WE Mobility Academy: Hochvoltschulungen nach DGUV 209-093
Autor: Thomas Feldhaus · Zuletzt aktualisiert: 01.06.26
Wirtschaft · 8 Min. Lesedauer
Was ist die WE Mobility Academy?
Die WE Mobility Academy ist ein deutscher Schulungsanbieter für Hochvoltqualifikationen nach DGUV Information 209-093. Das Unternehmen qualifiziert Fachkräfte, Werkstätten, Hersteller und Forschungseinrichtungen für den sicheren Umgang mit Hochvoltsystemen in Elektrofahrzeugen und industriellen Anwendungen.
Der Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland schreitet trotz gelegentlicher Rückschläge weiter voran. Mit der neuen Antriebstechnologie kommen auch neue Anforderungen an den Arbeitsschutz auf die Unternehmen zu. Vieles davon ist den Verantwortlichen nicht immer bekannt und birgt ein hohes Haftungsrisiko. Das will der Ingenieur Jonathan Wenk ändern. Der Hochvolt-Experte hat mit seiner WE Mobility Academy ein innovatives Schulungssystem für die Hochvolttechnik entwickelt.
Die WE Mobility Academy in Kürze:
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Qualifizierung Die WE Mobility Academy hat sich auf die Qualifizierung von Fachkräften für Hochvoltsysteme nach DGUV Information 209-093 entlang der gesamten Wertschöpfungskette elektrisch betriebener Fahrzeuge spezialisiert.
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Schulingskonzept Das Schulungskonzept der WE Mobility Academy wurde von Hochvoltexperten entwickelt und konzipiert. Durch die theoretische und praktische Ausbildung werden die Teilnehmer befähigt, sicher an Hochvoltsystemen in Fahrzeugen zu arbeiten.
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Modularer Aufbau Die WE Mobility Academy verfolgt einen modularen Schulungsaufbau. So können die Mitarbeiter je nach Ausbildungsstand und Anforderung in die Qualifizierung einsteigen. Dies spart Zeit und Kosten, da redundante Schulungen vermieden werden.
Hochvoltsysteme sind eine zentrale Technologie in der modernen Fahrzeugtechnik, insbesondere bei Elektro-, Hybrid- und Wasserstofffahrzeugen. Sie sind somit eine Schlüsseltechnologie für die neue Mobilität, die effiziente und umweltfreundliche Antriebe ermöglicht, aber auch besondere Sicherheitsmaßnahmen erfordert.
Hochvoltsysteme – Ein Thema für den Arbeitsschutz
Wenn die Kabel an einem Fahrzeug orange sind, ist Vorsicht geboten. Immer dann, wenn in einem System eine Spannung von mehr als 60 Volt an der Batterie anliegt, müssen die zugehörigen Kabel sofort erkennbar sein. Man spricht dann von einem Hochvoltsystem, deren unsachgemäße Handhabung schwerwiegende Folgen für Gesundheit und Leben haben kann. Deshalb hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Regeln entwickelt, wie Unternehmen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterweisen müssen, wenn sie an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen arbeiten. Betroffen sind alle Beschäftigten, die in Forschung, Entwicklung und Fertigung an solchen Systemen arbeiten. Die spezifischen Vorgaben mit der Bezeichnung DGUV 209-093 sind aber auch für Arbeiten an und den Betrieb von Serienfahrzeugen verbindlich. Das bedeutet, auch die Nutzer von Elektrofahrzeugen, sofern diese als elektrisches Betriebsmittel gelten, müssen eine grundlegende Sensibilisierungschulung durchlaufen.
Hochvolt versus Hochspannung
Der Begriff Hochvolt stammt aus der Fahrzeugtechnik und hat sich als Abgrenzung zur konventionellen Elektrotechnik etabliert. Er wird verwendet, um auf die besonderen Eigenschaften elektrischer Antriebssysteme in Fahrzeugen hinzuweisen. Ähnlich wie die Farbe Orange weist der Begriff auf mögliche Gefahren und die Notwendigkeit besonderer elektrotechnischer Kenntnisse hin. Hochvoltsysteme im Sinne dieser Definition sind Antriebssysteme, die mit Wechselspannungen über 30 V bis 1 kV oder Gleichspannungen über 60 V bis 1,5 kV betrieben werden. Damit unterscheiden sie sich deutlich von der allgemeinen elektrotechnischen Definition von Hochspannung, die bei 1000 V Wechselspannung oder 1500 V Gleichspannung beginnt.
Verantwortung der Unternehmen
Grundsätzlich ist ein Unternehmen für die Sicherheit am Arbeitsplatz selbst verantwortlich. Dies gilt auch für Arbeiten an Hochvoltsystemen und ist durch verschiedene Gesetze und Verordnungen geregelt. So ist im Arbeitsschutzgesetz und in den DGUV Vorschriften 1 und 3 festgelegt, welche Verantwortung ein Unternehmer gegenüber seinen Beschäftigten hat. Dazu gehört auch, dass ein Unternehmen z.B. Gefährdungsbeurteilungen erstellen muss, um daraus Sicherheitsmaßnahmen für seinen Betrieb abzuleiten. Die Gefährdungsbeurteilung im Sinne der DGUV ist ein systematischer Prozess zur Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen am Arbeitsplatz mit dem Ziel, geeignete technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen abzuleiten und wird regelmäßig durchgeführt.
Neben den organisatorischen Voraussetzungen und der Bereitstellung der erforderlichen Arbeitsmittel müssen die Betriebe sicherstellen, dass nur Elektrofachkräfte die Arbeiten an Hochvoltsystemen durchführen und diese regelmäßig geschult werden.
Auszug aus den Unfallverhütungsvorschriften: Elektrofachkraft im Sinne dieser Unfallverhütungsvorschrift ist, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnisse der einschlägigen Bestimmungen die ihm übertragenen Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.
Wer haftet bei Arbeiten an Hochvoltsystemen?
Daraus ergibt sich eine Haftung der Unternehmen, wenn diese Vorschriften nicht eingehalten werden. „Wenn ein Unternehmer eine sicherheitswidrige Anweisung gibt, haftet er voll, also nicht nur mit dem Unternehmen, sondern auch privat“, sagt Jonathan Wenk und unterstreicht damit die Bedeutung einer kompetenten Ausbildung. Dafür trägt der Unternehmer die volle Verantwortung und ist auch verpflichtet, die Kosten für entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen zu tragen. Jonathan Wenk: „Wenn ein Unternehmen diese Voraussetzungen sicherstellt, kann es die Verantwortung und damit auch die Haftung an eine befähigte Person delegieren“. Für Arbeiten an Hochvoltsystemen können dann Aufgaben an qualifizierte Beschäftigte übertragen werden, die über die entsprechende Qualifikation verfügen, die in der DGUV Information 209-093 festgelegt ist. „Die Beauftragung mit klar definierten Aufgaben und der daraus resultierenden Verantwortung muss schriftlich erfolgen und von beiden Seiten bestätigt werden“, so Jonathan Wenk.
„Arbeiten an Hochvoltsystemen erfordern eine qualifizierte Ausbildung des Personals. Unternehmen, die diese Anforderungen nicht erfüllen, gehen erhebliche Haftungsrisiken ein. Das ist vielen nicht bewusst."
Gründer und CEO der WE Mobility Academy
Hochvolt-Experte Jonathan Wenk
In der Praxis sind diese Haftungsfragen oft wenig bekannt, hat Jonathan Wenk festgestellt. Der ausgewiesene Hochvolt-Experte hat sich mit seinem Unternehmen WE Mobilty Academy auf die Qualifizierung von Mitarbeitern spezialisiert, die mit Hochvoltsystemen arbeiten. Gerade weil sich Haftungsfragen durch geschultes Fachpersonal und entsprechende Organisationsstrukturen eingrenzen lassen, versucht er, die Verantwortlichen in den Unternehmen zu sensibilisieren und über das große Einsatzgebiet aufzuklären. Das Thema Hochvoltsysteme erstreckt sich nämlich nicht nur auf elektrisch betriebene Personenkraftwagen, sondern auch auf Lastkraftwagen, Gabelstapler, Krane und ähnliche Fahrzeuge, soweit für deren Betrieb eine elektrische Spannung von mehr als 60 Volt erforderlich ist und diese als Betriebsmittel eingesetzt werden.
Die WE Mobility Academy - praxisnahe Schulung von Experten
Im Jahr 2021 wurde die DGUV Information 209-093 in ihrer heutigen Form veröffentlicht. Im selben Jahr gründete der Ingenieur Jonathan Wenk sein Unternehmen WE Mobility Academy. Mitten in der Corona-Pandemie hatte er Zeit, sich intensiv mit der Konzeption eines geeigneten Schulungskonzeptes zu beschäftigen. Kein neues Thema für den Hochvoltexperten, der bereits in den Jahren zuvor für andere Unternehmen (TÜV Süd, Dekra) Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt hatte.
Die Anforderungen an Schulungsanbieter sind zwar in der DGUV geregelt, allerdings mit eher geringen Anforderungen. Das macht sich auch in der Qualität vieler angebotener Schulungen bemerkbar. Genau hier wollte Jonathan Wenk ansetzen und ein Angebot schaffen, das optimal auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnitten ist und gleichzeitig eine hohe Qualität der Schulungen sicherstellt. „Wenn die Leute unseren Kurs verlassen, sollen sie die Informationen wirklich verstanden haben und sie im Alltag sicher anwenden können“, sagt Jonathan Wenk.
Das Ergebnis ist ein modulares Schulungssystem, das Theorie und Praxis verbindet, den Teilnehmern einen Einstieg entsprechend ihrer Vorqualifikation ermöglicht und individuell auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnitten werden kann. Dazu hat Wenk eine Online-Plattform entwickelt, auf der die Teilnehmer jederzeit den Überblick über den Stand und die Termine ihrer Ausbildung haben und auf ihre Ausbildungsunterlagen zugreifen können. In Zukunft soll die Plattform auch Videoinhalte anbieten, die es den Teilnehmern ermöglichen, in ihrem eigenen Tempo zu lernen.
Die WE Mobility Academy GmbH ist ein Unternehmen, das sich auf Schulungen und Qualifizierungen im Bereich der Elektromobilität spezialisiert hat. Geschäftsführer Jonathan Wenk und sein Team bieten Experten-Schulungen inklusive Zertifikat für Personen an, die an Fahrzeugen mit Hochvolt-Systemen arbeiten.
Ab der Qualifizierungsstufe 2 sind auch Praxisanteile in der Ausbildung verpflichtend. Diese führt die WE Mobility Academy an eigenen Standorten oder direkt beim Kunden vor Ort durch. "Das hat den Vorteil", so Wenk, "dass wir unter realen Bedingungen und mit den tatsächlich eingesetzten Fahrzeugen schulen können. So können Jonathan Wenk und sein Team immer auf die individuellen Bedürfnisse der Unternehmen und der Schulungsteilnehmer eingehen, ohne dass sich an den grundsätzlichen Inhalten und Anforderungen der Schulungen etwas ändert. „Das zu vermittelnde Wissen ist von der DGUV vorgegeben“, sagt Wenk. „Dennoch können wir unser Schulungskonzept anpassen und auf die Bedürfnisse der Unternehmen zuschneiden und damit auch Zeit und Kosten sparen.“
Mit diesem Ansatz konnte Jonathan Wenk bereits zahlreiche Kunden überzeugen und mehr als 4.500 Teilnehmer auf dem Weg zum fachgerechten Umgang mit Hochvoltsystemen begleiten. Eine Besonderheit des Schulungskonzepts der WE Mobility Academy ist die einfache Skalierbarkeit. So können auch große Gruppen ohne Qualitätsverlust geschult und zertifiziert werden. Das könnte für Hochschulen interessant sein, an denen Jonathan Wenk sein Modell gerne umsetzen würde. Während in der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bereits Grundkenntnisse vermittelt werden, die dem Qualifikationsniveau 2 für Serienfahrzeuge entsprechen, ist dies an Hochschulen noch nicht der Fall, obwohl gerade Forschung und Entwicklung auf gut qualifizierte Fachkräfte angewiesen sind. Jonathan Wenk ist diesbezüglich bereits mit Partnern im Gespräch und hat sich zum Ziel gesetzt, in Zukunft auch angehende Ingenieure auf die Arbeit an Hochvoltsystemen vorzubereiten.
Deshalb unterstützt die WE Mobility Academy den weltweiten Ingenieurswettbewerb Formula Student. Mehr als 1.500 Studierende haben bereits an einer der kostenlosen S- und E1-Schulungen teilgenommen. „Die Studenten arbeiten an Anlagen mit bis zu 600 Volt. Deshalb wollen wir sie in diesen Schulungen für die Gefahren sensibilisieren und ihnen einen sicheren Umgang vermitteln“, fasst Jonathan Wenk das Engagement zusammen.
Sicherheitsanforderungen für Arbeiten an Elektrofahrzeugen: Die Rolle der DGUV Information 209-093
Die DGUV 209-093 ist ein zentraler Leitfaden für Unternehmen und Beschäftigte, die Arbeiten an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen durchführen. Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektro- und Hybridantrieben in Fahrzeugen werden immer mehr Beschäftigte mit den Anforderungen bei Arbeiten an HV-Systemen konfrontiert. In Hochvoltfahrzeugen liegen Spannungen von mehr als 60 Volt Gleichspannung (DC) oder 30 Volt Wechselspannung (AC) an, die eine deutlich höhere Gefährdung für den menschlichen Körper darstellen als in konventionellen Fahrzeugen. Die DGUV 209-093 schafft klare Standards für die sichere Durchführung solcher Arbeiten und legt Qualifikationsanforderungen fest.
Dazu gehören Tätigkeiten in Werkstätten, bei Fahrzeugherstellern in der Forschung und Entwicklung sowie bei Dienstleistern, die an der Wartung, Diagnose, Reparatur und Prüfung dieser Hochvoltkomponenten beteiligt sind.
Die DGUV Information 209-093 enthält detaillierte Vorgaben zur Qualifikation und zu sicherheitstechnischen Anforderungen für Fachkräfte, die an Hochvoltsystemen arbeiten. Sie unterteilt die Anforderungen in technische und organisatorische Maßnahmen und legt fest, welche Qualifikationen und Ausbildungen erforderlich sind.
Die DGUV Information 209-093 bildet einen umfassenden Rahmen für die Sicherheit bei Arbeiten an Hochvolt-Systemen im Fahrzeugbereich und ist ein wichtiges Instrument zur Gewährleistung der Arbeitssicherheit in diesem technologisch anspruchsvollen Bereich.
Die Richtlinie definiert vier Qualifikationsniveaus:
Stufe E und S: Sensibilisierte Person: Basisqualifikation für sensibilisierte Personen die Fahrzeuge mit Hochvoltsystem nutzen und fahren
Stufe 1E und 1S - Fachkundig unterwiesene Person (FuP): Mitarbeiter dieser Qualifikationsstufe dürfen nur unter Anleitung und Aufsicht an Hochvoltsystemen arbeiten. Diese Arbeiten sind als „nichtelektrotechnische Arbeiten“ definiert. Dafür benötigen die Beschäftigten ein grundlegendes Verständnis der Risiken und Sicherheitsvorschriften, dürfen aber keine eigenständigen Arbeiten an HV-Systemen durchführen.
Stufe 2E und 2S - Fachkundige Person für Hochvoltsysteme (FHV): Diese Personen dürfen selbständig an Hochvoltsystemen arbeiten. Die Ausbildung umfasst erweiterte Kenntnisse über Hochvoltsysteme und die praktische Fähigkeit, Gefahren zu erkennen und sicher zu arbeiten.
Stufe 3E und 3S - Hochvolt-Experte für Arbeiten unter Spannung (AuS): Hochvolt-Experten sind in der Lage, Arbeiten an nicht freigeschalteten Hochvoltsystemen durchzuführen, bei denen eine direkte Gefährdung durch Spannung besteht. Diese Fachkräfte verfügen über die höchste Qualifikation und sind für komplexe Arbeiten und Reparaturen an HV-Systemen ausgebildet.
In der DGUV Information 209-093 sind die gesetzlichen Pflichten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer festgelegt. Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass nur qualifiziertes Personal an Hochvoltsystemen arbeitet und alle Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Die Mitarbeiter sind verpflichtet, die erlernten Sicherheitsmaßnahmen anzuwenden und mit der notwendigen Sorgfalt vorzugehen. Darüber hinaus müssen die Unternehmen sicherstellen, dass die Ausrüstung für Arbeiten an HV-Systemen vorliegt und stets den geltenden Sicherheitsstandards entspricht.
Das Stufenmodell der DGUV Information 209-093
Die DGUV Information 209-093 zur Qualifizierung von Personen, die an Fahrzeugen mit Hochvoltsystemen arbeiten, besteht aus den zwei Ausbildungssträngen E und S, die sich an unterschiedliche Personengruppen richten, inhaltlich aber teilweise Überschneidungen haben. Grundsätzlich wird zwischen Arbeiten in Forschung, Entwicklung und Produktion (E) einerseits und Arbeiten an Serienfahrzeugen (S) andererseits unterschieden.
Am Anfang steht immer eine Sensibilisierungsschulung, die für alle Mitarbeiter, die ein Fahrzeug mit Hochvoltsystem bedienen, verpflichtend ist.
„Konkret bedeutet das, dass die Mitarbeiter für den bestimmungsgemäßen Umgang mit dem Fahrzeug geschult, also sensibilisiert werden“, erklärt Jonathan Wenke. „Davon sind auch elektrisch betriebene Firmenfahrzeuge betroffen, weil es sich dann um ein elektrisches Betriebsmittel der Firma handelt.“ Ein Umstand der in der Praxis wenig bekannt ist. Bei einer rein bestimmungsgemäßen Nutzung eines Elektrofahrzeugs ist das Risiko und damit die Haftung des Unternehmens jedoch eher gering. „Diese Basisschulungen sind sehr niederschwellig und werden von der WE Mobility Academy als Online-Kurs angeboten. Eine praktische Ausbildung ist nicht vorgegeben“, sagt Jonathan Wenk. "Die Schulung umfasst die richtige Bedienung und das grundlegende Verständnis im Umgang mit Elektrofahrzeugen."
Die weitere Qualifizierung für Arbeiten an Hochvoltsystemen erfolgt stufenweise, wobei jede höhere Stufe auf den Kenntnissen und Fertigkeiten der vorhergehenden aufbaut. „Die genauen Inhalte können je nach betrieblichen Anforderungen und Vorbildung angepasst werden“, sagt Jonathan Wenk. Insbesondere Kfz-Mechatroniker, die ihre Ausbildung nach 2013 abgeschlossen haben, verfügen bereits über die Fachkunde der Stufe 2S. Für ingenieurwissenschaftliche Studiengänge gibt es nur in wenigen Ausnahmefällen die Möglichkeit, Grundqualifikationen zu erwerben, die den Vorgaben der DGUV Information 209-093 entsprechen.
Die einzelnen Stufen der DGUV Information 209-093:
- Stufe E oder S: Fahrzeug laden und fahren (Diese Stufe richtet sich an alle Personen die Elektrofahrzeuge nutzen oder Arbeiten an Hochvoltsystemen durchführen.)
- Stufe 1E oder 1S: Nichtelektrotechnische Arbeiten (Diese Stufe richtet sich an Personen, die nichtelektrotechnische Arbeiten an HV-Fahrzeugen durchführen.)
- Stufe 2E oder 2S: Arbeiten an spannungsfreien HV-Systemen (Diese Stufe qualifiziert für das freischalten und Arbeiten an elektrotechnischen Arbeiten an freigeschalteten HV-Systemen. Dazu muss das Fahrzeug vor Beginn der Arbeiten entsprechend den fünf Sicherheitsregeln bei elektrischen Anlagen und den Herstellerangaben spannungsfrei geschaltet werden.)
- Stufe 3E oder 3S: Arbeiten unter Spannung (Diese höchste Stufe befähigt zu Arbeiten an unter Spannung stehenden HV-Systemen. Diese Qualifikationsstufe erfordert eine spezielle Ausbildung mit der Qualifikation der Stufe 2E oder 2S und regelmäßige Auffrischungen der Kenntnisse - derzeit sind alle vier Jahre vorgesehen.)
Jonathan Wenk - Der Hochvolt-Experte
Als Ingenieur hat sich Jonathan Wenk schon früh von der Faszination der Elektromobilität anstecken lassen. Während seines Studiums war er in der Formula Student aktiv und entwickelte in einem Projekt die Karosserie eines Elektro-Rennwagens. Heute unterstützt er das Projekt und bietet kostenlose Sensibilisierungskurse für Studenten im Umgang mit Hochvoltsystemen an.
Direkt nach dem Studium konnte er in einem kleinen Unternehmen ein neues Industrieprojekt als Projektleiter übernehmen. Es war der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser, blickt Wenk heute auf diese Zeit zurück, die ihm aber das Rüstzeug für seine weitere Karriere als Hochvolt-Experte lieferte. „Ich konnte auf keinerlei fachliche Ressourcen zurückgreifen und habe für diese Firma das erste industrielle Hochvoltkonzept inklusive einer selbst entwickelten 400-Volt-Batterie umgesetzt“, so Jonathan Wenk. Auch in der Zusammenarbeit mit Revive Automotive konnte er sein Wissen vertiefen. Das Unternehmen elektrifizierte Oldtimer Porsche 911 F- und G-Modelle zulassungsfähig.
Dieses Wissen macht ihn heute als Ausbilder für die Anwendung der Hochvolttechnik sehr wertvoll. Sein Wissen kommt aus der Praxis, hat einen fundierten theoretischen Hintergrund und wird auch so an die Schulungsteilnehmer weitergegeben. Auch Fragen, wie eine Batterie im Detail funktioniert, schrecken Wenk nicht ab. Heute gibt er sein umfangreiches Wissen in Schulungen der WE Mobility Academy und in Vorträgen weiter.
Hier geht es direkt zum SCOREDEX-Seriösitätcheck von Jonathan Wenk und der WE Mobility Academy mit einem Score von 722 Punkten. Was bedeutet das? SCOREDEX schafft Transparenz. Dazu werden Unternehmen auf einer breiten Datenbasis auf Seriösität überprüft. Aus den gesammelten und ausgewerteten Informationen wird ein Scorewert ermittelt.
FAQ WE Mobility Academy
Thomas Feldhaus
Chefredakteur | Wirtschaftsjournalist
Thomas Feldhaus macht sichtbar, was Wirtschaft antreibt – und was sie verändert. Journalismus trifft Content: präzise, relevant, auf den Punkt.