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Rechenzentren in Deutschland: Warum Energie, Speicher und Infrastruktur zum Engpass werden

Autor: Heino Zießnitz · Zuletzt aktualisiert: 28.09.26

Nachhaltigkeit · 9 Min. Lesedauer

Rechenzentren in Deutschland: Warum Energie, Speicher und Infrastruktur zum Engpass werden - Titelbild

Künstliche Intelligenz, Cloud-Dienste und die zunehmende Digitalisierung treiben den Ausbau von Rechenzentren in Deutschland voran. Gleichzeitig steigt deren Strombedarf deutlich. Damit verändert sich die Standortfrage: Nicht Fläche und Glasfaser entscheiden, sondern zunehmend verfügbare Netzleistung, Speicher, erneuerbare Energie und eine leistungsfähige Infrastruktur.

 

Für die FOX Group ist diese Entwicklung besonders relevant. Die Hamburger Beteiligungsgesellschaft investiert in Immobilien, Infrastruktur, erneuerbare Energien und digitale Geschäftsmodelle. An dieser Schnittstelle verändert der Ausbau von Rechenzentren derzeit die Anforderungen an neue Standorte: Immobilienentwicklung, Energieversorgung und digitale Infrastruktur lassen sich zunehmend nicht mehr getrennt voneinander betrachten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Deutschlands Rechenzentren erreichten 2025 eine installierte Leistung von rund 2.980 MW. Bis 2030 erwartet Bitkom mehr als 5.000 MW – gegenüber 2024 nahezu eine Verdopplung.
  • Der Strombedarf deutscher Rechenzentren lag 2025 bei rund 21,3 Milliarden kWh und dürfte durch Cloud-Anwendungen und KI weiter deutlich steigen.
  • KI ist ein zentraler Wachstumstreiber: Die Leistung von KI-Rechenzentren soll von rund 530 MW auf 2.020 MW bis 2030 steigen. 
  • Netzanschlüsse werden zum Engpass. Bitkom fordert schnellere Anschlussverfahren und verweist ausdrücklich auf fehlende Stromanschlusskapazitäten als Standortproblem. 
  • Für die FOX Group passt dieser Trend zum bestehenden Ansatz aus Immobilien, Energie und Infrastruktur. Green FOX Energy entwickelt bereits Solar- und Batteriespeicherprojekte. 

KI treibt den Ausbau der Rechenzentren


Der Rechenzentrumsmarkt in Deutschland wächst deutlich. Nach einer Bitkom-Studie lag die installierte Leistung deutscher Rechenzentren 2025 bei rund 2.980 MW. Bis 2030 sollen daraus mehr als 5.000 MW werden. Gegenüber 2024 würde sich die installierte Leistung damit nahezu verdoppeln.  Besonders stark wächst der Bereich Künstliche Intelligenz.

 

KI-Rechenzentren machten 2025 etwa 15 Prozent der installierten Kapazität aus. Bis 2030 soll sich ihre Leistung nach der Bitkom-Prognose von rund 530 MW auf 2.020 MW nahezu vervierfachen. Ihr Anteil an der gesamten Rechenzentrumskapazität könnte dann bei rund 40 Prozent liegen. Damit verändert sich nicht nur die Menge der benötigten Rechenleistung. Auch die Anforderungen an Stromversorgung, Kühlung und Infrastruktur steigen.

Stromversorgung wird zum entscheidenden Standortfaktor


Rechenzentren benötigen rund um die Uhr große Mengen Strom. Allein 2025 lag ihr Strombedarf in Deutschland laut Bitkom bei rund 21,3 Milliarden Kilowattstunden – nach 20 Milliarden kWh im Jahr 2024. Rund zwei Drittel entfallen auf Server, Speicher und Netzwerktechnik, der Rest unter anderem auf Kühlung, Gebäudetechnik und unterbrechungsfreie Stromversorgung.

 

Genau deshalb spielen heute mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle:

 

  • verfügbare Anschlussleistung
  • Versorgungssicherheit
  • Strompreis
  • Nähe zu leistungsfähigen Netzknoten
  • erneuerbare Energiequellen
  • mögliche Speicherlösungen

Netzanschlüsse werden zum Engpass


Der Engpass liegt zunehmend nicht im Rechenzentrum selbst, sondern beim Zugang zum Stromnetz. Neben hohen Energiekosten und den langen Genehmigungsverfahren wird die verfügbare Anschlussleistung zu einem entscheidenden Standortkriterium.

 

Mit dem im Juli 2026 vom Bundeskabinett beschlossenen Netzanschlusspaket sollen Verfahren digitalisiert, transparenter gestaltet und vorhandene Netzkapazitäten effizienter genutzt werden. Bitkom begrüßt insbesondere die geplante Abkehr vom bisherigen Windhundprinzip, fordert jedoch klarere Regeln, nach denen etwa die tatsächliche Projektreife bei der Vergabe knapper Netzkapazitäten berücksichtigt wird.

 

Das macht deutlich:

 

  • Netzleistung entwickelt sich für Rechenzentren zu einer knappen Ressource
  • Bundesnetzagentur berücksichtigt Rechenzentren inzwischen ausdrücklich

 

Die langfristige Stromnetzplanung zeigt die Größenordnung der Entwicklung. Im Entwurf des Szenariorahmens Strom 2027–2040/2045 berücksichtigen die Übertragungsnetzbetreiber den starken Zuwachs von Rechenzentren und Großbatteriespeichern ausdrücklich. Die Bundesnetzagentur hat den Entwurf seit Ende August 2026 zur Konsultation gestellt.


Damit werden Rechenzentren zunehmend Teil der übergeordneten Energieinfrastrukturplanung. Neue Standorte konkurrieren teilweise mit Industrie, Elektrolyseuren, Ladeinfrastruktur und Batteriespeichern um verfügbare Netzleistung.

Warum Batteriespeicher für Rechenzentren interessanter werden


Rechenzentren benötigen eine besonders hohe Versorgungssicherheit. Batteriespeicher können zwar keinen leistungsfähigen Netzanschluss ersetzen, jedoch Lastspitzen abfedern, kurzfristig Leistung bereitstellen, lokal erzeugten erneuerbaren Strom besser integrieren und – abhängig vom Anlagen- und Netzkonzept – zusätzliche Flexibilität beim Energiebezug schaffen.

 

Die parallele Zunahme von Rechenzentren und Großbatteriespeichern ist deshalb kein Zufall. Beide Technologien stellen neue Anforderungen an Netzanschlüsse und werden inzwischen in der langfristigen Netzplanung ausdrücklich berücksichtigt.

FOX Group: Energie und Immobilien wachsen zusammen


Für die FOX Group trifft diese Entwicklung auf einen Beteiligungsansatz, der mehrere bislang häufig getrennt betrachtete Bereiche verbindet. Nach eigener Unternehmensdarstellung investiert die Hamburger Beteiligungsgesellschaft in Immobilien, Infrastruktur, erneuerbare Energien und digitale Geschäftsmodelle.


Gerade bei Rechenzentren überschneiden sich diese Bereiche: Grundstück und Gebäude bilden nur einen Teil der Projektentwicklung. Ebenso relevant werden Energieversorgung, Netzanschluss, Speicherlösungen und digitale Infrastruktur.

Green FOX Energy liefert die energieseitige Kompetenz


Green FOX Energy bildet innerhalb des Beteiligungsportfolios der FOX Group den Schwerpunkt im Bereich erneuerbare Energien.  Das Unternehmen wurde 2021 gegründet und bezeichnet sich als unabhängigen Projektentwickler und Bestandshalter von Erneuerbare-Energien-Anlagen. Für das Management nennt Green FOX Energy einen Track Record von mehr als 2,5 GWp.

 

Zu den Aktivitäten gehören Solarparks, Batteriespeicher und Co-Location-Konzepte. Ein Beispiel ist der gemeinsam mit ON Energy entwickelte Batteriespeicher in Remscheid-Luckhausen. Das Projekt hat eine Leistung von 5,15 MW und eine Kapazität von rund 12,2 MWh.  Auch bei Solarprojekten setzt Green FOX Energy zunehmend auf die Kombination mit Speichern.

 

Über Green FOX Energy verfügt die FOX Group damit bereits über praktische Erfahrung in einem Bereich, der auch für energieintensive Immobilienstandorte an Bedeutung gewinnt.

Rechenzentren werden zum Immobilien- und Energieprojekt


Traditionell wurden Rechenzentren vor allem als Spezialimmobilien betrachtet. Diese Perspektive greift heute zu kurz. Wirtschaftlich tragfähige Projekte müssen Gebäude, Netzanschluss, Energieversorgung, Kühlung, Speicheroptionen und digitale Anbindung gemeinsam planen.

 

Damit wächst der Anteil der Projektentwicklung, der außerhalb des eigentlichen Gebäudes liegt. Ein Standort mit guter Verkehrsanbindung, geeigneter Fläche und hoher Bauqualität kann wirtschaftlich unattraktiv sein, wenn kein ausreichend dimensionierter Stromanschluss verfügbar ist.

 

Umgekehrt kann ein Standort mit vorhandener Netzkapazität, erneuerbarer Stromerzeugung oder möglicher Speicherintegration erheblich an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung macht die Verbindung verschiedener Geschäftsbereiche innerhalb einer Gruppe strategisch interessant.

Berlin-Brandenburg entwickelt sich zum zweiten Rechenzentrumshub 


Der deutsche Rechenzentrumsmarkt konzentriert sich bislang stark auf den Großraum Frankfurt. Gleichzeitig gewinnt Berlin-Brandenburg sichtbar an Bedeutung. Bitkom verweist für Brandenburg auf angekündigte Projekte mit zusammen rund 888 MW Leistung und beschreibt die Region Berlin-Brandenburg als zunehmend bedeutenden zweiten Rechenzentrumshub in Deutschland.

 

Dafür gibt es mehrere Gründe:

In etablierten Hotspots sind geeignete Flächen und Netzanschlüsse zunehmend knapp. Gleichzeitig suchen Betreiber nach Standorten mit ausreichend Energie, Flächenreserven und guter digitaler Anbindung. Dadurch können neue Regionen attraktiver werden. Für Immobilien- und Infrastrukturentwickler entsteht ein neuer Markt – allerdings nur dort, wo Energieversorgung und Netzanschluss frühzeitig berücksichtigt werden.

Unternehmen wollen ihre Daten in Deutschland


Ein weiterer Wachstumstreiber kommt von der Nachfrageseite. Laut einer repräsentativen Bitkom-Befragung unter 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten spielt für 97 Prozent der Standort der Cloud-Rechenzentren bei der Anbieterwahl eine Rolle. Alle befragten Unternehmen gaben an, Deutschland als Standort zu bevorzugen.  Das zeigt, dass Rechenzentren in Deutschland nicht nur wegen KI wachsen. Auch Themen wie Datensouveränität, Datenschutz und Lieferkettenabhängigkeit erhöhen die Nachfrage nach heimischen Kapazitäten.

 

Damit steht Deutschland vor einem Dilemma:

 

  • Die Nachfrage steigt – gleichzeitig werden Energie und Netzkapazität zum limitierenden Faktor
  • Hohe Strompreise bleiben ein Wettbewerbsproblem

 

Neben dem Netzanschluss bleibt der Strompreis ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Bitkom kritisierte im April 2026, dass Rechenzentren bei den von der EU-Kommission genehmigten vergünstigten Industriestrompreisen in Deutschland nicht berücksichtigt werden. Aus Sicht des Verbands verschlechtert dies die Wettbewerbsposition gegenüber anderen internationalen Rechenzentrumsstandorten.

 

Das bedeutet: Selbst ein technisch geeigneter Standort kann unattraktiv werden, wenn Strompreise dauerhaft deutlich höher liegen als in konkurrierenden Regionen.

EU verschärft die Transparenz- und Effizienzanforderungen

 

Auch regulatorisch gewinnt die Energieeffizienz von Rechenzentren an Bedeutung. Bereits bestehende EU-Regeln verpflichten größere Rechenzentren mit einem Leistungsbedarf von mehr als 500 kW zur Meldung zentraler Energie- und Nachhaltigkeitsdaten.

 

Am 21. September 2026 ging die Europäische Kommission noch einen Schritt weiter und legte ein gemeinsames europäisches Bewertungssystem für Rechenzentren vor. Es soll unter anderem Energie- und Wasserverbrauch, die Nutzung erneuerbarer Energien, Abwärmenutzung sowie die Flexibilität gegenüber dem Stromnetz transparenter und vergleichbarer machen.

 

Parallel startete die Kommission eine öffentliche Konsultation zu möglichen Mindestanforderungen an die Energieeffizienz europäischer Rechenzentren. Ein entsprechender Gesetzgebungsvorschlag ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen.

 

Der regulatorische Trend ist damit eindeutig: Bei künftigen Rechenzentrumsprojekten werden nicht nur Rechenleistung und Standort zählen, sondern zunehmend auch Energieeffizienz, Netzverträglichkeit und die Einbindung in lokale Energiesysteme.

Abwärme wird Teil der Standortplanung

 

Neben Stromversorgung und Speicher gewinnt auch die Nutzung von Abwärme an Bedeutung. Rechenzentren erzeugen große Mengen Wärme, die bei geeigneter räumlicher Nähe beispielsweise in Nah- und Fernwärmenetze eingespeist werden kann.

 

Das neue europäische Bewertungssystem berücksichtigt deshalb ausdrücklich auch die Wiederverwendung von Abwärme und die Einbindung von Rechenzentren in das Energiesystem. Besonders interessant können solche Konzepte dort werden, wo Rechenzentren, Gewerbe, Wohnquartiere und Wärmenetze räumlich zusammenkommen.


Die EU-Kommission weist darauf hin, dass die Nutzung von etwa der Hälfte der europäischen Rechenzentrums-Abwärme rechnerisch dem Wärmebedarf von rund vier Millionen Haushalten entsprechen könnte.

Warum das für die FOX Group relevant ist

 

Für die FOX Group liegt die Relevanz deshalb weniger im Rechenzentrum selbst als in den angrenzenden Märkten. Neue Rechenzentrumsstandorte benötigen geeignete Immobilienflächen, leistungsfähige Energieinfrastruktur und zunehmend Lösungen für erneuerbare Stromerzeugung und Speicher.

 

Diese Schnittstellen decken verschiedene Beteiligungsbereiche der FOX Group ab. Daraus entsteht grundsätzlich die Möglichkeit, Immobilienstandorte stärker energetisch mitzudenken. Öffentlich bekannte konkrete Rechenzentrumsprojekte der FOX Group gibt es derzeit allerdings nicht.

Der Engpass ist nicht der Server


Der Rechenzentrumsboom wird häufig über KI-Chips, Server und Cloud-Plattformen diskutiert. Doch die eigentliche Herausforderung liegt zunehmend außerhalb des Serverraums.

 

Ein Rechenzentrum braucht nicht nur Server und Prozessoren, sondern geeignete Flächen, Strom, Netzanschluss, Kühlung, Glasfaser, Genehmigungen und langfristig kalkulierbare Energiekosten. Deshalb verschiebt sich der Standortwettbewerb zunehmend auf die Infrastruktur. Regionen, die Energie, Netze, digitale Anbindung und verfügbare Flächen zusammenbringen können, gewinnen für neue Projekte an Bedeutung.

Fazit: Rechenzentren machen Energie zum Immobilienfaktor

 

Deutschland braucht für KI, Cloud-Dienste und digitale Souveränität zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten. Doch mit dem Ausbau verändert sich die entscheidende Standortfrage. Nicht allein Gebäude und Glasfaser bestimmen künftig über die Attraktivität eines Standorts, sondern zunehmend Stromversorgung, Netzanschluss, Energiekosten und Speicheroptionen.

 

Genau deshalb wachsen Immobilien-, Energie- und Infrastrukturentwicklung enger zusammen. Für die FOX Group ist diese Entwicklung relevant, weil verschiedene Beteiligungsbereiche der Gruppe bereits an diesen Schnittstellen aktiv sind. Green FOX Energy bringt Erfahrungen aus Solar- und Speicherprojekten ein, während andere Gesellschaften Immobilien- und Infrastrukturthemen abdecken.

 

Daraus folgt noch kein konkretes Engagement der FOX Group im Rechenzentrumsmarkt. Der Markt zeigt jedoch, warum Energieversorgung zunehmend zu einem entscheidenden Bestandteil moderner Immobilienentwicklung wird. Der Engpass der digitalen Infrastruktur liegt künftig möglicherweise weniger im Serverraum als vor dem Stromanschluss.

Quellen und weiterführende Links


Bitkom – Rechenzentren in Deutschland 2025

Bitkom – Unternehmen wollen Rechenzentren in Deutschland

Bundesnetzagentur – Szenariorahmen Strom 2027–2040/2045

Green FOX Energy – Unternehmensinformationen


Heino Zießnitz

Heino Zießnitz

Unternehmenskommunikation · Kapitalmarkt · Unternehmensfinanzierung · Reputation · PR · Wirtschaft

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