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Investor Relations für mittelständische Unternehmen: SQUAREVEST-CEO Max Maurischat im Interview

Autor: Heino Zießnitz · Zuletzt aktualisiert: 01.09.26

Wirtschaft · 11 Min. Lesedauer

Investor Relations für mittelständische Unternehmen: SQUAREVEST-CEO Max Maurischat im Interview - Titelbild

Ein mittelständischer Unternehmer kann meist sehr genau erklären, warum Kunden seine Produkte kaufen sollten. Schwieriger wird es oft bei einer anderen Frage: Warum sollte ein Investor sein Kapital gerade in dieses Unternehmen investieren? Ein Kapitalgeber betrachtet schließlich mehr als Produkte, Auftragslage und Umsatz. Er möchte verstehen, wie das Geschäftsmodell funktioniert, welche Marktposition das Unternehmen erreicht hat, wer die Verantwortung trägt und welche Entwicklung mit zusätzlichem Kapital möglich wird.

 

Genau hier beginnt Investor Relations. Was bei börsennotierten Unternehmen seit Jahrzehnten zum Standard gehört, gewinnt auch für den Mittelstand an Bedeutung. Unternehmen, die Eigenkapital aufnehmen, einen strategischen Investor gewinnen oder eine größere Wachstumsphase finanzieren wollen, müssen ihre wirtschaftliche Entwicklung so darstellen, dass potenzielle Kapitalgeber das Unternehmen schnell verstehen, einordnen und bewerten können.

 

Dabei geht es nicht darum, die Investor-Relations-Abteilung eines börsennotierten Konzerns im Kleinformat nachzubauen. Mittelständische Unternehmen benötigen vor allem eine klare Investmentstory, belastbare Informationen und eine schlüssige Kommunikation, die beantwortet, was für Investoren tatsächlich relevant ist.

 

Für Max Maurischat, CEO der SQUAREVEST AG, beginnt dieser Prozess deshalb deutlich vor dem ersten Investorengespräch. Wer erst dann über seine Positionierung nachdenkt, wenn Kapital benötigt wird, muss gleichzeitig das Unternehmen erklären, das Management einordnen, Vertrauen aufbauen und bereits über eine mögliche Finanzierung sprechen.

 

SQUAREVEST kennt diese Herausforderung aus der Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen. Der Ansatz setzt deshalb vor der eigentlichen Investorensuche an. Zunächst muss ein Unternehmen aus Sicht potenzieller Kapitalgeber verständlich und überzeugend positioniert sein. Erst wenn diese Grundlage steht, können Investorenzugang und eine gezielte Ansprache ihre volle Wirkung entfalten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Investor Relations wird für mittelständische Unternehmen relevant, sobald Eigenkapital, strategische Investoren oder andere Beteiligungslösungen für die weitere Unternehmensentwicklung eine Rolle spielen.
  • Eine gute Investmentstory verbindet Zahlen und Strategie. Sie erklärt, wo ein Unternehmen heute steht, wie es dorthin gekommen ist und was mit zusätzlichem Kapital erreicht werden soll.
  • Das Management ist Teil der Investitionsentscheidung. Bei inhabergeführten Unternehmen beurteilen Kapitalgeber neben dem Geschäftsmodell auch Erfahrung, Glaubwürdigkeit und Strategie der Unternehmensführung.
  • SQUAREVEST setzt vor der eigentlichen Investorensuche an. Im Mittelpunkt stehen die Positionierung des Unternehmens, die Aufbereitung investorenrelevanter Informationen und eine gezielte Ansprache geeigneter Kapitalgeber.
  • Investor Relations kann wirtschaftliche Substanz erklären, aber nicht ersetzen. Geschäftsmodell, Zahlen, Marktposition und Management müssen überzeugen.

Warum Investor Relations im Mittelstand an Bedeutung gewinnt


Mittelständische Unternehmen finanzieren ihre Entwicklung traditionell stark über Eigenmittel, Bankkredite und Förderprogramme. Gleichzeitig zeigt die KfW-Forschung zur Unternehmensfinanzierung im Mittelstand, dass sich die Finanzierungsbedingungen und die Bereitschaft zur Kreditaufnahme in den vergangenen Jahren verändert haben. Sobald größere Investitionen, internationale Expansionen, Unternehmensnachfolgen oder neue Geschäftsmodelle finanziert werden sollen, können deshalb auch zusätzliche Eigenkapitalgeber interessant werden.

 

Damit verändert sich die Kommunikation. Ein langjähriger Kunde kennt das Unternehmen vielleicht seit Jahren und beurteilt vor allem Produkte, Qualität und Zuverlässigkeit. Ein potenzieller Investor beginnt dagegen nahezu bei null. Er muss sich zunächst ein Bild davon machen, wie das Unternehmen Geld verdient, wie belastbar seine Marktposition ist und welche Chancen und Risiken mit einer Beteiligung verbunden wären.

 

Diese Informationslücke soll Investor Relations schließen. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das vor allem, wirtschaftliche Zusammenhänge verständlich aufzubereiten und ein konsistentes Bild von Geschäftsmodell, Management und Strategie zu vermitteln.

 

Dass Investor Relations weit über die reine Veröffentlichung von Finanzzahlen hinausgeht, zeigt auch das IR-Wissen des Deutschen Investor Relations Verbands (DIRK), das Investor Relations als strategische Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kapitalgebern behandelt.

 

Dabei zählt nicht die Menge veröffentlichter Informationen. Entscheidend ist, ob ein Kapitalgeber die wesentlichen Fragen beantworten kann: Was macht das Unternehmen wirtschaftlich interessant? Welche Entwicklung wurde bereits erreicht? Wo liegen Wachstumsmöglichkeiten? Und welchen konkreten Zweck soll zusätzliches Kapital erfüllen?

Unternehmenssicht und Investorensicht sind nicht dasselbe

 

 

Was ein Investor tatsächlich wissen möchte

Das Unternehmen sagt Der Investor möchte wissen
„Unser Umsatz wächst.“ Woher kommt das Wachstum und ist es nachhaltig?
„Unser Markt ist attraktiv.“ Warum profitiert gerade dieses Unternehmen davon?
„Wir sind seit 20 Jahren erfolgreich.“ Welche Wettbewerbsvorteile sind daraus entstanden?
„Wir benötigen 5 Mio. Euro.“ Wofür genau wird das Kapital eingesetzt?
„Wir wollen expandieren.“ Welche Märkte, welche Kosten und welche Ertragsperspektive?
„Wir haben ein erfahrenes Management.“ Welche Erfolge und Erfahrungen sind konkret nachweisbar?

 

Im Gespräch mit Max Maurischat

 

Investor Relations beginnt für mittelständische Unternehmen häufig früher, als viele Unternehmer vermuten. Bevor konkrete Kapitalgeber angesprochen werden, muss klar sein, wie das Unternehmen aus Investorensicht wirkt, welche Informationen überzeugen und wo noch Erklärungsbedarf besteht.

 

Max Maurischat, CEO der SQUAREVEST AG, erklärt im Interview, welche Grundlagen mittelständische Unternehmen schaffen sollten, warum eine gute Investmentstory mehr ist als ein Pitchdeck und weshalb die Auswahl passender Investoren wichtiger sein kann als eine möglichst große Kontaktliste.


SQUAREVEST Redaktion: Herr Maurischat, wird Investor Relations für mittelständische Unternehmen unterschätzt?

Max Maurischat: Teilweise schon. Viele Unternehmer verbinden Investor Relations noch immer hauptsächlich mit börsennotierten Unternehmen. Ein klassischer Mittelständler benötigt natürlich keine große IR-Abteilung. Sobald jedoch Eigenkapital aufgenommen oder ein strategischer Investor gewonnen werden soll, entstehen ähnliche Fragen. Ein Kapitalgeber möchte das Geschäftsmodell verstehen, die bisherige Entwicklung nachvollziehen und einschätzen können, wem er sein Kapital anvertraut.

 

SQUAREVEST Redaktion: Wann sollte sich ein Unternehmen damit beschäftigen?

Max Maurischat: Möglichst bevor konkret Kapital benötigt wird. Wenn ein Unternehmen erst wenige Wochen vor einer Finanzierungsrunde beginnt, sich aus Investorensicht darzustellen, wird es unnötig schwierig. Dann müssen gleichzeitig eine Investmentstory entwickelt, das Management positioniert und Gespräche mit potenziellen Kapitalgebern vorbereitet werden.

 

SQUAREVEST Redaktion: Was sollte deshalb zuerst passieren?

Max Maurischat: Das Unternehmen muss sich selbst aus der Perspektive eines Investors betrachten. Unternehmer kennen ihr Geschäft sehr genau und setzen dieses Wissen bei Außenstehenden manchmal unbewusst voraus. Ein Investor kennt weder die internen Zusammenhänge noch die Unternehmensgeschichte. Deshalb muss schnell verständlich werden, womit Geld verdient wird, wodurch sich das Unternehmen unterscheidet und welche Entwicklung mit zusätzlichem Kapital möglich wäre.

 

SQUAREVEST Redaktion: Ist das bereits die Investmentstory?

Max Maurischat: Das ist ihre Grundlage. Für mich muss eine gute Investmentstory einen nachvollziehbaren Zusammenhang herstellen. Was hat das Unternehmen aufgebaut, wo steht es heute und was ist der nächste Schritt? Ein Investor muss verstehen, warum zusätzliches Kapital genau diesen Schritt ermöglichen oder beschleunigen kann. Wenn diese Verbindung fehlt, bleiben selbst gute Kennzahlen häufig erklärungsbedürftig.

 

SQUAREVEST Redaktion: Zahlen allein reichen also nicht?

Max Maurischat: Zahlen sind unverzichtbar, aber sie brauchen Kontext. Wenn der Umsatz in zwei Jahren um 40 Prozent steigt, möchte ein Investor wissen, wodurch dieses Wachstum entstanden ist. Kommt es aus einem einzelnen Großauftrag oder aus vielen neuen Kunden? Wurde ein neuer Markt erschlossen oder ein zusätzlicher Vertriebskanal aufgebaut? Dieselbe Zahl kann völlig unterschiedliche Ursachen und damit auch eine andere Bedeutung für die Zukunft haben.

 

SQUAREVEST Redaktion: Was zeichnet eine gute Investmentstory aus?

Max Maurischat: Vor allem Glaubwürdigkeit. Investor Relations darf keine Werbegeschichte produzieren, in der jede Entwicklung ausschließlich positiv dargestellt wird. Professionelle Investoren beschäftigen sich ohnehin mit Risiken, Wettbewerb und Schwachstellen. Glaubwürdiger ist ein Unternehmen, das seinen Markt realistisch einschätzt und erklären kann, wie es mit Risiken umgeht.

 

SQUAREVEST Redaktion: Welche Rolle spielt dabei der Geschäftsführer?

Max Maurischat: Gerade im Mittelstand eine sehr große. Bei inhabergeführten Unternehmen sind Strategie und Führung häufig eng mit wenigen Personen verbunden. Deshalb interessiert einen Investor nicht nur, was das Unternehmen heute wert ist. Er möchte auch einschätzen, ob das Management den Markt versteht und in der Lage ist, den geplanten Entwicklungsschritt umzusetzen.

 

SQUAREVEST Redaktion: Muss der Geschäftsführer dafür öffentlich stärker sichtbar werden?

Max Maurischat: Er muss keine künstliche Personenmarke aufbauen. Wenn jemand aber seit 20 Jahren in einer Branche tätig ist, ein Unternehmen aufgebaut und schwierige Marktphasen bewältigt hat, ist diese Erfahrung für einen Investor relevant. Sie sollte nachvollziehbar sein. Ein fundiertes Interview kann dabei wesentlich mehr vermitteln als eine kurze Geschäftsführerbiografie.

 

SQUAREVEST Redaktion: Wie wichtig ist die Recherche vor einem Investorengespräch?

Max Maurischat: Sehr wichtig. Potenzielle Investoren informieren sich heute meist vor dem ersten ausführlichen Gespräch über ein Unternehmen und seine Geschäftsführung. Sie sehen sich Websites, Unternehmensprofile, Fachbeiträge, Interviews und weitere öffentlich verfügbare Informationen an. Dadurch entsteht bereits vor dem direkten Kontakt ein Bild. Investor Relations sollte berücksichtigen, was ein Kapitalgeber bei dieser Recherche tatsächlich vorfindet.

 

SQUAREVEST Redaktion: Wo setzt SQUAREVEST konkret an?

Max Maurischat: Zuerst bei der Positionierung des Unternehmens. Wir schauen, welche Informationen für einen Investor relevant sind, wie das Geschäftsmodell dargestellt wird und ob Unternehmensentwicklung und Management nachvollziehbar positioniert sind. Daraus entsteht eine Struktur, die sich nicht auf eine einzelne Veröffentlichung oder ein Pitchdeck beschränkt.

 

SQUAREVEST Redaktion: Welche Maßnahmen können dazugehören?

Max Maurischat: Das hängt ganz vom Unternehmen ab. Unternehmensprofile, Interviews oder Fachbeiträge können wichtige Entwicklungsschritte dokumentieren und das Management einordnen. Entscheidend ist nicht, möglichst viele Inhalte zu produzieren. Die Informationen müssen zusammenpassen und einem Investor ein schlüssiges Gesamtbild vermitteln.

 

SQUAREVEST Redaktion: Welche Rolle übernimmt dabei die SQUAREVEST-Plattform?

Max Maurischat: Sie schafft einen zusätzlichen Informationspunkt. Unternehmen können dort ihr Geschäftsmodell und wirtschaftlich relevante Informationen darstellen. Interessenten können sich damit bereits vor einer direkten Kontaktaufnahme beschäftigen. Bei Investor Relations ist diese Vorbereitung wertvoll, weil ein erstes Gespräch dann nicht mehr vollständig bei null beginnen muss.

 

SQUAREVEST Redaktion: Gehört auch die Suche nach Investoren zu diesem Ansatz?

Max Maurischat: Investorenzugang kann ein Bestandteil sein, sollte aber nicht der erste Schritt sein. Eine lange Liste potenzieller Kapitalgeber hilft wenig, wenn das Unternehmen noch nicht überzeugend dargestellt ist. Sobald die Grundlage stimmt, kann geprüft werden, welche Investorengruppen zum Unternehmen und zum jeweiligen Kapitalbedarf passen.

 

SQUAREVEST Redaktion: Bedeutet das weniger Investoren, dafür gezielter ausgewählt?

Max Maurischat: Genau. Ein strategischer Investor verfolgt andere Ziele als ein Family Office oder ein klassischer Finanzinvestor. Deshalb halte ich wenig davon, einfach möglichst viele Kontakte anzuschreiben. Investor Relations sollte dabei helfen, die richtigen Zielgruppen zu bestimmen und die Ansprache entsprechend vorzubereiten.

 

SQUAREVEST Redaktion: Kann das Netzwerk von SQUAREVEST den Zugang erleichtern?

Max Maurischat: Bei passenden Konstellationen kann ein Netzwerk Gesprächsmöglichkeiten schaffen. Man muss aber sauber unterscheiden: Ein Kontakt kann eine Tür öffnen, mehr nicht. Danach entscheiden Geschäftsmodell, Zahlen, Management, Bewertung und Due Diligence. Seriöse Investor Relations darf nicht den Eindruck vermitteln, dass aus einem Kontakt automatisch eine Finanzierung entsteht.

 

SQUAREVEST Redaktion: Was ist der häufigste Fehler mittelständischer Unternehmen bei der Investorensuche?

Max Maurischat: Häufig wird mit dem letzten Schritt begonnen. Es gibt einen Kapitalbedarf, also wird ein Pitchdeck erstellt und anschließend werden Investoren gesucht. Sinnvoller ist es, vorher zu prüfen, ob das Unternehmen aus Investorensicht verständlich ist. Wenn ein Kapitalgeber nach seiner ersten Recherche mehr Fragen als Antworten hat, beginnt das Gespräch mit einem vermeidbaren Nachteil.

 

SQUAREVEST Redaktion: Woran erkennen Sie gute Investor Relations?

Max Maurischat: Sie funktioniert dann gut, wenn ein Investor bereits vor dem ersten ausführlichen Gespräch versteht, was das Unternehmen macht, wie es sich entwickelt hat und welche Strategie das Management verfolgt. Im persönlichen Gespräch kann man sich dadurch schneller mit den entscheidenden Punkten beschäftigen: Zahlen, Kapitalbedarf, Bewertung, Risiken und Zukunftsperspektive.

 

SQUAREVEST Redaktion: Vielen Dank für Ihre Zeit, Herr Maurischat.

Die richtige Reihenfolge entscheidet


Der wichtigste Grundgedanke des Gesprächs liegt in der Reihenfolge. Viele Unternehmen beginnen ihre Investorensuche mit Pitchdeck und Kontaktliste. Professionelle Investor Relations setzt früher an und prüft zunächst, wie das Unternehmen aus Sicht eines Kapitalgebers wahrgenommen wird. Dazu gehören eine nachvollziehbare Investmentstory, konsistente wirtschaftliche Informationen und eine erkennbare Positionierung des Managements. Erst auf dieser Grundlage lässt sich sinnvoll entscheiden, welche Investorengruppen angesprochen werden sollten.

 

Das reduziert zugleich die Informationslast des ersten Gesprächs mit einem potenziellen Investor. Muss dort erst erklärt werden, wie das Geschäftsmodell funktioniert, wer das Management ist und weshalb Kapital benötigt wird, bleibt weniger Raum für die eigentlich entscheidenden Themen wie Bewertung, Finanzierungsstruktur, Risiken und Perspektive.

Eine Investmentstory ist mehr als ein Pitchdeck


Ein Pitchdeck fasst Informationen zusammen. Eine Investmentstory erklärt die wirtschaftliche Logik dahinter und verbindet Unternehmensentwicklung, Strategie und Kapitalbedarf. Ein Unternehmen kann beispielsweise mitteilen, dass sein Umsatz innerhalb von drei Jahren von zehn auf 18 Millionen Euro gestiegen ist.

 

Für einen Investor ist damit zunächst nur die Entwicklung bekannt. Interessanter ist, weshalb dieses Wachstum entstanden ist, welche Investitionen dafür notwendig waren und ob die zugrunde liegenden Faktoren auch zukünftig wirken können.

 

Dasselbe gilt für den Kapitalbedarf. Die Aussage, fünf Millionen Euro für weiteres Wachstum aufnehmen zu wollen, beantwortet noch nicht, wie dieses Kapital eingesetzt werden soll. Ein Investor möchte wissen, ob damit Produktionskapazitäten erweitert, neue Märkte erschlossen, Technologie entwickelt oder Unternehmenszukäufe finanziert werden und welche wirtschaftlichen Effekte das Management damit erreichen will.

 

Gute Investor Relations macht diesen Zusammenhang verständlich. Sie übersetzt Zahlen und Strategie in eine Geschichte, die ein Kapitalgeber wirtschaftlich prüfen kann, ohne daraus eine Werbeerzählung zu machen.

Das Management ist Teil der Investitionsentscheidung


Bei vielen mittelständischen Unternehmen prägen wenige Personen die wirtschaftliche Entwicklung über Jahre oder Jahrzehnte. Marktkenntnis, Kundenbeziehungen und strategische Entscheidungen sind häufig eng mit Unternehmern oder Geschäftsführern verbunden. Für Kapitalgeber ist diese Führungskompetenz ein wichtiger Faktor. Sie beurteilen nicht nur, ob ein Markt attraktiv ist, sondern auch, ob das bestehende Management die geplante Strategie umsetzen und zusätzliches Kapital sinnvoll einsetzen kann.

 

Deshalb gehört die Positionierung der Unternehmensführung zur Investor Relations. Fachinterviews oder fundierte Beiträge können zeigen, wie ein Geschäftsführer seinen Markt beurteilt, welche Entscheidungen er getroffen hat und welche Strategie er verfolgt. Dabei geht es nicht um Selbstdarstellung, sondern darum, tatsächlich vorhandene Erfahrung nachvollziehbar und sichtbar zu machen.

 

Auch im bisherigen SQUAREVEST-Ansatz wird die Persönlichkeit von Unternehmern und Führungskräften deshalb als Vertrauensfaktor bei größeren wirtschaftlichen Entscheidungen betrachtet.

Investor Relations für den Mittelstand

Unternehmen verstehen

Geschäftsmodell, Markt, Management und Kapitalbedarf aus Sicht des Investors prüfen

Investmentstory entwickeln

Zahlen, Entwicklung und Wachstumsstrategie miteinander verbinden

Informationen aufbauen

Unternehmensprofil, Interviews, Fachbeiträge und relevante Unternehmensinformationen aufbauen

Passende Investoren erreichen

Passende Investorengruppen identifizieren und gezielt ansprechen

So versteht SQUAREVEST Investor Relations für den Mittelstand


Der Ansatz von SQUAREVEST lässt sich auf vier aufeinander aufbauende Schritte verdichten:

 

  1. Am Anfang steht die Investorenperspektive: Geschäftsmodell, Marktposition, bisherige Entwicklung, Management und Kapitalbedarf werden daraufhin betrachtet, welche Informationen ein potenzieller Kapitalgeber tatsächlich benötigt.
  2. Darauf folgt die Investmentstory. Zahlen, Unternehmensentwicklung und zukünftige Strategie werden so miteinander verbunden, dass nachvollziehbar wird, was bereits erreicht wurde und weshalb der nächste Entwicklungsschritt wirtschaftlich sinnvoll sein kann.
  3. Im dritten Schritt entsteht eine belastbare Informationsbasis. Unternehmensprofile, Interviews, Fachbeiträge und weitere relevante Inhalte können dazu beitragen, dass bei einer Recherche ein konsistentes Bild des Unternehmens entsteht. Die SQUAREVEST Informationsplattform schafft dafür einen zusätzlichen Ort, an dem sich Interessenten strukturiert über Unternehmen, Geschäftsmodelle und Angebote informieren können. Dazu können auch strukturierte Unternehmensprofile im SQUAREVEST Unternehmensregister beitragen. 
  4. Erst danach folgen Investorensichtbarkeit und gezielte Ansprache. Dabei steht nicht eine möglichst große Zahl von Kontakten im Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Kapitalgeber zur Unternehmensphase, zum Finanzierungsziel und zur geplanten Beteiligungsstruktur passen.

 

Damit kehrt sich die häufig übliche Reihenfolge um. SQUAREVEST beginnt nicht mit einer möglichst langen Investorenliste, sondern mit der Frage, ob das Unternehmen überhaupt überzeugend und verständlich aufgestellt ist.

Passende Investoren sind wichtiger als möglichst viele Kontakte


Investor Relations ist kein Reichweitenwettbewerb. Ein mittelständisches Unternehmen benötigt nicht Tausende potenzieller Kapitalgeber, sondern jene Investoren, deren Strategie zur eigenen Unternehmensentwicklung passt.

 

Family Offices, Private-Equity-Gesellschaften und strategische Investoren unterscheiden sich häufig bei Anlagehorizont, Renditezielen und strategischen Interessen. Andere Kapitalgeber konzentrieren sich auf bestimmte Branchen, Unternehmensgrößen oder Entwicklungsphasen.

 

Zur Vorbereitung der Investorensuche gehört deshalb immer die Frage, welcher Investor tatsächlich gesucht wird. Erst daraus lassen sich eine passende Ansprache und die dafür notwendigen Informationen ableiten.

 

Auch ein bestehendes Netzwerk gewinnt seinen Wert nicht allein durch seine Größe. Entscheidend ist, ob ein konkreter wirtschaftlicher Anknüpfungspunkt vorhanden ist. Diesen Gedanken hebt SQUAREVEST auch im bestehenden Unternehmernetzwerk hervor: Qualität und Relevanz einer Verbindung zählen mehr als eine Vielzahl vorhandener Kontakte.

Was Investor Relations nicht leisten kann


Professionelle Investorenkommunikation kann wirtschaftliche Qualität sichtbar machen, aber keine wirtschaftliche Qualität erzeugen. Ein Unternehmen mit dauerhaft problematischen Margen bekommt durch eine bessere Investmentstory keine besseren Margen. Unrealistische Wachstumsannahmen werden auch durch eine professionelle Präsentation nicht belastbarer.

 

Gute Investor Relations muss deshalb faktenorientiert bleiben und Risiken ebenso einordnen wie Chancen. Professionelle Kapitalgeber werden Schwachstellen spätestens im Rahmen ihrer Prüfung ohnehin analysieren. Ein Management, das Risiken kennt und plausibel erklären kann, wie es damit umgeht, kann gerade dadurch Glaubwürdigkeit gewinnen.

 

Dasselbe gilt für den Investorenzugang. Persönliche Kontakte oder Empfehlungen können ein Gespräch erleichtern, ersetzen aber weder Geschäftsmodell noch Kennzahlen, Bewertung oder Due Diligence. Diese Grenze zieht SQUAREVEST auch in seiner bisherigen Kommunikation ausdrücklich.

Investor Relations beginnt nicht mit dem Pitchdeck – sondern vor der Finanzierungsrunde

12–18 Monate vorher

Positionierung und Investmentstory prüfen

12–18 Monate vorher

9–12 Monate vorher

Management, Unternehmensentwicklung und Marktposition nachvollziehbar darstellen

9–12 Monate vorher

6–9 Monate vorher

Informationsbasis und öffentliche Auffindbarkeit aufbauen

6–9 Monate vorher

3–6 Monate vorher

Geeignete Investorengruppen definieren

3–6 Monate vorher

Finanzierungsphase

Gezielte Ansprache, Gespräche und Due Diligence

Finanzierungsphase

Gute Investor Relations beginnt lange vor der Finanzierungsrunde


Unternehmensentwicklung lässt sich überzeugender über einen längeren Zeitraum darstellen, als sie wenige Wochen vor einer Finanzierungsrunde nachträglich zu rekonstruieren. Ein neues Produkt, die Erschließung eines Marktes, steigende Produktionskapazitäten oder eine strategische Partnerschaft können Teil einer nachvollziehbaren Entwicklung werden.

 

Mittelständische Unternehmen müssen dafür nicht permanent wie börsennotierte Konzerne kommunizieren. Sie sollten jedoch dafür sorgen, dass wesentliche Entwicklungen und strategische Entscheidungen nachvollziehbar sind, wenn sich ein potenzieller Kapitalgeber ernsthaft mit dem Unternehmen beschäftigt.

 

Damit wird Investor Relations zur Vorbereitung auf einen möglichen Finanzierungsprozess. Die eigentliche Investorensuche bleibt ein eigener Schritt, beginnt aber auf einer wesentlich besseren Informationsgrundlage.

Fazit: Investor Relations beginnt mit Verständlichkeit


Investor Relations für mittelständische Unternehmen bedeutet nicht, die Kapitalmarktkommunikation großer Börsenkonzerne zu kopieren. Entscheidend ist vielmehr, die eigene wirtschaftliche Substanz aus Sicht eines potenziellen Kapitalgebers verständlich und überprüfbar darzustellen. Dazu gehören ein nachvollziehbares Geschäftsmodell, belastbare Zahlen, eine klare Investmentstory, ein einschätzbares Management und eine plausible Erklärung dafür, wofür zusätzliches Kapital benötigt wird und welche Entwicklung damit angestrebt wird.

 

Der Ansatz von SQUAREVEST setzt deshalb bewusst weit vor der eigentlichen Investorensuche an. Zunächst wird geklärt, wie das Unternehmen gegenüber Kapitalgebern positioniert werden sollte und welche Informationen vorhanden sein müssen. Erst darauf bauen Investorensichtbarkeit, Netzwerk und eine gezielte Ansprache geeigneter Kapitalgeber auf.

 

Damit unterscheidet sich strategische Investor Relations von einer reinen Investorendatenbank. Eine Liste liefert Kontakte, beantwortet aber noch nicht die entscheidende Frage, warum ein Investor sich überhaupt näher mit einem Unternehmen beschäftigen sollte.

 

Für den Mittelstand liegt genau darin die zentrale Aufgabe: Wer Investoren gewinnen möchte, muss nicht möglichst viele Kapitalgeber erreichen, sondern dafür sorgen, dass die richtigen Kapitalgeber das Unternehmen verstehen und seine wirtschaftliche Perspektive fundiert beurteilen können.

 

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Heino Zießnitz

Heino Zießnitz

Unternehmenskommunikation · Kapitalmarkt · Unternehmensfinanzierung · Reputation · PR · Wirtschaft

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