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Jörg Trübl sieht MABEWO auf dem Weg zum Erfolg

Autor: Thomas Feldhaus · Zuletzt aktualisiert: 17.02.25

Wirtschaft Nachhaltigkeit · 8 Min. Lesedauer

Jörg Trübl sieht MABEWO auf dem Weg zum Erfolg - Titelbild

Der Name ist Programm. Als der Unternehmer Jörg Trübl die MABEWO AG gründete, wollte er nicht weniger als die Welt verbessern und setzte dabei auf innovative technologische Lösungen. Inzwischen musste sich das Unternehmen dem Realitätscheck stellen und Federn lassen. Dennoch ist Trübl optimistisch und sieht sein Unternehmen auf einem guten Weg, in diesem Jahr einen deutlichen Schritt nach vorne zu machen.

 

Jörg Trübl und die MABEWO Holding SE in Kürze: 

 

  • Im vergangenen Jahr wurde die Gründungsgesellschaft MABEWO und ihre Beteiligungen zur MABEWO Holding SE verschmolzen. Das neue Unternehmen hat seinen Sitz in Luxemburg.

 

  • Im Zuge der Verschmelzung kam es zu Verzögerungen beim Listing an der Düsseldorfer Börse. Aktuell ist die Aktie vom Handel ausgesetzt. Verwaltungsratschef Jörg Trübl erwartet in den kommenden Monaten die Wiederaufnahme.

 

  • Mit der Cannatron GmbH hat das Unternehmen eine neue Servicegesellschaft in Deutschland gegründet. Diese liefert Anbauvereinigungen mit bis zu 500 Mitgliedern eine Komplettlösung (Anlage, Pflanzen, Logistik, Finanzierung) für die Herstellung von Cannabis.
Was ist die MABEWO Group?

Die MABEWO Group ist eine junge Unternehmensgruppe, das sich auf technologische Lösungen für eine nachhaltige Landwirtschaft und Energiegewinnung spezialisiert hat. Gegründet im Jahr 2019, steht der Name MABEWO für "Make a Better World" und spiegelt die Vision des Unternehmens wider, eine bessere Welt durch Innovationen zu schaffen.

Aus der MABEWO AG wird die MABEWO Holding SE

 

Was ist das Einfachste, um Gott zum Lachen zu bringen? Erzähle ihm von deinen Plänen. Dieses Zitat wird dem französischen Schriftsteller und Mathematiker Blaise Pascal zugeschrieben. Ähnlich muss sich Jörg Trübl, Verwaltungsrat der MABEWO Group SE mit Sitz in Luxemburg, gefühlt haben, als er die einzelnen Bausteine der Unternehmensgruppe in einer neuen Holding zusammenfasste, um für die Zukunft gerüstet zu sein und an der Düsseldorfer Börse gelistet zu werden. Es zieht sich, lautet die Kurzfassung, die Trübl auch Kritik eingebracht hat. Ob der Plan ganz aufgeht, ist noch offen, aber im ersten Quartal dieses Jahres soll eine Entscheidung fallen.

 

Bisherige Chronologie der Verschmelzung zur MABEWO Holding SE:

 

  • November 2022 – Verwaltungsrat und Direktion der VAMEVA SE beschließen der Hauptversammlung vorzuschlagen, den Sitz der Gesellschaft von Frankfurt a.M. nach Luxemburg zu verlegen.

 

  • März 2023 – In einer ausserordentlichen Hauptversammlung wird die Sitzverlegung der VAMEVA SE von Frankfurt am Main nach Luxemburg beschlossen

 

  • April 2023 – Die Sitzverlegung wurde in den Handelsregistern vollzogen.

 

  • Januar 2024 – Der Verschmelzungsplan wird im Handelsregister von Luxemburg veröffentlicht.

 

  • Juni 2024 - Die Fusion zwischen der MABEWO AG in der Schweiz und der MABEWO Holding SE in Luxemburg wurde durch Veröffentlichung im luxemburgischen Handelsregister rechtskräftig veröffentlicht.. Das gezeichnete Kapital der neuen Gesellschaft beträgt 32,25 Millionen Euro. Die bisherigen Aktionäre der MABEWO AG erhalten die entsprechende Zahl an Aktien der neuen MABEWO Holding SE.  

Ziel der Verschmelzung und des Standortwechsels nach Luxemburg war es, die Voraussetzungen zu schaffen, um künftig Beteiligungen in Drittstaaten leichter sowie steuerneutral für die Aktionäre in die Unternehmensstruktur integrieren zu können, und auch eine Börsennotierung anzustreben. „Dabei ist es zu Verzögerungen gegenüber den veröffentlichten Zeitplänen gekommen“, räumt Jörg Trübl im Gespräch mit SQUAREVEST ein. Er weist jedoch darauf hin, dass der Zugang zu einer Börsenzulassung allein schon eine große und auch kostenintensive Herausforderung darstellt. In Kombination mit einer grenzüberschreitenden Verschmelzung wird es nicht einfacher. Trübl: „Wir haben einen Mantel in Luxemburg, streben die Wiederaufnahme des Handels an der Düsseldorfer Börse an und unsere Assets liegen in der Schweiz. Das ist auch für die beteiligten Behörden und Berater eine große Herausforderung.“

 

Die damit verbundenen Prozesse dauerten länger als ursprünglich angenommen. Daher wurde der Handel an der Börse zunächst ausgesetzt. Nun geht es darum, die notwendigen Informationen und Unterlagen zu beschaffen und das Listing wieder aufzunehmen. Trübl spricht in diesem Zusammenhang von "aktivem Warten". „Wir rechnen mit einer Entscheidung im ersten Quartal, haben aber nicht den alleinigen Einfluss darauf, ob dieser Zeitplan eingehalten wird.“ Fest steht laut Trübl aber, dass die Verschmelzung am 05. Juni 2024 rechtskräftig vollzogen wurde. Seit diesem Tag gibt es die Gründungsgesellschaft MABEWO AG nicht mehr, die Löschung im Handelsregister der Schweiz ist seit letztem Jahr beantragt.

 

Die neue Holding hat knapp 2.500 Aktionäre. Rund 45 Prozent des gezeichneten Kapitals werden von Großinvestoren gehalten (wobei niemand über mehr als 10% an Aktien verfügt), die restlichen 55 Prozent befinden sich im Streubesitz. Künftig sollen weitere Investoren hinzukommen, unabhängig vom bisher angestrebten Börsengang. „Wir haben 10 Millionen genehmigtes Kapital, für das wir neue Teilhaber suchen“, sagt Trübl. Er denkt dabei vor allem an institutionelle Investoren, die in der Lage und bereit sind, mindestens 100.000 Euro zu investieren. Jörg Trübl bestätigt laufende Gespräche, die aber derzeit noch nicht abgeschlossen sind.

Jörg Trübl Verwaltungsrat der MABEWO Holding SE

„Die Aktionäre sollen erkennen, dass die Aktien der MABEWO Holding ein langfristiges Investment mit klarer Renditeerwartung sind."

Verwaltungsrat der MABEWO Holding SE

Jörg Trübl

Für das laufende Jahr rechnet Trübl damit, einen zusätzlichen Ankerinvestor zu finden, der ca. fünf bis zehn Prozent der Anteile an der Holding halten soll. „Trübl: „Das entspricht einem höheren einstelligen Millionenbetrag, der aus einer zusätzlichen Kapitalerhöhung kommen sollen.“ Zudem geht Trübl davon aus, dass der Handel an der Düsseldorfer Börse in den kommenden Monaten wieder aufgenommen wird. Diese Phase will er aktiv begleiten, damit es nicht zu massiven Abverkäufen kommt. „Die Aktionäre sollen erkennen, dass die Aktien der MABEWO Holding ein langfristiges Investment mit klarer Renditeerwartung sind“, so Jörg Trübl. Mit einer Dividendenzahlung rechnet Trübl erstmals für das Geschäftsjahr 2026. In weiterer Folge soll dann ein Euro pro Aktie möglich sein.

Die MABEWO Holding entwickelt sich zum Systemanbieter

 

Die MABEWO Group vereint unter ihrem Dach Unternehmen, die an der Entwicklung und dem Betrieb nachhaltiger Produktionsprozesse arbeiten. Der Schlüssel liegt in der Kombination von Indoor Farming mit erneuerbaren Energien. Deshalb investiert die MABEWO als Beteiligungsgesellschaft in die Technologieentwicklung für dezentrale, modulare, automatisierte und skalierbare Lösungen sowohl im Anlagenbau für Indoor Farming sowie für Lösungen im Outdoor-Farming als auch in der Energieerzeugung.

 

 

MABEWO ist in drei Geschäftsfeldern tätig:

 

  • Phytopharma: Entwicklung und Vertrieb von Indoor-Farming-Systemen, zur Zeit insbesondere für den Cannabis-Anbau in Deutschland (Produkt: Cannatron) aber auch für medizinisches Cannabis. Aufgrund gesetzlicher Änderungen im Jahr 2024 konnte das Geschäftsfeld in Deutschland rasch entwickelt werden.

 

  • Energy: Entwicklung von Agri-PV-Anlagen (Produkt: TerraFlex Rack) zur nachhaltigen Energieerzeugung in der Landwirtschaft mit einem hohen Potenzial die Ernteerträge zu steigern. Erste Pilotprojekte sind im Aufbau.

 

  • Agrar Solutions: Entwicklung eines automatisierten Indoor-Farming-Systems für Futtermittelproduktion (Produkt: Feed Cube) noch in der Entwicklungsphase.
Mit Cannatron liefert Mabewo schlüsselfertige Anlagen für den Cannabisanbau.
Mit Cannatron liefert Mabewo schlüsselfertige Anlagen für den Cannabisanbau.

Eine dynamische Entwicklung ist derzeit vor allem im Geschäftsfeld Phytopharm zu beobachten. Hintergrund ist die Legalisierung von Cannabis durch die aktuelle Bundesregierung und die damit verbundenen sogenannten Anbauvereine. 563 Vereine haben sich mittlerweile bei den zuständigen Behörden registriert, 141 Anträge wurden bisher bewilligt. Damit die Anbauvereine auch mit der Produktion beginnen können, hat die MABEWO Phytopharm AG ihren Anlagenstandard für den Indoor-Anbau von Cannabis angepasst.

 

Die Lösung ist für Anbauvereinigungen von bis zu 500 Mitgliedern ausgelegt und liefert das komplette technische Equipment. Auch Modelle zur Versorgung mit Mutterpflanzen und Stecklingen aus dem Unternehmen Food & Energy Campus Gross Gerau GmbH werden im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten geprüft. Möglich ist der direkte Kauf oder die Anbauvereinigungen pachten die Anlage. Dafür hat die MABEWO in Deutschland eine eigene Gesellschaft gegründet, die MABEWO Cannatron GmbH. „Das Geschäftsmodell umfasst die Herstellung der Anlagen über die Schweizer Phytopharm AG und die Verpachtung und Finanzierung über unsere neue Gesellschaft in Deutschland“, erläutert Trübl das Gesamtpaket. Damit trifft Trübl genau den Bedarf, den die Anbauvereinigungen haben. Trübl: „Die meisten Anbauvereinigungen verfügen weder über die finanziellen Mittel noch über das erforderliche fachlich-technische Wissen für den Betrieb der Anlagen.“

Jörg Trübl Verwaltungsrat der MABEWO Holding SE

„Anbauvereinigungen stehen vor rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen. Dafür muss man ihnen Antworten und Lösungen bieten."

Verwaltungsrat der MABEWO Holding SE

Jörg Trübl

Erste Anbauvereinigungen konnte Trübl mit seinem Angebot bereits überzeugen. „Die erste Anlage ist bereits im Bau, für 5 weitere sind die Verträge in unterschiedlichen Stadien unterschrieben und mit anderen befinden wir uns in aussichtsreichen Phasen der Beratung.“ Haben sich Anbauvereinigungen erstmal mit der Cannatron-Lösung beschäftigt, sind diese meist auch an der Umsetzung interessiert. Trübl: „Anbauvereinigungen stehen vor rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen. Dafür muss man ihnen Antworten und Lösungen bieten“, so Trübl. Das liegt auch an den Strukturen der Vereinigungen, die meist von fachfremden Personen aus der Wirtschaft gegründet werden, die vor allem das wirtschaftliche Potenzial sehen. Trübl: „Das sind bei 500 Mitgliedern schnell zwei Millionen Euro Umsatz. Wir haben es also eher mit kleineren Unternehmen, als mit typischen Vereinen zu tun“.

 

Möglichen Korrekturen des bestehenden Gesetzes durch eine neue Bundesregierung sieht Jörg Trübl gelassen entgegen. „Die bestehenden Lizenzen werden für sieben Jahr erteilt. Das lässt sich nicht einfach zurückdrehen.“ Zudem ist Cannatron in erster Linie eine Technologie, mit der sich Indoor Farming betreiben lässt. Trübl: „ Als Unternehmen müssen wir natürlich auch einen Plan-B haben. Unsere Anlagen lassen sich auch für medizinische Pflanzen nutzen und zur Produktion von Gemüse, Salat und Kräutern. Das Potenzial ist also weit größer.“ Dennoch will Trübl im Geschäft mit den Anbauvereinigungen vorankommen (in den kommenden 14 Monaten etwa 10 bis 15 Anlagen in der Verpachtung) und sieht dabei erstmal keine größeren Hürden.

Green To Cube – die automatisierte Futtermittelproduktion geht 2025 mit einem fertigen Produkt an den Start.
Green To Cube – die automatisierte Futtermittelproduktion geht 2025 mit einem fertigen Produkt an den Start.

Jörg Trübl will mit MABEWO weiter wachsen

 

Für das weitere Wachstum hat MABEWO PHYTOPHARM eine Wandelanleihe im Volumen von 3 Millionen Euro platziert. Das Angebot richtet sich vor allem an die bestehenden Aktionäre. Knapp 40 Prozent konnte Trübl bereits platzieren, trotz Kritik, die im Internet geäußert wurde. Trübl: „In der direkten Kommunikation mit unseren Aktionären können wir Vertrauen aufrechthalten und vom Potenzial des Unternehmens überzeugen.“

 

Trübl macht deutlich, dass MABEWO immer noch ein junges Unternehmen ist. Da kann es auch zu zeitweisen Schwierigkeiten kommen, die aber immer beseitigt werden können. Damit spricht er Berichte an, die 25 Mitarbeiter des Unternehmens würden nicht immer rechtzeitig bezahlt.

 

Für das laufende Jahr ist Trübl dennoch optimistisch. Wenn die bereits erwähnten administrativen Vorgänge im Börsenumfeld endgültig abgeschlossen sind, kann sich die MABEWO wieder voll auf Wachstum und die internationale Expansion konzentrieren. Dazu gehört auch die Fertigstellung des MABEWO Green to Cubes Modells, eine automatisierte Lösung zur Futtermittelproduktion. In 2025 könnten alle Tests und Vorbereitungen abgeschlossen sein und ab dem dritten Quartal ein marktfähiges Produkt vorliegen. So sieht Trübl 2025 als wichtigen Abschnitt auf dem Weg zum Erfolg, der sich spätestens 2026 für die Aktionäre auch in soliden Renditen niederschlägt

 

Jörg Trübl - Wie alles begann

 

Jörg Trübl hat in Wien und England Umwelttechnik studiert und das Geschäft mit technologischen Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels von der Pike auf gelernt. In zahlreichen Projekten in den Bereichen Abfallwirtschaft, erneuerbare Energien oder nachhaltige Landwirtschaft lernte er die Herausforderungen kennen und baute sich ein breites Netzwerk an Experten aus den verschiedenen Disziplinen auf.

 

2019 reifte der Entschluss, seine Erfahrungen und die seiner Kollegen in einem neuen Unternehmen zu bündeln. Mit nicht viel mehr als einem Laptop wurde die Idee zur Gründung der MABEWO AG in die Tat umgesetzt. Trübl: "Die Zeit war reif, denn es war klar, dass der Klimawandel eine der größten Herausforderungen ist und bleiben wird. Überschattet wurde der Start allerdings von einem anderen globalen Ereignis. „Wir haben das Unternehmen praktisch mitten in den Beginn der Corona-Pandemie gegründet. Das hat die Sache nicht einfacher gemacht“, erinnert sich Jörg Trübl.


Thomas Feldhaus

Thomas Feldhaus

Chefredakteur | Wirtschaftsjournalist

Thomas Feldhaus macht sichtbar, was Wirtschaft antreibt – und was sie verändert. Journalismus trifft Content: präzise, relevant, auf den Punkt.

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