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Die TOP 5 Rüstungsaktien und ETF's

Autor: Heino Zießnitz · Zuletzt aktualisiert: 02.03.26

Börse/Aktien · 9 Min. Lesedauer

Die TOP 5 Rüstungsaktien und ETF's  - Titelbild

Die geopolitische Lage bleibt angespannt – und die politische Tonlage hat sich seit dem Regierungswechsel in den USA deutlich verschärft. Unter Präsident Donald Trump hat der Druck auf Europa zugenommen, sicherheitspolitisch eigenständiger zu werden. Parallel dazu haben NATO-Staaten ihre Ausgabenpfade neu definiert:

 

Die alte 2%-Leitlinie bleibt als Referenz, wurde aber durch ein neues Ziel von 5% des BIP bis 2035 (3,5% „core defence“ + 1,5% sicherheitsnahe Bereiche) politisch überlagert.

 

Investitionen in Rüstungsaktien und -ETF's - Das Wichtigste in Kürze:

 

  • Struktureller Rückenwind durch höhere Verteidigungsbudgets
    Europa rüstet schneller auf, während die USA 2025 real rückläufige Verteidigungsausgaben verzeichneten – ein Treiber für europäische Programme und Lieferketten.

 

  • NATO-Spending-Pfad neu definiert
    NATO-Beschlüsse/Erklärungen zielen weiterhin auf 2% als Leitlinie (Wales-Beschluss 2014), politisch dominiert aber seit 2025 die Debatte um 5% bis 2035.

 

  • Deutsche Rüstungsexport-Genehmigungen 2025: ca. 12 Mrd. €
    2025 wurden nach vorläufigen Zahlen Genehmigungen über rund 12 Mrd. € erteilt. Hauptempfänger blieb die Ukraine (rund 2,0 Mrd. €).

 

  • Rüstungs-ETFs sind 2026 deutlich vielfältiger
    Neben den „klassischen“ globalen Defence-ETFs gibt es inzwischen auch Europa-Fokus (UCITS), was das „USA-Übergewicht“ reduziert.

 

Was gegen eine Investition in Rüstungasaktien spricht

 

  • Ethische Bedenken: Investitionen in Unternehmen, die Waffen und Verteidigungstechnologien produzieren, gelten bei vielen Menschen als moralisch fragwürdig.

 

  • Indirekte Unterstützung: Der Kauf von Aktien oder ETF's fördert nicht direkt die Kriegsproduktion, kann aber durch steigende Kurse langfristig den Unternehmen zugutekommen.

In welche Rüstungsaktien sollte man 2026 investieren? 

 

Wir haben für Sie die besten Rüstungsaktien für ein Investment 2026 gefunden.

 

Dazu haben wir wichtige Kennzahlen, wie Marktkapitalisierung und Dividendenrendite für 2026 mit einer Anlegerempfehlung dargestellt:

 

 

Aktie

 

Marktkapitalisierung Dividendenrendite Anlegerempfehlung

Lockheed Martin Corp. US5398301094

(NYSE)

150,15 Mrd. US-$ 2,11 %
  • Solider Dividendenzahler
  • Dividenden-/Cashflow-Profil, stark in Luft/Space
  • Kurs stark gelaufen - moderates Risiko
  • Einstieg nach Kursrücksetzer sinnvoll

RTX  

US75513E1010

(NYSE)

268,51 Mrd. US-$ 1,46 %
  • Stabiler Wachstumskandidat
  • für langfristige Positionen empfohlen
  • Breiter „A&D-Konzern“ (Aerospace + Defence)
  • profitiert von Raketen/Abwehr & zivilen Triebwerken

BAE Systems GB0002634946

(London Stock Exchange)

66,42 Mrd. US-$ 1,77 %
  • Solide mittel‑bis langfristige Perspektiven
  • Gewinn‑ und Auftragswachstum
  • Europa-Profiteur der Aufrüstung
  • politisch/vertraglich gut abgesichert

General Dynamics US3695501086

(NYSE)

 

92,0 Mrd. US-$ 1,73 %
  • Geringere Yield
  • Stabiler US-Auftragsmix (Land/Marine/IT)
  • klassischer „Defence-Compounder“

Thales

FR0000121329

(Euronext)

50,5 Mrd. US-$ 1,48 %
  • Technologischer Profilwert
  • für moderate Positionen bei günstigem Kurs interessant
  • Stark in Sensorik, Cyber, Elektronik
  • profitiert überproportional von „Digital Defence“.

 

(Stand 01.03.2026)

Investition in Rüstungs-ETFs

 

VanEck Defense UCITS ETF (DFNS) – ISIN IE000YYE6WK5

 

  • Fondsvolumen: ca. 8,3-8,5 Mrd. US-$ (Feb 2026)
  • TER: 0,55%
  • SFDR: Artikel 6
  • YTD 2026: 8,9-10,5% (Feb 2026)

Einordnung: Globaler „Pure-Play/Defense-Technologie“-Zugang, hohe Relevanz von Cyber/Tech-Titeln neben klassischen Rüstungswerten.

 

 

HANetf Future of Defence UCITS ETF – ISIN IE000OJ5TQP4

 

  • TER: 0,49%
  • Fondsvolumen: ca. 3,03 Mrd. € (Börse Stuttgart, Feb 2026)
  • Performance 1Y: ca. 30,88%

 

Einordnung: Breiterer „Future-Defence“-Ansatz (Technologie/Cyber/Raumfahrt-Komponenten stärker sichtbar), dadurch oft diversifizierter als sehr konzentrierte Europa-Indizes.

 

 

WisdomTree Europe Defence UCITS ETF (WDEF) – Europa-Fokus

 

  • AUM: ca. 4,12 Mrd. € (Feb 2026)
  • Expense Ratio: ca. 0,41% 

 

Hintergrund: als erster „European-only“ Defence-ETF positioniert, mit Index-Regeln und Caps (UCITS-Logik) – aber strukturell dennoch konzentriert.

 

Einordnung: Sinnvoll, wenn du gezielt europäische Rüstungs-/Defence-Lieferketten abdecken willst (weniger USA-Gewichtung), aber Konzentrationsrisiko beachten.

In Rüstungsaktien und ETF's investieren - und wo bleibt die Moral?

 

Es ist Krieg und trotzdem sind Investitionen in Rüstungsaktien bei Anlegern hoch im Rennen. Darf man überhaupt in Rüstungsaktien investieren?

 

Einige Überlegungen, die Investoren berücksichtigen sollten, bevor sie in Rüstungsaktien investieren:

 

Was spricht für ein Investment in Rüstungsaktien?

 

  • Weltweit steigende Rüstungsausgaben sind an der Tagesordnung. Allein durch die Verpflichtung der NATO Staaten 5% des Bruttosozialproduktes in Militärausgaben zu investieren ist eine Stabilität der Rüstungsaktien sehr gewiss. Dazu kommt, dass dieser Sektor fast frei von der allgemeinen konjunkturellen Lage ist, denn Militärausgaben müssen unabhängig von der Konjunktur getätigt werden.

 

  • Das weltweite Konfliktpotential nimmt zu, wie der Russland-Ukraine-Krieg oder der China-Taiwan-Konflikt zeigen. Diese Konflikte sind ein wichtiger Grund für Aufrüstungen der beteiligten Länder. Investments in Rüstungsaktien waren in Zeiten schwacher Konjunktur schon immer eine lohnenswerte Anlage, da sich die Rüstungsaktien besser als der Gesamtmarkt entwickelten.

 

  • Unternehmen der Verteidigungs- und Rüstungsindustrie bieten aufgrund langfristiger Regierungsverträge und eines stabilen Nachfragebedarfs eine gewisse finanzielle Stabilität. In den Zeiten großer geopolitischer Spannungen profitieren diese Unternehmen zusätzlich, was ihnen teilweise enorme Wachstumsraten beschert.

 

 

Was spricht gegen ein Investment in Rüstungsaktien? 

 

  • Wie bereits erwähnt haben einige Anleger moralische oder ethische Bedenken gegen eine Investition in die Rüstungsindustrie, da diese Unternehmen direkt an der Herstellung von Waffen und Kriegsgerät beteiligt sind. Es sind etwa 65% der deutschen Anleger, die aus diesem Grund nicht in Aktien der Rüstungsindustrie investieren.

 

  • Investoren, die Wert auf Nachhaltigkeit und auf ESG-Kriterien legen, sollten die Rüstungsindustrie als Anlage meiden. In Bezug auf Umwelt, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung ist diese Branche als eher problematisch zu betrachten.

 

  • Einige der rüstungsproduzierenden Unternehmen stellen auch DUAL-USE Produkte her, also Produkte, die man sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke nutzen kann. Wer welche Produkte und in welchem Umfang für wen produziert wird von den Rüstungsunternehmen nicht publik gemacht, sodass man immer davon ausgehen muss, dass Rüstungsunternehmen Kriegs- oder Verteidigungsgerät herstellen.

 

 

Risikomanagement und langfristige Perspektive

 

Obgleich die Verlockung in die rasante Entwicklung von Einzelaktien der Rüstungsindustrie, wie z.B. Lookheed Martin für Anleger groß ist, raten wir Anlegern nicht auf kurzfristige Erfolge zu hoffen und stattdessen mittelfristig zu denken.

 

Mit einem Anlagehorizont zwischen 3 und 5 Jahren sind sowohl Einzelaktien der Rüstungsindustrie und ETFs eine sinnvolle Ergänzung des Gesamtportfolios. Dabei sollte man mit bei einem Anteil von 10% des Portfolios eine gesunde Mischung finden, um das Gesamtrisiko zu optimieren.

 

Investitionen in Rüstungsaktien und ETF's erfreuen sich in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten und wachsender militärischer Spannungen großer Beliebtheit. Angesichts des Russland-Ukraine-Krieges, der Spannungen im Nahen Osten und des China-Taiwan-Konflikts sind die Militärausgaben weltweit im Aufwärtstrend. Viele Anleger befassen sich mit der Frage, ob es sich lohnt, in diesen Sektor zu investieren.

Rüstungsunternehmen in Deutschland

 

Deutschland ist traditionell ein global begehrter und anerkannter Rüstungslieferant. Besonders im Bereich Panzer, U-Boote, Kriegsschiffe, Elektronik für Kriegsgerät sowie Waffen gibt es in Deutschland einige anerkannte Waffenschmieden und Unternehmen, die für den Rüstungsbereich produzieren. Die Rüstungsindustrie beschäftigt rund 135.000 Mitarbeiter in Deutschland und erwirtschaftet rund 30 Milliarden Wertschöpfung.

 

Hier eine Auswahl der großen deutschen Unternehmen, die für die Rüstungs- und Verteidigungsindustrie tätig sind:

 

 

 

Unternehmen

 

Portfolio

Airbus 

  • Drohnen
  • 3-D Höhenmodell TanDEM-X
  • Satellitenkommunikation SATCOM
  • militärische Flugzeuge (Eurofighter Typhoon, Airbus A400M, Airbus A330 MRTT, Airbus C-295 Persuader)
  • Satelliten und Orbitalsysteme
  • kommerzielle Trägerraketen (ArianeGroup)
    Lenkflugkörper (MBDA)

Diehl

 

  • Luft-Luft-Flugkörper Sidewinder AIM-9B
  • Komponenten für den Starfighter
  • Prüfgeräte für das Aufklärungsprogramm AWACS
  • Streumunition Smart 155
  • Boden-Luft-Flugkörper IRIS-TSL
Heckler & Koch
  • Sturmgewehre
  • Maschinengewehre
  • Granatwerfer
  • Pistolen
Jenoptik
  • Laserentfernungsmessermodule
  • Bauteile für Militärflugzeuge und -hubschrauber
  • Teile für Kriegsschiffe und Drohnen
  • Bauteile für Panzer und Luftabwehrraketen

KNDS-Gruppe 

 

  • Radpanzer (ATF Dingo, Fennek, Mungo, GTK Boxer)
  • Kettenfahrzeuge (Leopard 1, Leopard 2, Panzerhaubitze 2000, Puma, MARS)
  • verschiedene Bewaffungssysteme (auch ferngesteuert)
MBDA
  • Patriot Lenkflugkörper
  • Waffensysteme für den Eurofighter
MTU
  • Motoren und Antriebssysteme für alle militärischen Landfahrzeuge
  • militärische Triebwerke
Rheinmetall
  • gepanzerte Ketten- und Radfahrzeuge (Leopard, Lynx, PUMA, Boxer, Systemdemonstrator GTK Boxer, JODAA, Fuchs Evolution, Pinzgauer, Caracal, Survivor R 4x4, Radhaubitze,Yak)
  • großkalibrige Waffenanlagen für Panzer und Artellerie 
  • großkalibrige Munition
  • Waffensysteme für Infanterie
Rhode & Schwarz
  • militärische Funkgeräteausstattung
  • hochwertige Spionagesysteme
Thyssen Krupp
  • Kriegsschiffe (Fregatten, Korvetten und Minenkampfschiffe)
  • U-Boote

 

In diese Länder liefert Deutschland Waffen

 

Das Bundeswirtschaftsministerium hat für 2025 Rüstungsexport-Genehmigungen im Gesamtwert von rund 12,0 Milliarden Euro ausgewiesen.

 

  • 2024 lagen die Genehmigungen bei rund 12,83 Milliarden Euro
  • 2023 waren es rund 12,13 Milliarden Euro
  • 2022 genehmigte die Bundesregierung Rüstungsexporte im Wert von rund 8,36 Milliarden Euro

 

Bei den Rüstungsexport-Genehmigungen 2025 entfielen rund 2,0 Milliarden Euro auf Lieferungen in die Ukraine.

 

Weitere bedeutende Empfängerländer deutscher Rüstungsgüter im Jahr 2025 waren:

 

  • Norwegen: ca. 1.381 Mio. €
  • Schweden: ca. 1.016 Mio. €
  • Türkei: ca. 742 Mio. €
  • Singapur: ca. 709 Mio. €
  • Vereinigtes Königreich: ca. 596 Mio. €
  • USA: ca. 575 Mio. €
  • Rumänien: ca. 342 Mio. €
  • Dänemark: ca. 241 Mio. €
  • Italien: ca. 236 Mio. €

Quellenverzeichnis

 

Offizielle Stellen/ Politik & Verteidigungsausgaben

 

 

ETFs (Anbieter-/Börsenseiten & Facts)

 

 

ETF-Zusammensetzungen/ Holdings (Top-Positionen)

 

 

Unternehmenskennzahlen (Marktkapitalisierung/Dividenden)

 

  • StockAnalysis: Lockheed Martin (Market Cap, Dividend)
  • StockAnalysis: RTX (Market Cap) und Dividend-Info
  • StockAnalysis: General Dynamics (Market Cap/Statistiken)
  • StockAnalysis: BAE Systems (Market Cap/Dividend – FRA:BSPA)
  • StockAnalysis: Thales (VIE:THAL – Market Cap) und Dividend-Info
  • StockAnalysis: Rheinmetall (Market Cap/Dividend – FRA:RHM)

 

Einordnung/Marktberichte & News (Kontext, Trends)

 

Hinweis: Die Inhalte dienen der Information und stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar.


Heino Zießnitz

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