SUSMATA AG – Innovative Materialien aus Pflanzenabfällen
Autor: Thomas Feldhaus · Zuletzt aktualisiert: 31.05.26
Wirtschaft Nachhaltigkeit · 8 Min. Lesedauer
Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Trend, sondern ein struktureller Faktor der modernen Industrie. In diesem Umfeld tritt die SUSMATA AG als Material-Tech-Unternehmen mit einer ambitionierten Vision an: pflanzliche Reststoffe in funktionale, hochwertige Materialien zu verwandeln, die fossile und tierische Rohstoffe ersetzen sollen. Das Unternehmen nutzt dabei verschiedene pflanzliche Abfälle unter anderem aus der Teeherstellung, um Produkte aus einem offenen Material-Portfolio zu entwickeln, das von veganen Lederalternativen bis hin zu biobasierten Kunststoffen reicht. Die Botschaft: Ressourcenschonung, Kreislaufwirtschaft und industrielle Skalierbarkeit in einem.
SUSMATA AG in Kürze:
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Innovative Nutzung von Abfallstoffen Susmata verarbeitet industrielle pflanzliche Reststoffe wie sie unter anderem in der Teeproduktion anfallen, zu veganen Lederalternativen (WASTEA) und biobasierten Kunststoffen. Dadurch werden Abfälle reduziert und CO₂-Emissionen spürbar gesenkt.
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Industrieerprobte Performance Das Material erfüllt hohe Standards in Automobil- und Modeanwendungen, ist leicht, hitzebeständig, wasserabweisend und vielseitig einsetzbar – von Sitzen über Cockpits bis hin zu Accessoires.
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Marktpotenzial & Kreislaufwirtschaft Durch strategische Partnerschaften und skalierbare Technologien positioniert sich SUSMATA als führender Akteur in einem dynamisch wachsenden Markt für nachhaltige Materialien. Allein für veganes Leder wird bis 2034 ein Marktvolumen von nahezu 28 Mrd. USD erwartet.
Die SUSMATA AG entwickelt nachhaltige Materialien aus pflanzlichen Industrieabfällen. Bekannt wurde das Unternehmen vor allem durch WASTEA, eine vegane Lederalternative aus Teeabfällen, die bereits in der Automobil- und Möbelindustrie eingesetzt wird. Neben veganem Leder arbeitet SUSMATA an biobasierten Kunststoffen, Styropor-Alternativen und weiteren nachhaltigen Werkstoffen für die Kreislaufwirtschaft.
Das Unternehmen verfolgt das Ziel, fossile und tierische Rohstoffe durch leistungsfähige Materialien aus bislang ungenutzten Pflanzenabfällen zu ersetzen. Durch Partnerschaften mit großen Rohstofflieferanten und eine patentierte Technologieplattform positioniert sich SUSMATA in einem weltweit wachsenden Markt für nachhaltige Materialien.
Die SUSMATA AG entwickelt ein nachhaltiges Materialportfolio, das auf biologisch basierten und abbaubaren Werkstoffen aus pflanzlichen Industrieabfällen beruht. Damit sollen insbesondere Kunststoffe, Verpackungen und Lederimitate nachhaltiger gestaltet und perspektivisch durch kreislauffähige Lösungen ersetzt werden.
Auf der Suche nach dem nachhaltigem Lederimitat - Warum SUSMATA auf Teeabfälle setzt
Weltweit befinden sich insbesondere die Textil- und Automobilindustrie in einem grundlegenden Umbruch. Klimaschutz, neue Nachhaltigkeitsvorgaben und strengere Berichtspflichten zwingen Hersteller dazu, ihre bislang selbstverständlichen Materialien zu hinterfragen. Erdölbasierte Kunststoffe und tierisches Leder geraten zunehmend ins Visier von Gesetzgebern und Investoren, aber auch Verbraucher verlangen zunehmend nachhaltigere Alternativen.
Dabei bröckelt das Image klassischer Werkstoffe. Tierisches Leder steht wegen der klimaschädlichen Rinderhaltung, des chemieintensiven Gerbungsprozesses und eines hohen Wasserverbrauchs in der Kritik. Kunstleder aus Polyurethan oder PVC wiederum löst zwar ethische Fragen, bleibt aber abhängig von fossilen Rohstoffen und trägt zur wachsenden Mikroplastikbelastung bei. Die Suche nach tragfähigen Alternativen ist daher in vollem Gange.
Dieses Umfeld hat einer neuen Generation von Materialentwicklern den Weg bereitet. Start-ups experimentieren mit Fasern aus Ananas, Pilzmyzel oder Kaktus, um Leder und Kunststoff zu ersetzen. Die SUSMATA AG positioniert sich in dieser „Materialrevolution“ mit einem eigenen Ansatz: Sie setzt auf Abfälle, die bei der Tee-Herstellung anfallen als Rohstoffbasis.
Angesichts der Rolle der Türkei als einer der größten Teeproduzenten weltweit verfügt die SUSMATA AG über einen nahezu unbegrenzten Zugang zu diesem bislang kaum genutzten Material – und damit über einen strategischen Hebel, um sich in einem lukrativen Zukunftsmarkt zu behaupten.
„Wir arbeiten konsequent mit industriellen Reststoffen, die bislang keine weitere Verwendung mehr finden. Genau das macht unsere Materialien deutlich nachhaltiger.“
CEO SUSMATA AG
Erdem Dogan
WASTEA: Leicht, nachhaltig und vielseitig einsetzbar
WASTEA ist das Kernprodukt der SUSMATA AG und ein leistungsfähiges Material mit einem Biobasisanteil von 40 bis 95 Prozent, abhängig von den jeweiligen Kundenanforderungen. Im Unterschied zu konventionellem Kunstleder ist WASTEA bereits PVC-frei und soll perspektivisch auch ohne gesundheitsschädliche Lösungsmittel wie DMF oder Toluol auskommen.
Das bietet Vorteile für Arbeitsschutz und Umwelt. Mit einem Flächengewicht von rund 500 Gramm pro Quadratmeter ist das Material deutlich leichter als Tierleder und verfügt zugleich über hitzebeständige, wasserabweisende und antibakterielle Eigenschaften. Es ist vielseitig einsetzbar, als Rollenware verfügbar und kann je nach Kundenanforderung individuell eingefärbt, geprägt, bedruckt oder perforiert werden. Auch technische Parameter des Trägermaterials, etwa die Materialstärke, lassen sich bedarfsgerecht anpassen.
WASTEA ist zudem mit der Zertifizierung „Very low VOC levels“ ausgezeichnet. VOC sind flüchtige organische Verbindungen, also gasförmige Stoffe, die bereits bei Raumtemperatur verdampfen und unter anderem aus Klebstoffen oder Farben freigesetzt werden.
So findet WASTEA zunehmend Eingang in industrielle Anwendungen, Konsumgüter aber auch der Automobilindustrie und zeigt damit seine Marktreife. Dabei erfüllt das Material die strengen Automotiv-Standards in Bezug auf Haltbarkeit, UV-Beständigkeit, Sicherheit und Emissionen. Besonders interessant für die Hersteller ist die mögliche CO₂-Einsparung von rund 80 %.
➡️ Eigenschaften von WASTEA
- PVC-frei
- geringer Materialeinsatz
- wasserabweisend
- hitzebeständig
- antibakteriell
- individualisierbar
- industriell skalierbar
Im Dezember erhielt SUSMATA nach einer dreijährigen Projektlaufzeit vom Restaurantbetreiber McDonald’s den Global Award für drei Franchise-Stores. Auf Grundlage der strengen internationalen Restaurantstandards des Unternehmens wurden zwei Materialien in den Farben Mustard und Grey Melange für den Einsatz in Sitzmöbeln entwickelt. WASTEA bestand dabei sämtliche Prüfungen, darunter Tests zu Feuerfestigkeit, Farbechtheit, Reinigungsfreundlichkeit und Abriebfestigkeit sowie Nachhaltigkeitsbewertungen wie VOC-Level- und LCA-Freigaben.
Ein zentraler Erfolgsfaktor für SUSMATA ist die exklusive Partnerschaft mit Çaykur. Das staatliche Unternehmen kontrolliert einen Großteil der türkischen Teeernte und sichert SUSMATA damit den Zugang zu nahezu unbegrenzten Mengen an pflanzlichen Industrieabfällen der Klasse 4. Für industrielle Abnehmer ist diese Versorgungssicherheit ("Security of Supply") ein entscheidendes Kriterium. Zugleich treibt SUSMATA die internationale Skalierung voran und arbeitet bereits in Machbarkeitsprojekten mit weiteren Partnern in Indien und China.
Das Wichtigste in Kürze:
- Entwicklung nachhaltiger Materialien aus Pflanzenabfällen
- Hauptprodukt WASTEA als vegane Lederalternative
- Einsatz in Automobil-, Möbel- und Modeindustrie
- CO₂-Einsparungen von bis zu 80 Prozent möglich
- Börsennotierung seit 2025
- Weitere Produkte wie NOTPLAST und BIOSTYRO in Entwicklung
Eine Technologieplattform für viele Lösungen
WASTEA markiert lediglich den Auftakt. SUSMATA arbeitet an einer breiten Palette biobasierter Materialien für unterschiedliche Produktanwendungen, die verschiedene Branchen adressieren und in den kommenden Monaten und Jahren gezielt weiterentwickelt werden.
- VSP+ Produktlinie: Neben WASTEA befinden sich weitere Materialien in der Entwicklung – REROSE aus Rosenabfällen, KOHIMATA aus Kaffeeresten und LAVMATA aus Lavendelresten. Jedes Material wird aus spezifischen Pflanzenabfällen gewonnen. (Erste Produkte sollen im Juli vorgestellt werden.)
- NOTPLAST: Ein vollständig biologisch abbaubarer Kunststoffersatz aus pflanzlichen Abfällen, frei von Mikroplastik und gedacht für Verpackungen, Kosmetik und Konsumgüter. (Markteinführung ist für den Sommer 2026 geplant)
- BIOSTYRO: Eine biobasierte, biologisch abbaubare Alternative zu herkömmlichem Styropor, hergestellt aus landwirtschaftlichen Pflanzenabfällen. (Einführung 2027)
- CIRCMA: Ein zirkuläres Material für Bau und Innenraumgestaltung, konzipiert für moderne architektonische Anwendungen. (Einführung 2027)
- GREENTARP: Eine biobasierte Plane, die nicht nur aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, sondern während ihrer Nutzung sogar CO₂ aus der Umgebung aufnimmt. (Einführung 2027)
- CELARN: Ein Garnsystem aus pflanzenbasierten Abfällen, das natürliche Fasern mit ausgewählten synthetischen Komponenten kombiniert. (Einführung 2028)
Das Besondere an SUSMATA ist die eigene patentierte Technologieplattform, die es ermöglicht, verschiedene Pflanzenabfälle systematisch zu verarbeiten. Die Produktion erfolgt in Reinräumen, was höchste Materialreinheit und konstante Qualität sicherstellt.
Vom Luxusgut zum Umweltproblem – Einblicke in den Werkstoff Leder
Leder zählt zu den ältesten Werkstoffen der Menschheit. Seine besondere Struktur machte es über Jahrtausende hinweg nahezu konkurrenzlos: robust, atmungsaktiv, langlebig. Doch was handwerklich begann, entwickelte sich mit der Industrialisierung zu einem globalen Massenmarkt – mit erheblichen ökologischen Folgen. Die heutige Lederproduktion steht exemplarisch für die Schattenseiten materialintensiver Wertschöpfung.
Die moderne Lederindustrie ist eng mit der Fleischwirtschaft verflochten. Auch wenn Leder oft als Nebenprodukt deklariert wird, trägt es wirtschaftlich zur Rentabilität der Rinderzucht bei. Diese wiederum ist für erhebliche Mengen klimaschädlicher Emissionen verantwortlich, beschleunigt Entwaldung – etwa im Amazonasgebiet – und verschlingt enorme Wassermengen.
Besonders problematisch ist zudem die Weiterverarbeitung der Tierhäute. In der überwiegenden Mehrzahl der Gerbereien kommen Chromsalze zum Einsatz, um das Kollagen haltbar zu machen. Unter mangelhaften Umwelt- und Sicherheitsstandards können daraus hochgiftige Stoffe entstehen, die Böden, Gewässer und die Gesundheit der Beschäftigten belasten – vor allem in Produktionsländern des Globalen Südens.
Die Industrie reagierte früh auf Kosten- und Ethikdebatten mit synthetischen Alternativen. Kunstleder aus PVC oder Polyurethan versprach Abhilfe, erwies sich jedoch als ökologischer Kompromiss mit eigenen Problemen. PVC benötigt Weichmacher, die mit der Zeit ausdünsten und gesundheitlich umstritten sind; bei der Entsorgung entstehen hochgiftige Rückstände. PU-Materialien gelten als leistungsfähiger, bleiben aber vollständig von fossilen Rohstoffen abhängig. Beide Varianten tragen zur wachsenden Mikroplastikbelastung bei – ein Problem, das zunehmend politisch reguliert wird.
Vor diesem Hintergrund formiert sich derzeit eine dritte Welle der Materialentwicklung. Statt Tierhaut oder Erdöl setzt sie auf Biomasse: Pilzmyzel, Bakterienkulturen oder pflanzliche Reststoffe sollen Materialien liefern, die Leder in Optik und Funktion nahekommen – ohne dessen ökologische Hypotheken.
Entsprechende Materialien sind bislang wenig verbreitet, häufig kostenintensiv und erfüllen dennoch nicht alle Anforderungen, etwa im Hinblick auf Beständigkeit gegenüber Pilzen oder Bakterien, wie sie beispielsweise in der Automobilindustrie gefordert werden. Die SUSMATA AG hat hingegen ein skalierbares Material entwickelt, das den Kunststoffanteil auf ein Minimum reduziert und perspektivisch auf eine vollständig biobasierte Lösung abzielt – bei gleichbleibend hohem Qualitäts- und Leistungsstandard.
Die Nutzung von Teeabfällen fügt sich in diese Logik. Was bislang als industrieller Abfall galt, wird zum Rohstoff einer kreislauforientierten Produktion. Die Susmata AG gehört zu den Unternehmen, die diesen Ansatz verfolgen. Ihr Kalkül: Die Teepflanze besitzt eine feine Faserstruktur und chemische Eigenschaften, die sich für leistungsfähige Lederalternativen eignen. In einer Zeit knapper Ressourcen ist das weniger Exotik als Ausdruck eines grundlegenden Paradigmenwechsels in der Materialwirtschaft.
Wachsender Markt mit klarer Verschiebung
Der Markt für vegane Lederalternativen wächst rasant. Für 2025 wird nach einer Erhebung des Marktforschungsunternehmens Custom Market Insights ein globales Volumen von rund 11 Milliarden US-Dollar erwartet, bis 2034 könnten es fast 28 Milliarden US-Dollar sein – ein jährliches Wachstum von knapp elf Prozent. Damit entwickeln sich alternative Materialien schneller als der klassische Ledermarkt, dessen Zuwachs deutlich moderater ausfällt.
Und auch für das gesamte Marktsegment der nachhaltigen Materialien wird ein jährliches Wachstum von mehr als 12 Prozent auf über 1.078 Mrd. USD bis 2034 prognostiziert.
Treiber sind die steigende Nachfrage nach umweltfreundlichen Materialien, strengere Regulierungen, insbesondere in Europa, sowie zunehmende ESG-Investitionen. Technologische Innovationen wie biobasierte Polymere, Recyclinglösungen und 3D-Druck erhöhen Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit.
Regional dominiert Asien-Pazifik Produktion und Nachfrage, Nordamerika treibt Innovationen vor allem im Premium- und Automobilbereich voran. Europa wirkt als regulatorischer Motor: Strenge Umwelt- und Lieferkettenvorgaben erhöhen hier die Nachfrage nach zertifizierten, nachhaltigen Materialien.
Innerhalb des Marktes verschiebt sich der Fokus weg von synthetischem Kunstleder hin zu pflanzenbasierten Alternativen aus Ananas, Kaktus, Trauben oder Tee, die aktuell die höchsten Wachstumsraten verzeichnen. Biotechnologische Materialien wie Myzel-Leder gelten als vielversprechend, sind aber bislang vor allem Nischenlösungen.
Vom Entsorgungsproblem zum Rohstoff: Teeabfälle als Basis neuer Materialien
Tee ist eines der meistkonsumierten Produkte weltweit, mit einer Jahresproduktion von über sechs Millionen Tonnen. Besonders die Türkei spielt als viertgrößter Produzent eine Schlüsselrolle, da dort fast die gesamte Wertschöpfungskette regional gebündelt ist – ein logistischer Vorteil für die industrielle Nutzung von Nebenprodukten.
Im Mittelpunkt steht ein bislang kaum genutzter Abfallstrom aus der Teeproduktion, der sogenannte „Klasse-4-Abfall“. Er entsteht als Teestaub während des Fermentierungsprozesses, einem natürlichen Schritt der Teeherstellung, und enthält hohe Anteile an Teein (koffeinähnlich) sowie Gerbstoffen. Dadurch eignet er sich weder als Tierfutter noch als Dünger oder Bioenergierohstoff und stellte bislang ein erhebliches Entsorgungsproblem dar.
Die SUSMATA AG nutzt genau diesen problematischen Abfall als Rohstoff. Da das Material bereits getrocknet anfällt, entfällt ein energieintensiver Verarbeitungsschritt. So wird aus einem ökologischen Risiko ein effizienter Ausgangsstoff für nachhaltige Materialien.
„Bisher reichte die Entwicklung von Bioplastik nur bis zur Generation 3 – wir sind nun einen Schritt weiter und haben Generation 4 geschaffen.“
CEO SUSMATA AG
Erdem Dogan
Von der Vision zum börsennotierten Unternehmen
Die Entwicklung vom Start-up zum börsennotierten Unternehmen vollzog sich rasant. Im November 2025 erfolgte der Gang an die Börse durch einen unkonventionellen Schritt: ein Reverse-Takeover. SUSMATA wurde im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung mit einem Volumen von 80 Millionen Euro in die SUSMATA Holding AG eingebracht, die nun im Freiverkehr der Börse Düsseldorf notiert ist.
Begleitet wurde der Prozess von der DN Deutsche Nachhaltigkeit AG unter CEO Ole Nixdorff. Die Beteiligungsgesellschaft, die sich auf Impact Investing spezialisiert hat, hält einen niedrigen einstelligen Prozentanteil an SUSMATA. Das Unternehmen durchlief zuvor den standardisierten Impact-Assessment-Prozess der DN und erreichte ein ESG-Scoring von 48 Punkten – 92 Prozent über dem definierten Investitionsschwellenwert von 25 Punkten.
Die Unternehmensbewertung liegt laut Gutachten bei 80 bis 94 Millionen Euro – ein beachtlicher Wert für ein junges Unternehmen, das erst seit etwa drei Jahren am Markt aktiv ist.
SUSMATA arbeitet bereits an der nächsten Materialinnovation
Notplast, die „Generation 4“ des Biokunststoffs von SUSMATA, basiert wie die vegane Lederalternative WASTEA auf pflanzlichen Reststoffen, zeichnet sich jedoch durch eine weiterentwickelte Technologie gegenüber früheren Ansätzen aus. Neben Abfällen aus der Teeproduktion arbeitet SUSMATA auch mit Reststoffen aus Rosen, Lavendel und Kaffee.
Das Material wurde in einem italienischen Labor wissenschaftlich entwickelt und folgt einem ganzheitlichen Kreislaufkonzept. Ziel ist es, Innenraumkomponenten von Fahrzeugen oder vergleichbaren Produkten aus derselben nachhaltigen Rohstoffquelle herzustellen. Die Markteinführung ist noch für dieses Jahr geplant.
Chancen und Herausforderungen
Chancen
- steigende ESG-Anforderungen
- neue Umweltregulierungen
- wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Materialien
- zunehmende Akzeptanz pflanzenbasierter Werkstoffe
Herausforderungen
- vollständiger Ersatz synthetischer Bindemittel
- Skalierung internationaler Produktion
- Wettbewerbsdruck durch andere Materialinnovationen
- Nachweis langfristiger Praxiserfahrungen
Fazit SUSMATA AG
Der Markt für veganes Leder entwickelt sich zu einer langfristigen industriellen Transformation, in der SUSMATA AG mit WASTEA eine führende Rolle einnimmt. Durch die Kombination von Rohstoffnutzung, innovativer Verbundmaterial-Technologie und strategischen Partnerschaften überwindet das Unternehmen typische Hürden wie Skalierbarkeit, Preis und Performance.
WASTEA zeigt, wie aus Abfall hochwertige Materialien für Automobil- und Modeanwendungen entstehen können – ein anschauliches Beispiel gelebter Kreislaufwirtschaft. Die nächste Herausforderung liegt im vollständigen Ersatz synthetischer Bindemittel durch biogene Polymere, um eine 100 %ige biologische Abbaubarkeit zu erreichen. Bis dahin bietet WASTEA eine pragmatische, CO₂-sparende Alternative zu Tier- und Kunstleder und profitiert von einem stark wachsenden Markt.
Thomas Feldhaus
Chefredakteur | Wirtschaftsjournalist
Thomas Feldhaus macht sichtbar, was Wirtschaft antreibt – und was sie verändert. Journalismus trifft Content: präzise, relevant, auf den Punkt.