Inhaltsverzeichnis

Wärmepumpen Aktien: Boom oder Blase – lohnt sich der Einstieg noch?

Autor: Heino Zießnitz · Zuletzt aktualisiert: 24.01.25

Börse/Aktien · 8 Min. Lesedauer

Wärmepumpen Aktien: Boom oder Blase – lohnt sich der Einstieg noch? - Titelbild

Wärmepumpen Aktien machen auf dem Börsenparkett gerade keine gute Figur. Geschuldet der schwächelnden Wirtschaft und der hohen Strompreise ging 2024 die Nachfrage nach Wärmepumpen im Vergleich zu 2023 rapide zurück. Damit sanken auch die Aktienkurse der Hersteller und Zulieferanten für Wärmepumpen.

Wärmepumpen Aktien - Das Wichtigste in Kürze:

 

  • Die mangelnde Nachfrage nach Wärmepumpen lässt die Aktienkurse schwächeln.
  • Trotz Kursverlusten ist die Nachfrage nach Wärmepumpen Aktien nicht völlig eingebrochen.
  • Die Kurse bewegen sich im Moment seitwärts.
  • Einige Unternehmen der Wärmepumpenindustrie sind trotzdem optimistisch und erwarten 2025 wieder Gewinne.
  • Tendenziell erwartet die Branche mittel- und langfristig eine stabile Renditen, wenn politische Rahmenbedingungen geklärt sind.

 

  • Die Bundesregierung hat geplant jährlich 500.000 Wärmepumpen zu installieren.
  • 2024 wurden laut Bundesverband der Heizungsindustrie nur rund 200.000 Wärmepumpen neu eingebaut.
  • Verbraucher sind mit dem Einbau zurückhaltend und warten auf ein Signal von der Bundesregierung 
Gibt es reine Wärmepumpen Aktien?

Nein. Reine Wärmepumpenaktien gibt es nicht. Alle börsennotierten Unternehmen, die Wärmepumpen in ihrem Portfolio haben, bedienen noch weitere benachbarte Sektoren (z.B. Lüftung, Wasser, Heizung oder Klimasysteme).

Wichtige Wärmepumpen-Hersteller und ihre Aktien

 

Es gibt verschiedene börsennotierte Unternehmen, die sich auf Wärmepumpentechnologie spezialisiert haben oder in diesem Markt stark vertreten sind.

 

 

Die wichtigsten Aktien der Wärmepumpen-Hersteller

 

Wärmepumpen-Hersteller Bereiche Zur Aktie
NIBE Industrier AB (ISIN: SE0015988019)
  • Der schwedische Konzern NIBE ist einer der größten Hersteller von Wärmepumpen in Europa.

  • NIBE hat sich in den letzten Jahren stark auf die Entwicklung und den Vertrieb von Wärmepumpen konzentriert.

  • NIBE gilt als eines der stabilsten Investments im Bereich Wärmepumpen und hat sich als Marktführer in Europa etabliert.

Daikin Industries Ltd. (ISIN: JP3481800005)
  • Weltweit führendes Unternehmen im Bereich Klima- und Wärmetechnik, Hauptsitz in Japan.
  • Daikin produziert eine Vielzahl von Klimatisierungsprodukten, einschließlich Wärmepumpen.
  • Die Daikin-Aktie ist besonders attraktiv für Investoren, die auf internationale Expansion und eine breite Produktpalette setzen möchten.
  • Daikin profitiert stark von der globalen Nachfrage nach energieeffizienten Klimatisierungslösungen und hat eine solide Marktposition in Asien, Europa und Nordamerika.
Daikin Industries Ltd. (ISIN: JP3481800005)
  • Carrier ist ein amerikanischer Spezialist für Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnik und hat sich in den letzten Jahren intensiv im Bereich Wärmepumpen engagiert.
  • Durch die Übernahme der Klimatechniksparte von Viessmann hat Carrier seinen Marktanteil in Europa deutlich gesteigert und gilt nun als stärkerer Player im globalen Wärmepumpensektor.
  • Die Aktie von Carrier bietet ein diversifiziertes Engagement in der HVAC-Branche (Heizung, Lüftung, Klimatisierung) und hat sich als profitables Investment im Bereich nachhaltige Heiztechnologie bewährt.
Trane Technologies plc (ISIN: IE00BK9ZQ967)
  • Trane Technologies ist ein großer amerikanischer Anbieter von Heizungs- und Klimatechnik, ist in den letzten Jahren verstärkt in den Wärmepumpenmarkt eingestiegen.

  • Trane hat eine breite Produktpalette im Bereich HVAC und ist besonders in den USA und Europa stark vertreten.

  • Die Aktie von Trane ist bei Investoren beliebt, die auf die hohe Nachfrage nach energieeffizienten Technologien setzen.

Bosch Thermotechnik (nicht börsennotiert)
  • Bosch Thermotechnik ist nicht börsennotiert.
  • Bosch ist ein bedeutender Akteur auf dem deutschen Wärmepumpenmarkt und investiert erheblich in die Entwicklung effizienterer Wärmepumpensysteme.
  • Das Unternehmen setzt verstärkt auf umweltfreundliche Heizlösungen, was in einer Erweiterung des Angebots an Wärmepumpen resultiert.
  • Für Investoren ist Bosch daher indirekt interessant, da die Beteiligung an Bosch-Produkten auch in andere börsennotierte deutsche Unternehmen einfließt.
Stiebel Eltron und Vaillant (beide nicht börsennotiert)
  • Diese beiden deutschen Hersteller sind führend im Bereich der Wärmepumpentechnologie, sind jedoch ebenfalls nicht börsennotiert.
  • Ihre Wärmepumpenprodukte sind jedoch durch Partnerschaften und Investitionen in andere börsennotierte Unternehmen ein Indikator für das Wachstum im deutschen Markt für Wärmepumpen.

 

Wärmepumpen in der Krise?

 

Erneuerbare Energien stecken in der Krise. Auch die Wärmepumpenbranche in Deutschland erlebt derzeit eine schwierige Entwicklung:

 

  • Obwohl Wärmepumpen in der Hälfte aller Neubauten installiert sind und im Jahr 2023 mit 356.000 verkauften Geräten einen Rekord verzeichneten, brach die Nachfrage 2024 um 54 Prozent ein.

 

  • Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) ermittelte für das 2024 nur 200.000 Verkäufe – weit entfernt vom Ziel der Bundesregierung, ab 2024 jährlich 500.000 Wärmepumpen zu installieren.

 

Einige Ursachen für das Nachlassen der Nachfrage lagen in der langen, öffentlich geführten Diskussion um das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG), das ab 2024 Heizungen mit 65 Prozent erneuerbaren Energien in Neubauten vorschreibt. Die Unsicherheit, etwa aufgrund der kommunalen Wärmeplanung, hielt viele Hausbesitzer davon ab, in eine Wärmepumpe zu investieren

 

 

Trotz dieser Hemmnisse gibt es positive Anzeichen:

 

  • Die Förderzusagen der KfW nahmen 2024 wieder zu. Experten betonen die technische Reife und Effizienz von Wärmepumpen, auch in unsanierten Gebäuden.

 

  • Für den Wechsel auf eine klimafreundliche Heizung kann eine Förderung von bis zu 70 Prozent beantragt werden, doch viele Haushalte sind unzureichend über die Fördermöglichkeiten informiert.

 

Die Produktion von Wärmepumpen wird nicht durch Herstellerengpässe, sondern durch Marktfaktoren gehemmt.

 

  • Auf dem Aktienmarkt gibt es keine spezialisierten Wärmepumpenunternehmen, da dieses Geschäftsfeld meist von Mischkonzernen wie Panasonic, asiatischen Unternehmen oder nicht börsennotierten Unternehmen, wie Vaillant und Stiebel Eltron bedient wird.

 

  • Wer vom Wärmepumpenmarkt profitieren möchte, sollte daher nach Unternehmen mit einem großen Umsatzanteil im Wärmepumpenbereich suchen.

Wärmepumpen-Aktien: Wird Deutschland von China abgehängt?

 

  • Deutschland steht derzeit vor einer Herausforderung bei Wärmepumpen, da es jahrelang auf andere Heizungstechnologien gesetzt hat und nun einem massiven Nachfrageschub gegenübersteht.

 

  • Die Verzögerungen in der eigenen Produktion und Infrastrukturentwicklung könnten langfristig problematisch werden, da asiatische Hersteller wie Midea, Haier, Samsung und Daikin bereits gut positioniert sind. Diese Unternehmen sind aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Produktion von Klimaanlagen, die nach ähnlichen Funktionsprinzipien wie Wärmepumpen funktionieren, technisch und produktionstechnisch besser aufgestellt sind.

 

In China wurden 2022 bereits ein Drittel der weltweit produzierten Wärmepumpen hergestellt, und die Nachfrage wird weiter steigen. Deutsche Hersteller wie Vaillant und Bosch sind zwar auf dem heimischen Markt noch geführt, aber asiatische Hersteller gewinnen mit kostengünstigen Split-Systemen, die für unter 10.000 Euro erhältlich sind, zunehmend an Boden.

 

  • Die Nachfrage nach effizienten und schnell lieferbaren Wärmepumpen wird in Europa weiter steigen, da der Bedarf an umweltfreundlichen Heizsystemen wächst.

 

  • Wer kurzfristig größere Stückzahlen liefern kann, hat einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Langfristig könnte dies den Marktanteil deutscher Hersteller gefährden, falls es ihnen nicht gelingt, ihre Produktion zu skalieren und Innovationen schnell umzusetzen.

 

 

Einfluss auf den Aktienmarkt

 

Die zunehmende Präsenz asiatischer Hersteller auf dem europäischen Wärmepumpenmarkt beeinflusst die Aktienkurse sowohl etablierter europäischer als auch asiatischer Unternehmen. 

 

  • Gleichzeitig bieten sich für asiatische Hersteller Chancen auf Wachstum und Marktgewinne in Europa und Deutschland, was sich positiv auf deren Aktienkurse auswirken könnte.

 

  • Anleger sollten die Marktanteilsentwicklungen und die strategischen Anpassungen der Unternehmen genau beobachten, um fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen.

 

 

Europäische Hersteller

 

Unternehmen wie das schwedische NIBE Industrier, ein führender europäischer Wärmepumpenhersteller, könnten durch den verstärkten Wettbewerb unter Druck geraten.

 

Obwohl NIBE in den letzten Jahren von der steigenden Nachfrage profitierte, könnten Marktanteilsverluste an asiatische Konkurrenten die zukünftige Kursentwicklung beeinträchtigen.

 

 

Asiatische Hersteller

 

Asiatische Konzerne wie Daikin Industries aus Japan und Midea aus China erweitern ihre Marktpräsenz in Europa.

 

  • Daikin Industries, bekannt für seine Klimaanlagen und Wärmepumpen, verzeichnete in den letzten Jahren ein solides Wachstum. Die Aktie notierte am 24.01.2025 bei 116,15 Euro.

 

  • Midea, als einer der größten Hersteller von Haushaltsgeräten weltweit, könnte ebenfalls von der steigenden Nachfrage in Europa profitieren.
Funktionsweise einer Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe nutzt thermodynamische Prozesse, um Wärme aus der Umwelt (Luft, Wasser oder Erdreich) aufzunehmen und in Gebäude zu übertragen.

 

Der Hauptvorteil einer Wärmepumpe liegt darin, dass sie einen Großteil der Heizenergie aus der Umwelt bezieht und somit besonders effizient arbeitet.

Warum Wärmepumpen für Anleger noch attraktiv sind

 

Für Anleger sind Aktien von Unternehmen im Wärmepumpensektor attraktiv, da sie in einem wachsenden Markt für nachhaltige Heizlösungen positioniert sind und von verschiedenen Trends und Anreizen profitieren:

 

Stabile Wachstumschancen durch die Energiewende:

Der weltweite Übergang zu klimafreundlicher Energie und stärkere Klimaziele fördern die Nachfrage nach CO₂-armen Technologien wie Wärmepumpen. Dies bietet Anlegern mittelfristig eine verlässliche Wachstumsperspektive, da Wärmepumpen eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Wärmesektors spielen.

 

 

Regulierungs- und Förderimpulse:

Durch staatliche Subventionen und gesetzliche Vorgaben wird der Einsatz von Wärmepumpen gefördert. Solche Anreize heizen die Nachfrage weiter an, was den Umsatz und Gewinn von Unternehmen in diesem Bereich stärkt und stabile Renditechancen für Anleger schafft.

 

 

Ersparnis durch steigende Energiepreise:

Angesichts hoher Kosten für fossile Brennstoffe entscheiden sich immer mehr Verbraucher für kostengünstigere Wärmepumpen. Dies erhöht nicht nur die Nachfrage nach Wärmepumpen, sondern auch das Interesse an Aktien von Unternehmen, die auf diese Technologie setzen.

 

 

Innovative Weiterentwicklungen:

Die Wärmepumpentechnologie wird effizienter und leistungsfähiger, was es Unternehmen ermöglicht, wettbewerbsfähiger zu sein und höhere Margen zu erzielen. Unternehmen, die hier technologisch führend sind, können ihren Marktanteil ausbauen und langfristig profitabler werden.

 

 

Breite Anwendungsbereiche:

Wärmepumpen finden nicht nur im privaten Bereich, sondern auch in der Industrie und im Gewerbe Anwendung. Diese Diversifikation mindert das Verlustrisiko für Anleger und sichert beständiges Wachstumspotenzial.

 

 

Langfristiger Trend zu Nachhaltigkeit:

Die wachsende Bedeutung erneuerbarer Energien erhöht die Nachfrage nach alternativen Heiztechnologien. Wärmepumpen, die effizient mit erneuerbarer Elektrizität betrieben werden können, profitieren von diesem Trend und bieten langfristig eine gute Renditechance.

Förderprogramme für Wärmepumpen

 

In Deutschland gibt es verschiedene Förderprogramme, die den Einbau von Wärmepumpen unterstützen. Seit dem 1. Januar 2024 wird die Förderung für den Heizungstausch hauptsächlich über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt. Das KfW Programm 458 bietet Zuschüsse von bis zu 70 % der förderfähigen Kosten für den Kauf und Einbau einer neuen, klimafreundlichen Heizung.

 

Wirft man einen Blick auf die Prognose für die Bauwirtschaft 2025 - 2030 wird deutlich, dass ab 2025 wieder mehr Wohnungen und Häuser in Deutschland gebaut werden und diese zum großen Teil mit Wärmepumpen ausgestattet werden.

 

KfW Programm 458

 

Die KfW Bundesförderung für effiziente Gebäude - Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude setzt sich wie folgt zusammen:

 

 

Bundesförderung für effiziente Gebäude - Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude

 

Art der Förderung Höhe der Förderungen Bedingungen
Grundförderung 30 %
  • 30 % der förderfähigen Investitionskosten
Klimageschwindigkeitsbonus 30 %
  • für selbst­genutzte Wohn­einheit

  • funktions­tüchtige Öl-, Kohle-, Gas-Etagen-, Nacht­speicher­heizung oder  mindestens 20 Jahre alte Gas­heizung oder Biomasse­heizung muss aus­getauscht werden

  • alte Heizung muss fach­gerecht demontiert und ent­sorgt werden

Einkommensbonus 30 %
  • für selbst­genutzte Wohn­einheit
  • Haushalts­jahres­einkommen darf maximal 40.000 Euro/ Jahr betragen
Effizienz-Bonus 5 %
  • für effiziente und elektrisch angetriebene Wärme­pumpen und für die anteiligen Kosten für Wärme­pumpen bei bivalenten Kombi- und Kompakt­geräten. 

  •  

    wenn die Wärmepumpe ein natürliches Kältemittel nutzt oder besonders effiziente Wärmequellen wie Geothermie erschlossen werden

Emissionsminderungszuschlag 2.500,00 € pauschal
  • Sie erhalten den Emissions­minderungs­zuschlag, wenn Sie Biomasse­anlagen errichten, die nachweislich den Emissions­grenzwert für Staub von 2,5 mg/m3 einhalten.
  • Der Zu­schlag wird unab­hängig von der Höchst­grenze der förder­fähigen Gesamt­kosten gewährt.

 

Hier entlang zum KfW - Antrag zur Heizungsförderungen für Privatpersonen (Wohnhäuser).

 

 

Hier erhalten Sie weitere Informationen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zum Heizen mit Erneuerbaren Energien. 

Was kostet eigentlich eine Wärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet zwischen 13.000 € und 15.000 €.

 

Für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe werden 15.000 € bis 30.000 € fällig, je nach Erschließungsaufwand.


Heino Zießnitz

Heino Zießnitz

...immer am Zahn der Zeit - und manchmal auch voraus...

Lesen Sie interessante Beiträge zu den Themen Finanzen, Immobilien und manchmal auch wichtige Daily-News aus anderen Rubriken...

GENIESSEN SIE EXKLUSIVE VORTEILE

SQUAREVEST Newsletter Finanzen und Immobilien

  • regelmäßige Infos zu Finanz- und Immobilienthemen
  • Informationen zu neuen Anlagen auf der Informationsplattform
  • Informationen zu neuen Unternehmen
  • und vieles mehr
NEWSLETTER ANMELDEN

Kommentieren

Ihre E-Mail wird nicht veröffentlicht

Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kommentar abschicken

Kommentare


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren