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Ozan Cekic, Inhaber der Agora Consulting Group, im Interview: Von der Strategie zur Veränderung

Autor: Thomas Feldhaus · Zuletzt aktualisiert: 21.01.24

Wirtschaft Finanzen · 6 Min. Lesedauer

Ozan Cekic, Inhaber der Agora Consulting Group, im Interview: Von der Strategie zur Veränderung - Titelbild

Deutschland steckt in der Rezession und eine Entspannung ist noch nicht in Sicht. Hinzu kommen zahlreiche strukturelle Probleme des Wirtschaftsstandorts. Angefangen von der mangelnden Digitalisierung über den Mangel an Fachkräften bis hin zu einer überbordenden Bürokratie. Gerade für mittelständische Unternehmen eine stürmische See, in der es nicht immer leicht ist, Kurs zu halten. In solchen Phasen haben Unternehmensberatungen Hochkonjunktur. Mit welchen Problemen Unternehmen in diesen Zeiten zu kämpfen haben, erläutert Ozan Cekic, Gründer und Inhaber der Agora Consulting Group, im Gespräch mit SQUAREVEST.

 

SQ: Für Unternehmer ist es kein leichter Schritt einen Unternehmensberater aufzusuchen. Warum machen sie es trotzdem?

 

Ozan Cekic: Weil in vielen Fällen ein unvoreingenommener Blick von außen notwendig ist. Es gehört zu unserem Alltag, dass wir die heißen Kartoffeln aus dem Feuer holen müssen. Konkret rufen mich Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer an, wenn ein Problem drängt und sie selbst keinen Ausweg finden. In der aktuellen wirtschaftlichen Situation kommt die Unsicherheit hinzu. Man weiß nicht, ob die Kunden in zwölf Monaten noch da sind, wie die Rohstoffe beschafft werden sollen oder ob das eigene Geschäftsmodell für die Zukunft gerüstet ist.

Wer ist Ozan Cekic?

Ozan Cekic ist Inhaber der Agora Consulting Group, einer Unternehmens- und Finanzberatung mit Fokus auf mittelständische Unternehmen und Start-ups. Aufgewachsen in der Türkei kam er im Alter von 10 Jahren nach Deutschland. 2017 hat er zusammen mit seinem Bruder ein insolvente Schiffswerft in Hamburg gekauft und innerhalb von vierten Monaten zurück in die schwarzen Zahlen geholt. Dies war die Basis für seinen hauptberuflichen Einstieg in die Unternehmensberatung. Zunächst als Angestellter in einer etablierten Beratungsgesellschaft und seit 2019 selbstständig mit seinem eigenen Unternehmen.

SQ: Wie reagieren Sie darauf?

 

Ozan Cekic: Im ersten Schritt höre ich mir in Ruhe die Problembeschreibung an. Die fällt nicht immer ganz offen aus. Also es wird ein Problem beschrieben, aber nicht gesagt, wo es konkret schwierig ist. Aber genau dieser Punkt ist es, denn wir finden müssen, damit wir ein Lösungsstrategie entwickeln können. Wir sprechen in der Praxis von Pain Points. Damit meinen wir den Punkt, der einem Unternehmen wirklich Schmerzen bereitet.

 

SQ: Können Sie ein Beispiel nennen?

 

Ozan Cekic: Natürlich, unser erstes Anliegen ist es immer, im ersten Schritt die Pain Points zu beseitigen. Erst danach beschäftigen wir uns mit der Ursache und entwickeln eine langfristige Strategie, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern. Aktuell beraten wir ein Maschinenbauunternehmen, das mit einem Problem zu kämpfen hat, wie es in der Wirtschaft häufig vorkommt. Es geht um die Zahlungsmoral der Kunden, insbesondere eines wichtigen Kunden. Wenn Rechnungen nicht pünktlich bezahlt werden, kann ein Unternehmen schnell in Liquiditätsschwierigkeiten geraten. Wir schauen uns dann zunächst die Gründe für die schlechte Zahlungsmoral an. Das können interne Gründe sein, es kann aber auch sein, dass der Kunde Zahlungsschwierigkeiten hat.

Ozan Cekic  Agora Consulting Group

Nach einer sorgfältigen Analyse erarbeiten wir eine Strategie und begleiten das Unternehmen auch bei der Umsetzung.

Agora Consulting Group

Ozan Cekic

Natürlich müssen wir dann zunächst den Liquiditätsengpass beseitigen, aber schon im nächsten Schritt überlegen wir, wie sich solche Situationen in Zukunft vermeiden lassen. Die richtigen Stellschrauben können im eigenen Management, in den Prozessen oder in der Kundenbewertung liegen. Nach einer sorgfältigen Analyse erarbeiten wir eine Strategie und begleiten das Unternehmen auch bei der Umsetzung.

 

SQ: Agora Consulting bleibt auch im Unternehmen wenn es an die Umsetzung geht?

 

Ozan Cekic: Auf jeden Fall. Natürlich nur wenn es vom Kunden gewünscht wird. Aber unser Motto lautet: Von der Strategie zur Veränderung. Das heißt, wir zeigen nicht nur effizientere Wege auf, sondern wir unterstützen auch dabei neue Prozesse zu implementieren. Unser Ziel ist es, die Unternehmen auf die Zukunft vorzubereiten.

Was sind Pain Points?

Als Pain Points werden klar definierbare Probleme in einem Unternehmen bezeichnet. Der Begriff kommt eigentlich aus dem Marketing und meint dabei vor allem Probleme, die Kunden mit einem Produkt oder einer Dienstleitung haben. Übertragen auf die Unternehmensberatung sind damit Schwierigkeiten gemeint, die dem Management „Schmerzen“ bereiten und dringend gelöst werden müssen.  

SQ: Welche Rolle spielen die Mitarbeiter bei solchen Prozessen?

 

Ozan Cekic: Sie stehen im Zentrum unserer Überlegungen. Natürlich müssen die Prozesse stimmen, die Finanzen in Ordnung sein und die Produkte am Markt nachgefragt werden. Aber ohne ein engagiertes und zufriedenes Mitarbeiterteam bleiben diese Maßnahmen letztlich wirkungslos. Auch in unserer Beratungspraxis sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein wichtiger Gesprächspartner bei der Analyse. Sie sind tagtäglich mit den Problemen konfrontiert, bekommen das Feedback der Kunden und beseitigen nicht selten die kleinen Schwächen, die es in jedem Prozess gibt. Diese Realität wird vom Management nicht immer wahrgenommen. Wenn die Probleme in den Bilanzen sichtbar werden, ist es manchmal schon fast zu spät.

 

Ozan Cekic: "Wenn die Probleme in den Bilanzen sichtbar werden, ist es manchmal schon fast zu spät."

SQ: Nicht jeder mag Veränderung. Wie nehmen Sie die Beschäftigten mit?

 

Ozan Cekic: Restrukturierungsmaßnahmen wirken sich fast immer im ganzen Unternehmen aus und betreffen damit auch viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Deshalb gehört eine offene, transparente Kommunikation zu jedem Change-Prozess zwingend dazu. Wenn die Beschäftigten die Entscheidungen nachvollziehen können, steigert das ihre Bereitschaft diesen Prozess mitzugestalten.

 

Wir kümmern aber auch um die spezielle Situation der einzelnen Mitarbeiter. Dafür nutzen wir die Motivstrukturanalyse. Mit diesem Werkzeug können wir die Motivation besser einschätzen und auch verbessern. Wir sind zertifizierter Partner für MSA-Analysen und haben diese Methode schon in vielen Projekten erfolgreich eingesetzt. Über die 18 Grundmotive der auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierenden Methode stellen wir die intrinsische Motivation der Beschäftigten fest.

 

SQ: Was kommt dabei raus?

Ozan Cekic: Dies kann zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen. Ein Ergebnis kann sein, dass bestimmte Mitarbeiter besser für andere Aufgaben im Unternehmen eingesetzt werden. Manchmal reichen schon kleine Veränderungen, um Mitarbeiter, die schon lange mit bestimmten Punkten unzufrieden sind, wieder zu motivieren. Mit der MSA-Methode bekommen wir aber auch einen Blick auf mögliche Probleme im privaten Umfeld. Das kann eine unbefriedigende Wohnsituation sein, meistens sind es aber finanzielle Sorgen. Diese privaten Sorgen belasten und werden mit in den Betrieb gebracht. Auch dafür wollen wir sensibilisieren und im besten Fall Lösungen anbieten können. Die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist heute ein ganz wichtiger Faktor für den Unternehmenserfolg, gerade in mittelständischen Betrieben. Wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sich binden will, ist ein offenes Ohr für ihre Sorgen ein wichtiger Baustein. Dafür bieten wir auch spezielle Coachings sowohl für das Management, als auch für einzelne Mitarbeiter an. 

Was ist die Motivstrukturanalyse (MSA)?

Die Motivstrukturanalyse (MSA) basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Psychologie und analysiert die inneren Antriebskräfte der Beschäftigten. Demnach hat jeder Mensch eine intrinsische Motivation. MSA beruht auf 18 Grundmotiven, die in jeweils zwei Ausprägungen vorhanden. Die MSA-Analyse gibt darüber Aufschluss und ermöglicht es, die Motivation der Mitarbeiter einzuschätzen.

SQ: Wie können Sie solche Probleme lösen?

 

Ozan Cekic: Hier setzt ein weiterer Baustein unseres Beratungskonzepts an. Die Agora Consulting Group vereint klassische Unternehmensberatung und Finanzberatung unter einem Dach. Wir agieren als unabhängiger Finanzmakler und sind den wichtigsten Maklerpools angeschlossen. Dadurch sind wir in der Lage, jederzeit optimale Konditionen für unsere Kunden zu erzielen. Nicht selten lassen sich dadurch die Kosten für Finanzen und Versicherungen deutlich reduzieren. Die Optimierung der fixen Kosten schafft häufig schon Freiraum für weitere Investitionen und damit mehr Wachstum

 

In der Praxis erleben wir immer wieder, dass Mitarbeitende von finanziellen Sorgen geplagt werden. Diese Sorgen lassen sie auch bei der Arbeit nicht los. Das ist für beide Seiten eine unbefriedigende Situation. Wenn wir bei der Lösung helfen können, hat der Mitarbeiter den Kopf frei und kann sich voll auf seine Aufgabe konzentrieren. So schaffen Unternehmen zufriedene Mitarbeiter, die sich dem Unternehmen verbunden fühlen und langfristig an Bord bleiben. Das zahlt letztlich auf den Unternehmenserfolg ein.

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Die Agora Consulting Group - Von der Strategie zur Veränderung

 

Die Agora Consulting Group ist eine Unternehmensberatung die sich auf mittelständische Unternehmen und Start-ups spezialisiert hat. Für die Zukunft werden einzelne Beratungsleistungen auch Großunternehmen angeboten.

 

Das Unternehmen vereint klassische Unternehmensberatung mit innovativer Finanzberatung. Ziel der Beratung ist die wirtschaftliche Optimierung und Reduzierung versteckter Kosten. Außerdem ist die Agora Consulting Group als zertifizierter Berater für das MSA-System zugelassen. Damit lassen sich die Potenziale der Beschäftigten identifizieren und optimieren.

 

Bislang ist die Agora Consulting Group vor allem in Deutschland und den benachbarten Ländern tätig. Zukünftig werden die Unternehmen auch von der Schweiz aus betreut, wo eine Niederlassung aufgebaut wird.


Thomas Feldhaus

Thomas Feldhaus

Redakteur

Wirtschaftsjournalist mit Faible für Unternehmensverantwortung und Leidenschaft für Radsport.

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