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Vom Projektierer zum Energieproduzenten: Der Plan der ASG Energie

Autor: Thomas Feldhaus · Zuletzt aktualisiert: 15.09.26

Wirtschaft Finanzen Nachhaltigkeit · 12 Min. Lesedauer

Vom Projektierer zum Energieproduzenten: Der Plan der ASG Energie - Titelbild

Aus Projektentwicklern sollen langfristige Betreiber werden. Die ASG Energie AG setzt auf Photovoltaik, Batteriespeicher und den Aufbau eines eigenen Energieportfolios. Finanziert wird der Ausbau unter anderem über die ASG EnergieInvest – und mit Großpaschleben entsteht nun der erste eigene Hybrid-Energiepark.

Der Plan der ASG Energie in Kürze:

  • Vom Projektentwickler zum Betreiber ASG Energie will Solar- und Speicherprojekte zunehmend langfristig im eigenen Bestand halten.
  • ASG EnergieInvest als Finanzierungsplattform Über die Tochtergesellschaft wird Kapital für die Umsetzung konkreter Energieprojekte eingeworben.
  • PV trifft Batteriespeicher Mit Hybrid-Energieparks wie Großpaschleben setzt ASG Energie auf die Kombination aus Photovoltaik und Speichern

Die Energiewende verändert nicht nur die Stromerzeugung, sondern auch die Geschäftsmodelle ihrer Akteure. Für Projektentwickler von Photovoltaikanlagen reicht es zunehmend nicht mehr aus, Flächen zu sichern, Genehmigungen einzuholen und fertige Projekte anschließend zu verkaufen.

 

Die ASG Energie AG verfolgt deshalb einen anderen Ansatz: Das Unternehmen will einen wachsenden Teil der entwickelten Anlagen selbst betreiben und daraus langfristige Erträge erzielen.

 

Eine zentrale Rolle spielt dabei die ASG EnergieInvest GmbH. Die hundertprozentige Tochtergesellschaft der ASG Energie AG übernimmt die Finanzierung des geplanten Eigenbestands und emittiert dafür Unternehmensanleihen. Mit der aktuellen ASG EnergieInvest 2026/2032 sollen unter anderem Solar- und Batteriespeicherprojekte finanziert werden. Die Anleihe hat ein Volumen von bis zu 10 Millionen Euro, einen Kupon von 7 Prozent pro Jahr und eine Laufzeit von sechs Jahren.

 

Der Ansatz ist damit mehr als eine klassische Projektfinanzierung. ASG Energie versucht, aus einer Projektentwicklungsgesellschaft schrittweise einen Betreiber von Energieinfrastruktur zu machen.

Von der ASG Engineering zur ASG Energie AG

 

Die Geschichte der heutigen ASG Energie AG beginnt nicht mit ihrer Gründung im Jahr 2023. Ihre Wurzeln reichen zurück bis zur ASG Engineering GmbH, die Jan Wecke und René Wollmerstädt bereits 2007 aufgebaut hatten. Was zunächst mit Photovoltaikanlagen auf Dächern begann, entwickelte sich später in Richtung Freiflächenanlagen und damit zu größeren Projektvolumina. Über die Jahre entstand ein Netzwerk aus Projektentwicklern, Finanzierungsexperten und technischen Spezialisten, aus dem schließlich die Idee für die heutige ASG Energie hervorging.

 

Jan Wecke, Gründer der ursprünglichen Gesellschaft und heutiger Hauptaktionär der ASG Energie AG, brachte dabei nicht nur seine Branchenerfahrung, sondern auch eine umfangreiche Projektpipeline in die neue Gesellschaft ein. Ziel war es, diese Projekte nicht lediglich zu entwickeln und anschließend zu verkaufen, sondern einen Teil der Anlagen langfristig selbst zu betreiben.

 

Bei der ASG Energie kommt viel Erfahrung aus der Erneuerbare-Energien-Branche zusammen. Mehrere Mitglieder des Managements kennen das Geschäft seit vielen Jahren – allerdings aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Finanzierung, Projektentwicklung und technische Prüfung sind dabei ebenso vertreten wie die operative Umsetzung.

 

Christof Schmieg, André Hückstädt und Thomas Benz waren zuvor bei der UmweltBank tätig. Schmieg bringt daraus seine Erfahrung in den Bereichen Finanzen und Finanzierung ein und verantwortet heute als Vorstand der ASG Energie unter anderem die finanzielle Struktur des Unternehmens. Als Geschäftsführer der ASG Energieinvest ist er zudem eng in die Finanzierung der Projektpipeline eingebunden. Hückstädt verfügt ebenfalls über langjährige Erfahrung in der Finanzierung von Erneuerbare-Energien-Projekten, während Benz heute die Projektentwicklung verantwortet.

Das Team der ASG Energie AG
Das Team der ASG Energie AG

Ergänzt wird das Team durch Florian Furtlehner, der von der DKB zur ASG kam und dort mit der technischen Prüfung von Photovoltaikprojekten befasst war. Damit reicht die Erfahrung des Managements von der Finanzierung über die technische Bewertung bis zur Entwicklung konkreter Solarprojekte.

 

Eine bewusst andere Perspektive bringt Radenko Kreplj ein. Der Vorstand kommt nicht aus der klassischen Energiewirtschaft, sondern aus einem anderen industriellen Umfeld und verantwortet bei der ASG insbesondere das operative Projektgeschäft. Sein branchenfremder Hintergrund soll helfen, etablierte Abläufe mit einem zusätzlichen Blick auf Prozesse und Organisation zu betrachten.

 

Für die ASG ergibt sich daraus eine Kombination, die zum Geschäftsmodell passt: langjährige Branchenkenntnis trifft auf Finanzierungs- und Projekterfahrung – ergänzt um einen Blick von außen auf die Organisation und operative Umsetzung.

ASG EnergieInvest: Die Finanzierungsgesellschaft innerhalb der Gruppe

 

Eine wichtige Rolle innerhalb der Gruppenstruktur spielt zudem die ASG Energieinvest GmbH. Sie ist als Emittentin für die Aufnahme von Kapital zuständig und damit eng mit der Finanzierung der Projektpipeline verbunden. Geschäftsführer der Energieinvest sind Christof Schmieg und Katrin Nitsche. Während Schmieg insbesondere für Zahlen, Finanzierungen und die finanzielle Struktur verantwortlich ist, ergänzt Itsche die Geschäftsführung auf gesellschaftsrechtlicher und organisatorischer Ebene.

 

Die Struktur spiegelt damit auch das Geschäftsmodell der Gruppe wider. Die Projektentwicklung und der spätere Betrieb der Anlagen liegen in einer Vielzahl einzelner Projektgesellschaften, während die Energieinvest die Finanzierung auf Ebene der Emittentin bündelt.

 

Ein Börsengang der ASG Energie AG ist derzeit nicht vorgesehen. Die Aktien befinden sich weiterhin im Kreis der Personen, die zugleich operativ mit dem Unternehmen verbunden sind. Eine Öffnung des Aktionärskreises über den öffentlichen Kapitalmarkt ist damit aktuell nicht geplant.

Vom Projektentwickler zum Betreiber

 

Das Geschäftsmodell der ASG Energie ist auf den langfristigen Aufbau eines eigenen Bestands an Solar- und Speicheranlagen ausgerichtet. Anders als klassische Projektentwickler will das Unternehmen die entwickelten Anlagen nicht grundsätzlich nach Genehmigung oder Fertigstellung veräußern, sondern möglichst langfristig selbst betreiben.

 

Der ursprüngliche Plan war dabei klar formuliert: „Wir wollten eigentlich alle Projekte selbst behalten“, sagt Christof Schmieg. Die veränderten Finanzierungsbedingungen haben diesen Ansatz jedoch anspruchsvoller gemacht. Banken verlangen einen relevanten Eigenkapitalanteil, während Batteriespeicher bei neuen Projekten zunehmend Bestandteil der Projektkalkulation sind. Für ASG bedeutet das, dass neben der Entwicklung geeigneter Projekte auch die Frage der Finanzierung an Bedeutung gewinnt.

 

Die Projekte werden deshalb über mehrere Finanzierungselemente strukturiert. Auf Ebene der einzelnen Projektgesellschaften stellen Banken die vorrangige Finanzierung bereit. Zusätzliches Kapital wird über die ASG Energieinvest eingeworben, unter anderem über die Ausgabe von Anleihen. Dieses Kapital übernimmt innerhalb der Finanzierungsstruktur die Funktion eines Mezzanine- beziehungsweise Eigenkapitalbausteins.

 

Wie dieser Ansatz praktisch umgesetzt werden soll, zeigt der Energiepark Großpaschleben im sachsen-anhaltischen Osternienburger Land. Das von ASG entwickelte Hybridprojekt verbindet eine Photovoltaikanlage mit einem Batteriespeicher. Vorgesehen sind 4 MWp Photovoltaikleistung sowie ein Batteriespeicher mit 5 MWh Kapazität und 2,5 MW Leistung. Der Baustart ist erfolgt, die vollständige Inbetriebnahme und der Netzanschluss sind für das erste Quartal 2027 geplant.

 

Für ASG ist Großpaschleben zugleich mehr als ein weiteres Projekt in der Pipeline. Der Energiepark steht für den Schritt vom bislang stark durch die Projektentwicklung geprägten Geschäft hin zum Aufbau eigener Erzeugungs- und Speicherinfrastruktur. Photovoltaik und Batteriespeicher werden dabei gemeinsam geplant und finanziert und sollen anschließend langfristig betrieben werden.

 

Christof Schmieg: „Mit dem Baustart in Großpaschleben erreichen wir einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung unseres Unternehmens. Erstmals realisieren wir einen eigenen Hybrid-Energiepark, der beispielhaft für unsere langfristige Strategie steht: den Aufbau eines qualitativ hochwertigen Portfolios aus Photovoltaik- und Batteriespeicherprojekten mit nachhaltigem Wertschöpfungs- und Ertragspotenzial.“

Christof Schmieg CFO ASG Energie AG

„Mit dem Baustart in Großpaschleben erreichen wir einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung unseres Unternehmens."

CFO ASG Energie AG

Christof Schmieg

Entsprechend richtet sich auch die Finanzierungsstrategie auf die langfristige Bewirtschaftung der Anlagen. Die Einnahmen aus der Stromproduktion sollen über die Laufzeit der Projekte dazu beitragen, die verschiedenen Finanzierungselemente zu bedienen.

 

Damit rückt die weitere Entwicklung der Projektpipeline in den Mittelpunkt. Aus den bereits entwickelten und künftig hinzukommenden Projekten soll schrittweise ein eigener Bestand an Solar- und Speicheranlagen entstehen. Großpaschleben ist dabei der erste konkrete Schritt in diese Richtung.

 

Großpaschleben steht dabei aber nicht allein. Im Wertpapierprospekt der ASG EnergieInvest sind vier konkrete Vorhaben benannt: neben dem Hybrid-Energiepark in Großpaschleben gehören dazu Jeßnigk West 2 sowie Neuburxdorf Nord und Neuburxdorf Süd. Zusammengenommen sollen die Projekte nach der aktuellen Planung auf rund 128 MWp Photovoltaikleistung und etwa 125 MWh Batteriespeicherkapazität kommen.

Großpaschleben als erster Hybrid-Energiepark der ASG Energie

Vom Solarprojekt zum Eigenbestand

Mit dem Energiepark Großpaschleben verbindet die ASG Energie erstmals Photovoltaik und Batteriespeicher in einem eigenen Projekt. Der Baustart markiert zugleich den Beginn des geplanten Aufbaus eines langfristigen Betreiberportfolios.

4 MWp – Photovoltaik

Der Energiepark soll mit einer installierten Leistung von 4 MWp Solarstrom erzeugen.

5 MWh – Speicher

Ein Batteriespeicher mit 5 MWh Kapazität und 2,5 MW Leistung ergänzt die Photovoltaikanlage.

2027 – Inbetriebnahme

Netzanschluss und vollständige Inbetriebnahme des Hybrid-Energieparks sind für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

Warum Batteriespeicher für ASG Energie wichtiger werden

 

Ein entscheidender Punkt in der Strategie ist die Kombination von Photovoltaik und Batteriespeichern.

 

Der Grund liegt in der zunehmenden Volatilität des Strommarktes. Solarstrom entsteht vor allem dann, wenn viel Sonnenenergie verfügbar ist – also zu Zeiten, in denen auch viele andere PV-Anlagen Strom produzieren. Dadurch können die Preise zeitweise stark fallen oder sogar negativ werden.

 

Ein Batteriespeicher verändert die Vermarktungsmöglichkeiten. Strom kann tagsüber gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgegeben werden. Bei sogenannten Grünstromspeichern wird der Speicher direkt mit der Photovoltaikanlage gekoppelt.

 

Die ASG Energie betrachtet Speicher deshalb zunehmend nicht mehr als Zusatzkomponente, sondern als Bestandteil des eigentlichen Geschäftsmodells. Laut Unternehmensprospekt sollen Energiespeicher künftig systematisch in Photovoltaikprojekte integriert werden. Ziel ist eine größere Vermarktungsflexibilität und eine stabilere wirtschaftliche Basis der Projekte. Christof Schmieg: „Im Moment bauen wir keine Photovoltaikanlage ohne Speicher, weil der Businessplan für reine Photovoltaik schwer darstellbar ist."

 

Auch die Unternehmensstrategie hat sich entsprechend verändert. Ursprünglich wollte ASG Energie bis 2034 rund ein Gigawatt Photovoltaikleistung im Eigenbestand betreiben. Inzwischen ist die Zielsetzung breiter: Bis 2034 beziehungsweise 2036 sollen rund 4 Gigawatt an Erzeugungskapazitäten inklusive Speicherkomponenten aufgebaut und langfristig betrieben werden.

Christof Schmieg CFO ASG Energie AG

„Im Moment bauen wir keine Photovoltaikanlage ohne Speicher, weil der Businessplan für reine Photovoltaik schwer darstellbar ist."

CFO ASG Energie AG

Christof Schmieg

Die neue Anleihe soll den nächsten Wachstumsschritt finanzieren

 

Für die Umsetzung dieser Vorhaben setzt die ASG EnergieInvest auf ihre aktuelle Unternehmensanleihe ASG EnergieInvest 2026/2032. Sie soll das Kapital bereitstellen, das auf Ebene der Projektgesellschaften als Finanzierungsbaustein benötigt wird.

 

Das geplante Emissionsvolumen liegt bei bis zu 10 Millionen Euro, der jährliche Zinssatz bei 7 Prozent. Die Laufzeit reicht vom 20. Mai 2026 bis zum 20. Mai 2032. Die Mindeststückelung beträgt 1.000 Euro. Die Anleihe ist nicht nachrangig, allerdings auch nicht besichert. Die Einbeziehung in den Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse ist nach den vorliegenden Angaben für den 22. September 2026 vorgesehen.

 

Bei einer vollständigen Platzierung sollen nach Abzug der Emissionskosten rund 9,35 Millionen Euro für die Entwicklung, den Bau und den Betrieb von Photovoltaik- und Energiespeicheranlagen sowie für damit verbundene Management-, Finanzierungs- und Vertriebsaufwendungen zur Verfügung stehen. Ein wesentlicher Teil des Kapitals ist für die Umsetzung konkreter Projekte vorgesehen.

 

Damit erhält die Anleihe einen unmittelbaren Bezug zur Projektpipeline der Gruppe. Zugleich ist ihr Einsatz nicht ausschließlich auf die vier im Prospekt genannten Vorhaben begrenzt. Die Finanzierung weiterer Photovoltaik- und Speicherprojekte ist grundsätzlich ebenfalls vorgesehen. Für ASG EnergieInvest bedeutet das: Mit dem eingesammelten Kapital soll nicht nur ein einzelner Energiepark realisiert, sondern Schritt für Schritt der geplante eigene Anlagenbestand aufgebaut werden.

Ein Geschäftsmodell mit langem Zeithorizont

 

Das Geschäftsmodell der ASG Energie ist auf einen deutlich längeren Zeitraum ausgerichtet als die Laufzeit der aktuellen Anleihe. Während die Finanzierung über sechs Jahre angelegt ist, sollen die damit finanzierten Energieanlagen über Jahrzehnte betrieben werden.

 

Für die Photovoltaikprojekte kalkuliert das Unternehmen mit einer Laufzeit von rund 30 Jahren. Auch die entsprechenden Pachtverträge sind langfristig ausgelegt. Bei den Batteriespeichern ist der Zeithorizont kürzer: Durch die technische Alterung müssen sie voraussichtlich früher ersetzt werden.

 

Daraus ergibt sich ein wesentlicher Unterschied zum klassischen Projektgeschäft. Wer einen Solarpark nach seiner Entwicklung verkauft, realisiert den wirtschaftlichen Erfolg im Wesentlichen mit der Transaktion. ASG Energie verfolgt dagegen den Ansatz, Projekte langfristig im eigenen Bestand zu halten. Die Erträge sollen damit nicht nur bei der Entwicklung entstehen, sondern über viele Jahre aus dem Betrieb der Anlagen und der Vermarktung des erzeugten Stroms.

 

Für die aktuelle Anleihe bedeutet das einen vergleichsweise kurzen Finanzierungszeitraum gegenüber der geplanten Nutzungsdauer der Anlagen. Die wirtschaftliche Perspektive des Modells reicht damit deutlich über das Ende der sechsjährigen Anleihelaufzeit hinaus.

Standortsuche ist ein Geschäft für Geduld

 

Bevor aus einem Grundstück ein Solarpark wird, steht allerdings ein langer Entwicklungsprozess.

 

ASG Energie konzentriert sich stark aber nicht nur auf Mitteldeutschland. Ein Grund dafür ist die historische Verwurzelung der Gruppe in Sachsen-Anhalt. Gleichzeitig besteht dort ein Netzwerk zu Grundstückseigentümern, Kommunen und weiteren Projektpartnern.

 

Ein potenzieller Standort muss zahlreiche Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem die rechtliche Eignung der Fläche, die Umweltverträglichkeit, das Einvernehmen der Gemeinde und vor allem die Möglichkeit eines wirtschaftlich sinnvollen Netzanschlusses.

 

Christof Schmieg: "Gerade der Netzanschluss kann über die Wirtschaftlichkeit entscheiden." Ist die Entfernung zum Netz zu groß und müssen kilometerlange Leitungen gebaut werden, kann ein grundsätzlich geeigneter Standort wirtschaftlich uninteressant werden. Auch die Höhe der Pacht, Genehmigungsrisiken und kommunale Widerstände können Projekte aus der Pipeline herausfallen lassen.

 

Die ASG setzt dabei auf die Zusammenarbeit und Kooperation mit den Kommunen und versucht nicht, Projekte gegen deren Willen durchzusetzen.

 

Von der ersten Standortprüfung bis zur Inbetriebnahme kann bei einem Solarprojekt allerdings einige Zeit vergehen. Je nach Verfahren rechnet ASG Energie mit etwa eineinhalb bis vier Jahren Entwicklungszeit. Bei komplexeren Vorhaben kann sich der Prozess entsprechend über mehrere Jahre erstrecken.

ASG EnergieInvest 2026/2032 – die wichtigsten Eckdaten

  • Emittentin ASG EnergieInvest GmbH
  • Muttergesellschaft ASG Energie AG
  • Anleihe ASG EnergieInvest 2026/2032
  • Emissionsvolumen bis zu 10 Mio. Euro
  • Zinssatz 7 % p. a.
  • Laufzeit 20. Mai 2026 bis 20. Mai 2032
  • Mindeststückelung 1.000 Euro
  • Rückzahlung 100 %
  • ISIN DE000A46Z932
  • Geplantes Börsenlisting 22. September 2026, Freiverkehr Frankfurt
  • Vorgesehene Projekte Großpaschleben, Jeßnigk West 2, Neuburxdorf Nord, Neuburxdorf Süd
  • Geplante PV-Leistung rund 128 MWp

Der regulatorische Rahmen bleibt entscheidend

 

Auch für die ASG Energie spielen die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Bei der Entwicklung von Photovoltaikprojekten müssen unter anderem die Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und die jeweiligen Förder- und Ausschreibungsbedingungen berücksichtigt werden.

 

Für die Finanzierung kommt es dabei vor allem auf die Frage an, wie verlässlich sich die künftigen Einnahmen eines Projekts kalkulieren lassen. Das ist auch für Banken von Bedeutung, wenn sie die langfristige Finanzierung einer Anlage beurteilen. Nicht jedes Projekt verfügt dabei über die gleichen Voraussetzungen – insbesondere dann, wenn die Erlöse nicht über klassische EEG-Mechanismen abgesichert sind.

 

Für ASG Energie gehört deshalb bereits in der Entwicklungsphase die Frage dazu, unter welchen rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen ein Projekt später finanzierbar und betreibbar ist. Die regulatorische Planungssicherheit wird damit zu einem wichtigen Bestandteil der Projektkalkulation.

Was die Strategie der ASG Energie auszeichnet

 

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt einen klaren roten Faden: Aus einer historisch gewachsenen Projektentwicklung rund um die ASG Engineering soll ein integrierter Energieinfrastruktur-Anbieter entstehen.

 

Dabei greifen mehrere Bausteine ineinander:

 

  • Projektentwicklung: Die Gruppe entwickelt Solar- und Speicherprojekte und baut eine umfangreiche Pipeline auf.
  • Finanzierung: Die ASG EnergieInvest stellt über Unternehmensanleihen Kapital für die Umsetzung bereit.
  • Projektgesellschaften: Einzelne Anlagen werden in separaten Gesellschaften strukturiert.
  • Eigenbestand: Ein wachsender Teil der Projekte soll langfristig gehalten und betrieben werden.
  • Batteriespeicher: Speicher werden zunehmend zum festen Bestandteil neuer Projekte.
  • Stromvermarktung: Die Gruppe will sich nicht allein auf die Stromerzeugung konzentrieren, sondern auch stärker an der Vermarktung beteiligen.

 

➡️ Dieser Ansatz macht die ASG Energie weniger zu einem reinen Solarparkentwickler und stärker zu einem Unternehmen, das versucht, eine eigene Plattform für erneuerbare Energieinfrastruktur aufzubauen.

Chancen und Risiken liegen im Detail

 

Die Geschichte der ASG EnergieInvest ist vor allem eine Geschichte des Aufbaus. Das Unternehmen verfügt über eine umfangreiche Projektpipeline, der angestrebte eigene Anlagenbestand entsteht jedoch erst Schritt für Schritt. Damit liegt ein wesentlicher Teil der wirtschaftlichen Perspektive in der Zukunft. Die Projekte müssen zunächst genehmigt, finanziert, gebaut und anschließend über viele Jahre erfolgreich betrieben werden.

 

Für die Wirtschaftlichkeit sind dabei mehrere Faktoren entscheidend. Dazu gehören die Entwicklung der Strompreise ebenso wie Zinsen, Baukosten und die Preise für Komponenten. Gerade bei der Kombination von Photovoltaik und Batteriespeichern wird die Kalkulation komplexer. Während sich die Erzeugung einer Solaran

 

Hinzu kommt der regulatorische Rahmen. Änderungen bei Förderbedingungen, Ausschreibungen oder anderen gesetzlichen Vorgaben können die Wirtschaftlichkeit neuer Projekte beeinflussen. Für einen Projektentwickler, dessen Vorhaben teilweise mehrere Jahre bis zur Inbetriebnahme benötigen, ist deshalb vor allem die langfristige Planbarkeit von Bedeutung.

 

Auch die Finanzierung verdient einen genauen Blick. Die ASG EnergieInvest übernimmt als Emittentin eine zentrale Rolle bei der Bereitstellung des Kapitals für die Projektgesellschaften. Die einzelnen Anlagen sollen ihre Finanzierung über die erwarteten langfristigen Einnahmen aus dem Stromgeschäft tragen. Das setzt voraus, dass Projekte wie geplant umgesetzt werden und die zugrunde gelegten Ertragsannahmen Bestand haben.

Für die ASG EnergieInvest bedeutet der aktuelle Schritt zunächst den weiteren Aufbau des eigenen Anlagenbestands. Ein bereits etabliertes Portfolio laufender Energieanlagen steht dabei noch nicht im Mittelpunkt. Die Anleihe soll vielmehr dazu beitragen, weitere Photovoltaik- und Speicherprojekte zu entwickeln, zu finanzieren und umzusetzen. Sie ist nach den veröffentlichten Angaben nicht besichert. Für die Rückzahlung sind damit die wirtschaftliche Entwicklung der Emittentin und die Erträge aus ihrem Geschäftsmodell von wesentlicher Bedeutung.

 

Wie sich dieser Ansatz wirtschaftlich entwickelt, wird letztlich an der Umsetzung der Projektpipeline abzulesen sein. Zwischen der Entwicklung eines Projekts und einem dauerhaft betriebenen Energiepark liegen mehrere Schritte – von Genehmigung und Finanzierung über den Bau bis hin zur Inbetriebnahme und dem laufenden Betrieb. Erst mit der zunehmenden Zahl realisierter und betriebener Anlagen wird sich zeigen, welchen Beitrag der geplante Eigenbestand zur wirtschaftlichen Entwicklung der ASG Energie leisten kann.

Fazit: Vom Projektentwickler zum Betreiber

 

Die ASG Energie AG steht vor einem nächsten Schritt in ihrer Entwicklung. Aus der langjährigen Erfahrung in der Projektentwicklung soll zunehmend ein Geschäftsmodell entstehen, das auch den langfristigen Betrieb der eigenen Anlagen umfasst. Die Projektpipeline bildet dafür die Grundlage, die Umsetzung der Vorhaben bleibt jedoch der entscheidende Faktor.

 

Mit der ASG EnergieInvest verfügt die Gruppe über eine eigene Gesellschaft für die Finanzierung dieses Weges. Die aktuelle Anleihe soll dazu beitragen, das notwendige Kapital für konkrete Photovoltaik- und Speicherprojekte bereitzustellen. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt ein Stück weit. Nicht allein die Entwicklung und Realisierung von Solarparks steht im Mittelpunkt, sondern deren langfristige Bewirtschaftung.

 

Der Baustart in Großpaschleben macht diese Strategie erstmals konkret. Hier treffen die verschiedenen Elemente des Geschäftsmodells aufeinander, Projektentwicklung, Anleihefinanzierung, Photovoltaik und Batteriespeicher. Für die ASG EnergieInvest ist das zugleich ein erster Schritt beim Aufbau des eigenen Anlagenbestands.

 

Wie tragfähig das Modell am Ende ist, wird sich allerdings erst mit zunehmender Zahl fertiggestellter und betriebener Projekte beurteilen lassen. Zwischen einer gut gefüllten Pipeline und einem dauerhaft ertragreichen Energieportfolio liegen Genehmigung, Finanzierung, Bau und Betrieb. Hinzu kommen Faktoren wie Strompreise, Finanzierungskosten und regulatorische Veränderungen.

 

Wie sich das Geschäftsmodell der ASG Energie entwickelt, wird sich insbesondere mit der weiteren Umsetzung der Projektpipeline zeigen. Maßgeblich wird dabei sein, in welchem Umfang geplante Projekte realisiert und langfristig betrieben werden können.

FAQ zur ASG Energie AG und ASG EnergieInvest


Thomas Feldhaus

Thomas Feldhaus

Chefredakteur | Wirtschaftsjournalist

Thomas Feldhaus macht sichtbar, was Wirtschaft antreibt – und was sie verändert. Journalismus trifft Content: präzise, relevant, auf den Punkt.

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