

Infrastrukturinvestitionen

Große Investitionen in die Infrastruktur, wie Verkehrssysteme, Energieversorgung und Wasserwirtschaft, werden voraussichtlich eine zentrale Rolle spielen, insbesondere im Hinblick auf die Anpassung an den Klimawandel und die Förderung der Energiewende.

 

Globalisierung und internationale Märkte

Die Bauwirtschaft wird zunehmend von globalen Trends und internationalen Märkten beeinflusst werden. Dies könnte Chancen für internationale Kooperationen und Projekte bieten, aber auch Herausforderungen durch globale Wettbewerbsbedingungen mit sich bringen.

Prognose der Bauwirtschaft in der Schweiz bis 2030

 

Um eine Prognose für die Bauwirtschaft in der Schweiz bis 2030 darzustellen muss man einige Eventualitäten außer Betracht lassen. Ungewiss bleibt, wie sich die geopolitische Situation entwickelt und wie die Schweiz auf diese Entwicklungen reagieren wird. Dies hängt vom Willen der Schweizer Bürger ab, die in ihren Volksabstimmungen die Geschicke des Landes wesentlich mitbestimmen.

 

Prognose Bauwirtschaft Schweiz 2023

 

Wirtschaftliche Situation: Trotz einer starken Bautätigkeit im Jahr 2022 erwartet der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) sowie die Credit Suisse für 2023 einen Umsatzrückgang, hauptsächlich wegen gestiegener Materialpreise sowie Energie- und Personalkosten. Die Preiserhöhungen konnten nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden, dadurch kommt es zu Einbrüchen bei den Gewinnen der Bauunternehmer. Die derzeitigen Gewinnmargen liegen zwischen 2-3%, deutlich unter dem Niveau der Vorjahre.

 

Baukonjunktur: Ein Rückgang des schweizer Bauindexes um 2,4 % auf 157 Punkte deutet auf eine leichte Abkühlung der Konjunktur hin, besonders im Wirtschafts- und Wohnungsbau. Die Auftragsbücher sind trotzdem voll, die Nachfrage nach Bauleistungen ist ungebremst und befindet sich weiterhin auf einem hohen Niveau.

 

 

Prognose Bauwirtschaft Schweiz 2024

 

Schwerpunkt Nachhaltigkeit: Am 18.Juni 2023 stimmte das schweizer Volk bei der Volksabstimmung für das Klima- und Innovationsgesetz (KlG). Die Schweizer Regierung erlies daraufhin strengere Umweltauflagen für das nachhaltige Bauen. Diese Festlegungen werden ab 2024 gesetzliche Grundlage für neue Bauprojekte sein. Die schweizer Regierung hat zahlreiche Förderprogramme entwickelt, um die angestrebten Klimaziele zu erreichen. Bis 2050 will die Schweiz laut dieser Abstimmung klimaneutral werden. 

 

Innovationen: Die Verwendung von innovatien Baustoffen, wie Öko-Beton, Holz und Bauplatten aus Stroh gewinnen in der Baibranche zunehmend an Bedeutung. Die Integration von Energiespartechnologien, wie Solaranlagen oder intelligente Haussensoren, finden immer mehr Resonanz bei den Bauherren. Diese Technologien finden hauptsächlich bei der Sanierung von Bestandsgebäuden Anwendung. Die Baufläche der Schweiz ist begrenzt, deshalb spielt die Sanierung von bestehenden Gebäuden eine sehr wichtige Rolle bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen.

 

Finanzielle Auswirkungen: Die für 2024 bevorstehende Erhöhung der Mehrwertsteuersätze von 7,7% auf 8,1% wird die Gesamtkosten von Projekten beeinflussen. Gemessen an anderen europäischen Ländern sind das zwar sehr moderate Mehrwertseuersätze, dennoch werden sie die Finanzierungskosten von Schweizer Bauprojekten erhöhen. 

 

 

Prognose Bauwirtschaft Schweiz 2025

 

Umweltauflagen: 2023 wurde das CO₂-Gesetz in einer Volksabstimmung abgelehnt, während das Klimaschutzgesetz angenommen wurde. Daraus folgend plant die Schweizer Regierung, bis spätestens 2025 strengere Umweltauflagen beim Neubau von Gebäuden zu erlassen.

 

Nachhaltigkeit als Standard: Ab 2025 wird Nachhaltigkeit in der Schweizer Baubranche zur Norm. Der Einsatz ökologischer Baustoffe und neuer Technologien wird teilweise gesetzlich festgelegt, um sowohl neue als auch bestehende Gebäude umweltfreundlicher zu gestalten. Die schweizer Regierung wird weitere Programme zur Förderung grüner Bauprojekte verabschieden.

 

Hürden:  Obwohl die Nachfrage nach Bauleistungen in der Schweiz theoretisch besteht, müssen 2025 verschiedene Hürden überwunden werden. Dafür muss die Schweizer Regierung entsprechende Anreize schaffen. 

 

Die Probleme, mit der die Schweizer Bauwirtschaft 2025 zu tun haben wird, sind folgende:

  • Knappheit an verfügbarem Land
  • Strikte Regularien zur Bebauungsdichte
  • Komplexe Zonenpläne und Umzonungen
  • Hohe Anforderungen bei der Finanzierung von Bauprojekten
  • Einsprüche gegen Verwaltungsentscheidungen

 

Zusätzlich intervenieren einige europäische Länder in ihrer Wirtschaft durch gezielte Subventionen an bestimmte Unternehmen und Sektoren. Im Gegensatz dazu verzichtete die Schweizer Bundesregierung auf solche staatlichen Hilfen, was zu einem Wettbewerbsnachteil für Schweizer Unternehmen führt. Dies könnte sich 2025 besonders in der Bauindustrie bemerkbar machen, wo eine Stagnation der Bautätigkeit erwartet wird.

 

Prognose Bauwirtschaft Schweiz 2030

 

Insgesamt zeigt sich, dass die Bauwirtschaft in der Schweiz bis 2030 eine Verschiebung hin zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein erleben wird, wobei sie gleichzeitig wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen gegenübersteht. Die Integration umweltfreundlicher Materialien und Technologien, die Anpassung an gesetzliche Rahmenbedingungen und der Umgang mit den Fachkräften werden Schlüsselthemen sein.

 

Berufsbildung: Bis 2030 sieht sich die Bauwirtschaft in der Schweiz mit herausfordernden Bedingungen konfrontiert, darunter einem Rückgang der Lehrlingszahlen, der Veränderung des Baupersonals und dem Abwandern qualifizierter Kräfte in andere Branchen. Um diese Herausforderungen anzugehen, hat der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) 2018 den Masterplan „SBV-Berufsbildung 2030“ unter der Leitung von Felicella Tedeschi initiiert. Das Ziel ist es, die Aus- und Weiterbildung in der Baubranche bis 2030 zu modernisieren und zukunftsfähig zu gestalten.

 

Kreislauforientiertes Bauen: Im Rahmen des Engagements für die Kreislaufwirtschaft haben zwölf führende öffentliche und private Bauauftraggeber in der Schweiz, die jährlich in Hochbauprojekte im Wert von etwa 4 Milliarden Franken investieren, die „Charta kreislauforientiertes Bauen“ unterzeichnet. Diese Vereinbarung unterstreicht ihr Engagement, bis 2030 den Verbrauch nicht erneuerbarer Primärrohstoffe zu halbieren und Treibhausgasemissionen signifikant zu reduzieren. Um diese Ziele zu erreichen, setzen sie auf innovative Methoden wie Sanierungen statt Neubauten, langfristige Baukonzepte, die Reduzierung von Baumaterialien und deren Wiederverwendung.

 

Die „Charta kreislauforientiertes Bauen“ dient als Selbstverpflichtung führender Bauauftraggeber in der Schweiz, um die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Ihr Ziel ist es, Wissen zu bündeln und nachhaltiges sowie klimafreundliches Bauen zu fördern. Die Partner der Charta verpflichten sich zu freiwilliger Zusammenarbeit und Innovation, um konkrete Schritte hin zu einem kreislauforientierten Bauen zu realisieren.

Grüne Technologien in der Bauwirtschaft - von Marcel Burgstaller (istraw)

 

Marcel Burgstaller ist ein deutscher Unternehmer und Gründer von istraw, einem innovativen Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Bauplatten aus Stroh für den Innenausbau spezialisiert hat. Diese Strohbaupaltten werde in der (nahen) Zukunft der Bauwirtschaft eine entscheidende Rolle spielen. Die Platten von istraw sind ein wichtiger Beitrag zum Europaen Green Deal, mit dem sich die Mitgliedsstaaten der EU verpflichtet haben bis 2050 Klimaneutralität umzusetzen. Burgstaller ist davon überzeugt, dass man die gesetzten Klimaziele erreichen kann, man müsse nur die richtigen Wege einschlagen.

 

Marcel Burgstaller (Gründer und CEO der istraw GmbH & Co. KG) teilt mit uns seine Gedanken zur Zukuft grüner Technologien auf dem Bau:

 

"Die Ampelregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag auf die Fahnen geschrieben, dass sie den Einsatz grauer Energie und die Lebenszykluskosten verstärkt betrachten wollen. Dabei ist es leider geblieben, also bei einer Betrachtung des Themas. Seitens der Ampel konnte ich als Unternehmer für meinen Betrieb (mit großer Klima- und Umweltverantwortung) keine Unterstützung sehen, da muss mehr kommen.

 

Auch ein öffentlicher Brief an das Wirtschaftsministerium unter Robert Habeck blieb bisher unbeantwortet. Damit die Ampelkoalition ihrer Rolle als "klimaneutrale Koalition" nur im Ansatz gerecht wird, sind riesige Investitionen und Zuschussprogramme im Bereich klimaneutrales Bauen erforderlich. Unternehmen, wie istraw, müssten von der Ampel eigentlich mit Fördergeldern überschüttet werden. Schließlich sind wir als Unternehmer diejenigen, die die ehrgeizigen Ziele der Regierung umsetzen.

 

Auch andere Start-ups, die sich dem klimaneutralen Bauen verschrieben haben sehen keine Sonne, weil einfach das Kapital fehlt. Um das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel klimaneutraler Gebäude bis 2045 zu erreichen ist nach Einschätzung von Fachleuten zusätzliches Kapital in hoher dreistelliger Milliardenhöhe erforderlich. Dazu kommt, dass zur Umsetzung dieses Zieles mehr Fachpersonal eingestellt werden muss. Der Zentralverband des deutschen Baugewerbes hat errechnet, dass man dafür circa 200.000 zusätzliche Arbeiter einstellen müsste.

 

Meines Erachtens muss die Ampelkoalition noch viele Hausaufgaben erledigen, um das Klimaziel beim Bau 2045 Wirklichkeit werden zu lassen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass unser Wirtschaftsminister Robert Habeck seine Scheuklappen ablegt und "echte Wirtschaftsförderung" für Unternehmen im Bereich klimaneutrales Bauen auf den Weg bringt."


Heino Zießnitz

Heino Zießnitz

...immer am Zahn der Zeit - und manchmal auch voraus...

Lesen Sie interessante Beiträge zu den Themen Finanzen, Immobilien und manchmal auch wichtige Daily-News aus anderen Rubriken...

GENIESSEN SIE EXKLUSIVE VORTEILE

SQUAREVEST Newsletter Finanzen und Immobilien

  • regelmäßige Infos zu Finanz- und Immobilienthemen
  • Informationen zu neuen Anlagen auf der Informationsplattform
  • Informationen zu neuen Unternehmen
  • und vieles mehr
NEWSLETTER ANMELDEN

Kommentieren

Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht

Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kommentar abschicken

Kommentare


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren